Südböhmisches Atomkraftwerk soll um zwei weitere Reaktorblöcke erweitert werden
Prag - Der staatliche Energiekonzern ÈEZ hat erste Details zu der geplanten Erweiterung des südböhmischen Atomkraftwerks Temelín von derzeit zwei auf vier Reaktorblöcke veröffentlicht.
Mit der Erweiterung des Kraftwerks soll 2013 begonnen werden und 2020, so die ÈEZ auf ihrer Internetpräsenz, soll der erste Reaktorblock fertig gestellt sein.
Wie die Nachrichtenagentur ÈTK (Prag) meldet, verzichtete das Unternehmen darauf, die Kosten der Erweiterung des Kraftwerks wegen der bevorstehenden öffentlichen Ausschreibung der Bauaufträge zu nennen. Die entstehenden Kosten will der Energiekonzern durch Eigenmittel und Kredite finanzieren. Die geplante Investition soll sich nicht auf die zukünftigen Strompreise in Tschechien auswirken, so das Unternehmen.
Vergangenen Freitag stellte das Unternehmen den Antrag auf eine Umweltverträglichkeitsprüfung der geplanten Reaktorblöcke. Diese sollen eine Leistung von 1.000 Megawatt bis 1.700 Megawatt an Strom pro Reaktorblock produzieren.
Die geplante Erweiterung des Atomkraftwerks Temelín, dessen Betrieb immer wieder durch Defekte Schlagzeilen machte, stieß im benachbarten Österreich auf ablehnende Reaktionen. Der österreichische Umweltminister kündigte bereits einen „eisernen Widerstand“ gegen den Ausbau an.
Auch innerhalb der tschechischen Politik ist das Kraftwerk umstritten. Zumindest bei den Grünen, die in der Regierungserklärung eine Klausel erwirkt haben, die jede Aktivität zum Ausbau des Kraftwerks in der derzeitigen Legislaturperiode untersagt. (bl)
Tschechien Online, 14.7.2008. Foto: ÈTK