Die wichtigsten Events des Sommers im Überblick

Prag - Sommerzeit ist Festivalzeit. In den kommenden zwei Monaten wird fast jedes Wochenende irgendwo in Tschechien ein Open-Air-Spektakel stattfinden, darunter auch Mega-Veranstaltungen wie Colors of Ostrava, wo dieses Jahr unter anderem die Proto-Punks Iggy and The Stooges auftreten.

Wenn das Wetter es gut meint, dürfen sich Musikfans auf eine abwechslungsreiche Saison voller Highlights freuen. Tschechien Online stellt die wichtigsten Events in einer aktuellen Übersicht vor.

Tschechien Online, 18.6.2010. Foto: Ticketstream
Der "böse Junge" der tschechischen Kunst provoziert nicht nur in Brüssel

Prag - Man muss nicht kunstbegeistert sein, um ihn zu kennen. Was man ist, wenn man seine Kunst mag, ist eine andere Geschichte. Kaum ein anderer tschechischer zeitgenössischer Künstler ist sowohl auf dem heimischen als auch dem internationalen Parkett so umstritten wie David Èerný.

Trotz allem oder gerade deshalb ist er aus den Straßen Prags nicht wegzudenken, und sicher standen schon viele überrascht oder schockiert vor einem seiner Werke im öffentlichen Raum.

Spätestens seit diesem Jahr kennen ihn alle, zumindest europaweit. Den wohl größten Aufruhr während seines Künstlerdaseins gab es um Èerný zu Beginn dieses Jahres bei der Enthüllung des Entropa-Skandals.

Tschechien Online, 23.11.2009. Fotos: Katharina Brenner
Film, Schauspiel, Tanz und Pantomime lassen die Laterna leuchten

Prag - Was das Bier in der Kneipe, der Knödel auf dem Teller und die Prager Burg bei einem Stadtrundgang ist, das ist zweifellos die Laterna magika im Bereich Abendunterhaltung und Kultur: nämlich ein Programmpunkt, ohne den einem Prag-Besucher defintiv etwas ganz Besonderes entgehen würde. Dabei erfindet sich die Laterna seit über 50 Jahren immer wieder neu.

Die damals vollkommen neue Theaterform der Laterna magika wurde erstmals 1958 im tschechoslowakischen Pavillon auf der Weltausstellung in Brüssel vorgestellt und schlagartig zu einem Welterfolg.

Sicherlich auch deshalb, weil auf Sprache als Ausdrucksform weitgehend verzichtet wird und stattdessen die Handlung mit Hilfe einer eindrucksvollen Kombination von Filmprojektionen, Schauspiel, Tanz, Pantomime, Musik und Lichteffekten entwickelt wird: kurzum Multimedia, auch wenn es den Begriff damals so noch nicht gab.

Kasse und Ticketreservierung: Kasse und Infozentrum der Nová scéna ND
Národní 4, 110 00 Praha 1, Tel.: +420 224 931 482
Öffnungszeiten: an Spieltagen von 10 bis 19.30 Uhr, an spielfreien Tagen von 10 bis 18 Uhr
E-Mail: novascena@narodni-divadlo.cz, www.laterna.cz
Inszenierung der Staatsoper knüpft bewusst an ursprüngliche Fassung des Ballett-Klassikers an

Prag - Am 27. März 2007 hatte das bekannteste Ballett von Pjotr Iljitsch Tschaikowski in der Staatsoper seine Premiere - fast genau 130 Jahre nach seiner Welturaufführung am 4. März 1877 auf der Bühne des Bolschoitheaters in Moskau, in der Choreografie des tschechischen Künstlers Václav Reisinger.

Weltberühmt wurde das Ballett aber erst durch die folgende Version von Mario Petipa und Lev Ivanow, die ihre Premiere 1895 im Mariinski-Theater in Petersburg hatte. Gerade von dieser Version gehen viele spätere Inszenierungen aus.

Adresse, Programm und Ticketverkauf: Státní opera Praha (SOP)
Wilsonova 4, 110 00 Praha 1, Tel.: +420 224 227 266
Öffnungszeiten: Mo - Fr 10.00 - 17.30, Sa + So 10.00 - 12.00, 13.00 - 17.30 Uhr
E-Mail: informace@opera.cz, deutschsprachige Website: www.staatsoper-prag.com
Argentinischer Autor liest am 6.9. aus seinem Gedichtband "Der Wind ist manchmal wie alle"

Prag - Was macht ein argentinischer Autor im Prager Literaturhaus, dessen Aufgabe die Vermittlung deutscher und Prager deutscher Literatur in Tschechien ist?

Nicht, dass so eine Veranstaltung nicht hörenswert wäre, doch würde man sie eher im Institut Cervantes oder der argentinischen Botschaft vermuten.

Tschechien Online, 23.8.2010. Foto: Prager Literaturhaus
Treff- und Austauschpunkt für Künstler aus aller Welt

Prag - Kunstliebhabern, die nach einem modernen, alternativen Forum suchen, bietet die MeetFactory an den industriellen Ausläufern des Prager Bezirks Smíchov (Prag 5) ganz neue Perspektiven.

