Fluss könnte Ende des Jahrhunderts 40 Prozent weniger Wasser führen
Ústí nad Labem/Prag - Tschechische Wissenschaftler haben vor folgenschweren Änderungen des Wasserhaushalts der Elbe (im Bild der Flusslauf in Nordböhmen) gewarnt. Dies geht aus einem Bericht des BUND-Elbeprojekts nach Abschluss des deutsch-tschechischen Elbe-Seminars am Wochenende in Ústí nad Labem (Nordböhmen) hervor.
Pavel Treml vom Forschungsinstitut für Wasserwirtschaft in Prag stellte heraus, dass mit steigenden Temperaturen und zunehmender Verdunstung immer weniger Wasser in die Flüsse gelangen werde.
So hält der Wissenschaftler bis zum Ende dieses Jahrhunderts einen Rückgang der Wassermenge der Elbe im Sommer und Herbst um bis zu 40 Prozent für wahrscheinlich.
Im Hinblick auf die Staustufenplanungen in Tschechien und der deutschen Zusage einer garantierten Mindestfahrrinnentiefe von 1,60 Meter schlussfolgert Johannes Lichdi, Abgeordneter im sächsischen Landtag, Bündnis 90/Die Grünen: „Ausgerechnet in den Jahreszeiten, in denen der Güterverkehr auf der Elbe schon jetzt große Schwierigkeiten hat, verschlechtern sich die Bedingungen zusätzlich.“ Konsequenterweise hält es Lichdi für einen Irrweg, weiter in die Wasserstraße Elbe zu investieren, da auf Grund des Klimawandels zu erwarten wäre, dass die nötigen Wassermengen immer öfter fehlen würden.
Werner Hentschel vom Landschaftsschutzgebiet Böhmische Schweiz forderte stattdessen: „Um Wasserüberschüsse aus dem Winter und Frühjahr für die Sommerzeit zu speichern, bedarf es der Stärkung und Entwicklung gesunder Mischwälder und Moore als natürliche Schwämme in der Landschaft“.
An dem Elbe-Seminar nahmen 50 Vertreter aus Wissenschaft, Politik, Wirtschaft und Umwelt teil. Es ist geplant, die deutsch-tschechischen Elbe-Seminare fortzusetzen als Plattform des Informations- und Erfahrungsaustausches.
Tschechien Online, 29.1.2008. Foto: Wikimedia