Demonstranten vergleichen die Situation in ihrem Land mit der Invasion von 1968
Prag - In der tschechischen Hauptstadt haben am Dienstag mehrere Dutzend Menschen gegen die russische Militäraktion in Georgien protestiert. Zur Demonstration vor der Botschaft der Russischen Föderation hatte die Bürgerinitiative Samshoblo (Mein Land) aufgerufen, ein Zusammenschluss in Tschechien lebender Georgier.
Mit Transparenten und Sprechchören wie "Hände weg von Georgien" forderten sie den Abzug der russischen Truppen aus dem Kaukasus-Staat.
Mit Bezug auf den bevorstehenden 40. Jahrestag der Niederschlagung des Prager Frühlings durch Truppen des Warschauer Pakts unter Moskauer Führung sprachen Teilnehmer der Demonstration von einer vergleichbaren Invasion. Russland spiele in der Region nicht die Rolle eines Friedensstifters, sondern eines "Aggresoren".
"Wir haben niemanden angegriffen, sie wollen uns als Staat liquidieren", zitierte die tschechische Nachrichtenagentur ÈTK (Prag) einen der Teilnehmer. Ziel der Demonstration sei unter anderem, die Öffentlichkeit in Tschechien darüber zu informieren, dass nicht Georgien den Angriff gestartet habe.
Nach der Kundgebung vor der russischen Botschaft zogen die Demonstanten zum Neustädter Palacký-Platz an der Moldau. An diesem "Hyde Park" Prags dürfen öffentliche Versammlungen auch ohne Genehmigung durch den Magistrat abgehalten werden. (gp)
Tschechien Online, 12.8.2008. Foto: ÈTK