Eingezwängt zwischen Stadtautobahn und Bahngleisen, hat das Projekt im Jahr 2005 eine alte Industrieanlage bezogen, die von Weitem unscheinbar und auf den ersten Blick wenig einladend wirkt. Doch wer sich dem alten Bau nähert, wird von zwei herunterhängenden Autos begrüßt, die die unverwechselbare Handschrift ihres Autors tragen, des Bildhauers David Èerný.

Tschechien Online, 22.2.2010. Foto: Sebastian Miksch
Werkschau gewährt bis 17. Oktober Einblick in die Geschichte der Schmuckfirma

Prag - "Man umgebe mich mit Luxus, auf das Notwendige kann ich verzichten." Dieser Satz von Oscar Wild scheint das Motto der derzeitigen Ausstellung in der Reiterhalle der Prager Burg zu sein.

Dort sind noch bis zum 17. Oktober 368 außergewöhnliche Schmuckstücke, historische Edelsteine, Uhren und Luxusobjekt der französischen Firma zu sehen. Es handelt sich um eine der größten Werkschauen, die Cartier jemals präsentiert hat.

Tschechien Online, 23.7.2010. Foto: Cartiervystava.cz
Nationalgalerie zeigt in einer neuen Dauerausstellung herausragende Werke Alter Meister

Prag - Seit dem 28. März präsentiert die Nationalgalerie Prag im aufwändig restaurierten Palais Schwarzenberg (Foto) herausragende Werke der späten Renaissance und Barockepoche, entstanden in den Ländern der Böhmischen Krone.

Auf drei Ebenen kann der Besucher der neuen Dauerausstellung rund 160 Skulpturen und 280 Gemälde bestaunen.

Tschechien Online, 31.03.2008. Foto: Ngprague.cz
Einzigartige Sammlung von Bildern der böhmischen und mitteleuropäischen Gotik, Rudolfinischer sowie Barock- und Rokokomalerei

Prag - Die Strahover Gemäldegalerie gehört zu den bedeutendsten Klostersammlungen in Mitteleuropa. Der umfangreiche Bestand an Bildern, Plastiken und Gebrauchskunst spiegelt die Jahrhunderte lange künstlerische Entwicklung des Prämonstratenserklosters auf Strahov wieder.

Die Sammlung, deren Grundstein in den 30er Jahren des 19. Jahrhunderts damals von Abt Hieronymus II, Josef Zeidler (Portrait rechts unten von Jan Adolf Brandejs aus dem Jahr 1864) gelegt wurde, war ursprünglich in für die Öffentlichkeit nicht zugänglichen Räumlichkeiten des Konvents aufgebaut.

Nach der gewaltsamen Beendigung des Klosterlebens durch das kommunistische Regime im Jahr 1950 und dem Auseinanderfall der Kunstsammlung kam es nach der Sanften Revolution 1989 zur Erneuerung des geistigen und kulturellen Lebens im Kloster Strahov.

Adresse: Strahovský klá¹ter (Druckversion)
Strahovské nádvoøí 1/132, 118 00 Praha 1
Lage: Stadtplan öffnen

Öffnungszeiten: Di - So 9.00 - 12.00 Uhr, 12.30 - 17 Uhr
E-Mail: art.strahov@volny.cz, Website: www.strahovskyklaster.cz
Mittelalterliche Kunst in Böhmen und Mitteleuropa

Prag - In den authentischen Räumlichkeiten des wahrscheinlich im Jahr 1231 gegründeten Klosters der Heiligen Agnes, der Tochter König Pøemysls Otakar I., ist seit dem Jahr 2000 die neu konzipierte Ausstellung mittelalterlicher und früher Renaissancekunst (1200 - 1550) für die Öffentlichkeit zugänglich.

Der erste Teil der Ausstellung verfolgt die Entwicklung der böhmischen Kunst von Tafelbildern und Bildhauerei ab der Mitte des 14. Jahrhunderts (Meister des Vy¹ebroder Altars, Meister der Michler Madonna) über den weichen Stil des Meisters Theodorik bis zu Bildern des Meisters des Tøeboner Altars und Werken des schönen Stils (St.-Veits-Madonna, Variante der Krumauer Madonna).

Während im 14. Jahrhundert und in der Periode um das Jahr 1400 Böhmen und Prag zu den bedeutendsten Zentren des künstlerischen Geschehens in Europa gehörten, nahmen sie im 15. Jahrhundert künstlerische Impulse dagegen eher auf (Meister der Purchner-Arche, Meister des Leitmeritzer Altars).

Adresse: Klá¹ter sv. Ane¾ky Èeské
U milosrdných 1, 110 00 Praha 1
Öffnungszeiten: täglich 10 bis 17 Uhr, Montags geschlossen
E-Mail: ak.educ@ngprague.cz, Website: www.ngprague.cz
Jan-Saudek-Galerie in der Prager Altstadt

Prag - Mitten in der Altstadt, direkt hinter den Týn-Türmen und den Dalí- und Mucha-Ausstellungen ist die Dauerausstellung Jan Saudeks in der Celetná-Straße situiert.

