Rechtsradikale wollten am Samstag gegen "Unterdrückung der Meinungsfreiheit" demonstrieren
Pilsen - Die tschechische Stadt Pilsen (Westböhmen) hat einen für den 19. Januar angekündigten Aufmarsch von Neonazis verboten. Das erklärte Oberbürgermeister Pavel Rödl (Foto) nach einer außerordentlichen Sitzung des Sicherheitsausschusses am Donnerstag vor Journalisten.
"Ich möchte nicht Bürgermeister einer Stadt sein, wo Radikale öffentlich ´Sieg Heil´ rufen können", sagte Rödl bei einer Pressekonferenz.
Die offiziell als Demonstration gegen die "Unterdrückung der Meinungsfreiheit" angemeldete Aktion hatte die Stadtverwaltung ursprünglich genehmigt, obwohl in Pilsen an diesem Tag Gedenkveranstaltungen anlässlich der ersten Deportation von Juden aus Pilsen ins KZ Theresienstadt am 18.1.1942 geplant waren.
Gegen die Genehmigung hatten unter anderem Angehörige von jüdischen Organisationen protestiert. Die Behörden rechneten zudem mit gewaltsamen Zusammenstößen zwischen Rechtsradikalen und Teilnehmern der geplanten Gegendemonstrationen.
Zu dem Aufmarsch am Samstag waren mehrere hundert Neonazis aus Tschechien und den grenznahen Regionen Deutschlands erwartet worden. Der Polizei liegen Informationen vor, wonach Teile der Rechtsradikalen sich bewaffnen wollten. Am Samstag soll der Sicherheitsausschuss der Stadt Pilsen zu einer Krisensitzung zusammenkommen.
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