Kartellamt in Prag verhängt Strafe gegen RWE Transgas

Das Unternehmen berechnete Abnehmern überhöhte Pauschalen

Prag - Das Prager Amt für Wettbewerbsschutz (ÚOHS) hat gegen RWE Transgas eine Geldstrafe von zehn Millionen Kronen (rund 380.000 Euro) verhängt.

Das Unternehmen habe seine dominante Marktposition missbraucht und Abnehmern in ganz Tschechien überhöhte Pauschalen berechnet, begründete der Vizevorsitzende des Kartellamts, Robert Neruda, am Montag vor Journalisten in Prag die Entscheidung.

Insgesamt sollen 130.000 Kunden betroffen sein. Ihnen hatte der Gasanbieter im Herbst 2008 Pauschalen ausgestellt, die rund zehn Prozent über den gewöhnlichen Tarifen lagen.

In 50.000 Fällen reklamierten die Abnehmer das Vorgehen. Das Unternehmen lenkte sofort ein und passte die Pauschalen entsprechend an, unterließ jedoch die Korrektur bei den verbleibenden rund 80.000 Haushalten, die keine Beschwerde eingelegt hatten.

Für RWE Transgas ist es bereits die zweite Geldstrafe durch das ÚOHS innerhalb eines halben Jahres.

Im Herbst vergangenen Jahres war gegen das Unternehmen, das etwa 70 Prozent des tschechischen Gasmarktes beherrscht, eine Strafe von 240 Millionen Kronen verhängt worden. Gegen diesen Beschluss geht RWE Transgas gerichtlich vor.

Die Tatsache, dass die aktuelle Strafe wesentlich niedriger bemessen ist als die vom vergangenen Jahr, trägt nach Darstellung Nerudas dem Umstand Rechnung, dass RWE sich zu den Vorgängen bekannt und den geschädigten Kunden Entschädigung angeboten habe. (gp)

Tschechien Online, 29.6.2009
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