ÈSÚ nennt Zinsentwicklung in Tschechien als möglichen Grund für das Sparverhalten
Prag - Viele Tschechen behalten Geldsummen immer noch zu Hause, statt das Geld auf die Bank zu bringen.
So hat sich die Summe, die in Form von Bargeld in Privathaushalten aufbewahrt wurde, nach einer aktuellen Einschätzung des Tschechischen Amts für Statistik Ende 2007 auf etwa 60 Milliarden Kronen angesammelt. Damit hat ein Haushalt Ende 2007 im Durchschnitt 6.000 Kronen zu Hause aufbewahrt, was einem Plus von 50 Prozent im Vergleich zu 2005 entspricht.
Das Tschechische Amt für Statistik führte diesen Umstand auf den Zinsanstieg für Guthaben in Tschechien zurück, der für viele Bankkunden in der Vergangenheit wenig attraktiv gewesen war, meldet die Nachrichtenagentur ÈTK (Prag).
Einen weiteren Grund für das Horten von Bargeld zu Hause sieht Petr Sklená, Analyst bei Atlantik Finanèní, in der im Vergleich zu westeuropäischen Staaten geringeren Nutzung des bargeldlosen Zahlungsverkehrs. Darüber hinaus trage der Anstieg der Löhne in Tschechien zu dieser Entwicklung mit bei, so der Analyst.
Allerdings existieren über die exakte Summe des Bargelds, das in tschechischen Haushalten aufbewahrt wird, keine Statistiken. Vielmehr beruhen diese Angaben auf Schätzungen des Amts für Statistik in Brünn. Nach Meinung von Analysten ist diese Summe jedoch durchaus als realistisch zu bewerten, da 60 Milliarden Kronen weniger als ein Fünftel der Summe sei, die derzeit im tschechischen Wirtschaftsverkehr zirkuliere. (bl)
Tschechien Online, 3.8.2008. Foto: ÈTK