Euro-Einfühung für Kabinett Neèas nicht eilig

Tschechischer Premier diskutierte mit deutschen Wirtschaftsvertrtetern


Prag - Die Einführung des Euro, die Flexibilisierung des Arbeitsmarkts sowie die Planungssicherheit für Investitionen in Tschechien standen im Mittelpunkt eines Treffens zwischen Premier Petr Neèas (rechts) und deutschen Wirtschaftsvertretern.

Die Diskussion fand am im Rahmen des IV. Wirtschaftsgespräch der Deutsch-Tschechischen Industrie- und Handelskammer (DTIHK) am Mittwoch in Prag statt.

Der tschechische Ministerpräsident hob hervor, dass Deutschland mit einem Exportanteil von etwa 30 Prozent der Schlüsselpartner im Außenhandel und langfristig größter Investor seines Landes sei. Die Verflechtung der beiden Wirtschaften sei "wirklich sehr stark" und bilde aus tschechischer Sicht einen "grundlegenden Faktor für die Entwicklung und das Wachstum der tschechischen Wirtschaft".

Neèas kündigte an, den tschechischen Wirtschaftsstandort durch flexiblere Arbeitsgesetzte zu stärken. Außerdem forderte er Verbesserungen im tschechischen Ausbildungssystem und verwies dabei auf die deutschen Bundesländer Sachsen und Bayern als Vorbilder. Vertreter mittelständischer Unternehmer verlangten hingegen von der Regierung Neèas konkretere Schritte hin zu einer gewerblich-industriellen Ausbildung.

Mit Hinblick auf die Einführung des Euro äußerte sich Neèas zurückhaltend und sagte, dass seine Regierung den Zeitpunkt für den Beitritt zur europäischen Einheitswährung nicht bestimmen werde. Allerdings sei Tschechien "mit der Eurozone über eine Nabelschnur verbunden."

DTIHK-Präsident ©imek zeigte Sorge über die aktuelle öffentliche Diskussion dieses Themas, denn die Probleme einiger Euroländer seien "nicht auf die Währungsunion an sich zurückzuführen, sondern auf finanzielles Missmanagement einiger weniger. Diese werden in Tschechien nun als Gegenargument für die Euroeinführung missbraucht".

Eher kontrovers verlief auch die Diskussion über das Gesetz zur Unterstützung alternativer Energie. Einige Teilnehmer äußerten die Befürchtung, die anstehende Änderung des Solarförderungsgesetzes stelle die Planungssicherheit für ausländische Investitionen in Tschechien in Frage. Der tschechische Ministerpräsident wies diess jedoch. (gp))

Tschechien Online, 1.12.2O10. Foto: Tschechische Regierung


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