Krankenhaus entschuldigt sich bei den Eltern, Polizei intensiviert Ermittlungen
Prag - Heute beginnt der „Rücktausch“ der beiden zehn Monate alten Mädchen, die kurz nach ihrer Geburt im Dezember 2006 im Klinikum Tøebíè vertauscht und den falschen Eltern anvertraut worden waren.
Dazu fahren die beiden betroffenen Familien für zwei Tage an einen unbekannten Ort, berichtet die in Prag erscheinende Tageszeitung Lidové noviny.
Die Eltern lehnen Pressegespräche oder die Anwesenheit anderer Personen ab, nur ein Psychologe wird die Eingewöhnungsphase begleiten. Gestern anerkannten der Kreis Vysoèina und das Krankenhaus erstmals Fehler ein und entschuldigten sich bei den betroffenen Familien. Den beiden Elternpaaren wurden Entschuldigungsbriefe übergeben. „Das hätte direkt, nachdem alles herausgekommen war, kommen müssen“, so der Vater eines der Mädchen, Libor Bro¾a.
Unterdessen können die Ermittlungen der Polizei seit heute intensiviert werden, denn die Eltern haben zugestimmt, dass die Behandlungsdokumente von den Ermittlern eingesehen werden können. In den Akten befinden sich die Namen der Ärzte und Schwestern, die bei der Geburt der Mädchen am 9. Dezember 2006 zugegen waren und die anschließende Versorgung von Müttern und Kindern übernommen hatten. Die Polizei will zunächst sieben Angestellte des Krankenhauses verhören.
Der Landeshauptmann der Vysoèina, Pavel Hájek, sagte gestern, zu der tragischen Vertauschung der Kinder sei es „zu 99 Prozent“ auf der Säuglingsstation gekommen.
Bildhinweis: Das Foto zeigt die Väter der beiden vertauschten Kleinkinder, Libor Bro¾a (links) und Jan Èermák am Sonntag bei einem Treffen vor dem Krankenhaus in Tøebíè.Tschechien Online, 9.10.2007. Foto: ÈTK