Olympische Spiele: Topolánek reist doch nach China

An der Eröffnungsfeier wird der Regierungschef jedoch nicht teilnehmen

Prag - Der tschechische Premier Mirek Topolánek (ODS) hat seine ursprüngliche Entscheidung revidiert, nicht zu den Olympischen Sommerspielen nach Peking zu reisen.

Auf einer gemeinsamen Pressekonfernez mit dem Speerwerfer und Mitglied des Tschechischen Olympischen Komitees (ÈOV), Jan ®elezný (im Bild rechts), erklärte Topolánek, dass er doch nach China reisen werde, um die tschechischen Sportler zu unterstützen.

Topolánek kündigte an, am 13. August nach Peking zu fliegen - an der Eröffnungsfeier, die bereits am 8. August stattfindet, wird der Regierungschef somit nicht teilnehmen. Topolánek fügte hinzu, dass er mit der Reise einem Wunsch des ÈOV nachkomme, die tschechischen Athleten in Peking zu unterstützen. Die Sportler hätten sich fünf Jahre lang auf die Spiele vorbereitet und es verdient, dass er als Regierungschef sie im Ausland unterstütze.

Bei der heutigen Pressekonferenz trug der Premier einen Tibet-Button am Revers seines Sakkos.

Noch Mitte April hatte Topolánek einen Besuch der Olympischen Sommerspiele in Peking ausgeschlossen: "Ich fahre nicht nach Peking. Sicher bin ich nicht für irgend einen Boykott der Olympiade seitens der Sportler, aber ich denke, dass man dort ohne mich auskommt“, hatte Topolánek damals bei einer Podiumsdiskussion mit Studenten der Juristischen Fakultät der Masaryk-Universität in Brünn gesagt.

Er verwies dabei darauf, dass die Olympischen Spiele in Berlin 1936 von den Nazis für ihre Propagandazwecke missbraucht worden seien, und er wolle nicht dazu beitragen, dass die Zeremonie in Peking zu einer Huldigung der Stärke und der Größe des kommmunistischen Chinas werden. Als weiteren Grund, nicht zur Eröffnungsfeier nach Peking zu reisen hatte der Premier zu dem darauf verwiesen, dass seine Lebensgefährtin Lucie Talmanová Mitglied in einer Vereinigung der Freunde Tibets sei. (nk)


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