Direkt beim Betreten dieser empfängt den Besucher eine Infotafel mit folgender Mitteilung: "Sie befinden sich hier in der Galerie des bedeutendsten und bekanntesten tschechischen Fotografen weltweit."

Der Hintergrund ist verwaschen blau, grau, braun, immer dunkel, aber niemals schwarz-weiß, was daran liegt, dass er seine Bilder stets nachkoloriert hat. Neben verstümmelten Frauen, nackten Frauen, vorwiegend Frauen ist eine tschechoslowakische Flagge zu sehen und alte Männerhände, die einen Brief schreiben: Mein Vater schreibt einen Brief an sich selbst.

Tschechien Online, 27.1.2010. Foto: Saudek.com
Bossa-Nova-Band am 14. September im Kulturní Centrum Vltavská

Prag - Was haben The Clash, Depeche Mode, Joy Division, The Cure, New Order, Bauhaus, die Sex Pistols und Bossa Nova gemeinsam? Die Antwort: Novelle Vague.

Gegründet 2003, machte sich die französische Combo um das Produzententeam Marc Collin und Olivier Libaux bereits mit dem erstem Album Nouvelle Vague einen Namen. Ihr Markenzeichen: Sie covern alte New-Wave- oder Punksongs und nehmen diese im Bossa Nova-Stil neu auf. Gesungen werden Lieder wie uns of Brixton, Blue Monday oder Too drunk to ***** von insgesamt acht Sängerinnen.

Tschechien Online, 24.8.2010. Foto: Promo
Helden des Psychedelic Rock am 7. Oktober in Prag

Prag - 1968 schrieben Iron Butterfly Musikgeschichte. Ihr Song In-A-Gadda-Da-Vida war ein Meilenstein in der Entwicklung des Psychedelic Rock.

Mit einer Gesamtdauer von siebzehn Minuten und seinen charakteristischen langen Schlagzeugsoli lag er nicht nur außerhalb alles Vorstellbaren zur damaligen Zeit, sondern war eines der ersten Stücke der Rockmusik, die sich über eine ganze Plattenseite erstreckten.

Tchechien Online, 30.8.2010. Foto: Promomtion
Hans-von-Aachen-Ausstellung auf der Prager Burg noch bis 3. Oktober

Prag - Als Kaiser Rudolf II. ihn 1601 an seinen Hof in die Goldene Stadt holen ließ, war Hans von Aachen schon ein gefragter Künstler. In Köln geboren und aufgewachsen, war er nach seiner Ausbildung für einige Jahre in Italien gewesen, und über München schließlich nach Prag gekommen.

Hier stieg er in der Gunst des Kaiser schnell nach oben und erhielt den Auftrag, von diesem ein naturgetreues Portrait anzufertigen.

Tschechien Online, 27.8.2010. Foto: Kulturanahrade.cz
Die moderne Sammlung der Tschechischen Nationalgalerie ist ein Muss für Kunstfreunde

Prag - Kein Geheimtipp in Prag ist der Veletr¾ní palác, die Tschechische Nationalgalerie für Moderne Kunst und genau deshalb sollte man ihn sich nicht entgehen lassen.

Das fünfstöckige funktionalistische Gebäude aus den 20er Jahren wurde nach dem Zweiten Weltkrieg von Handelsgesellschaften genutzt, brannte 1974 nieder und wurde in den 90er Jahren als Museum wiedereröffnet.

Regulär ist dort Kunst aus dem 19., 20. und 21. Jahrhundert zu sehen, wobei sich der Besucher von oben nach unten durch die tschechische, slowakische und internationale Kunst wie Picasso oder Cézanne der Jetztzeit nähert.

Dabei stellt die Galerie die Kunst immer in ihren historischen Zusammenhang. Franti¹ek Bíleks Schaffen und das anderer Künstler um die Jahrhundertwende etwa wird durch Exponate von Schreibmaschinen, Grammophonen und Werbeplakaten dieser Zeit ergänzt und erläutert.

Tschechien Online, 6.12.2009. Foto: David Zimmermann
Wertvolle Sammlung an Musikinstrumenten und Musikalien auf der Prager Kleinseite

Prag - Das tschechische Museum der Musik stellt sich seit November 2004 seinen Besuchern nicht nur in neuen historischen Räumlichkeiten vor, sondern auch mit einer neuen Ausstellung Mensch - Instrument - Musik.

Der neue Sitz des Museums befindet sich in der ehemaligen Barockkirche der Heiligen Maria Magdalena auf der Prager Kleinseite. Diese Kirche hat früher als Post, Kaserne und Archiv gedient, jetzt wurde sie nach sensibler Renovierung in einen wunderschönen Museumsraum umgewandelt, der dem Phänomen der tschechischen Musik gewidmet ist.

Auf 1000 Quadratmeter Ausstellungsfläche werden vor allem Instrumente und wertvolle Musikdokumente aus mehr als fünf Jahrhunderten präsentiert.

Adresse: Èeské muzeum hudby
Karmelitská 2, 118 00 Praha 1
Öffnungszeiten: täglich 10 -18 Uhr, Dienstags geschlossen
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