Ex-Detektei von Verkehrsminister Vít Bárta soll ODS-Leute observiert haben
Prag - Die ohnehin angespannten Beziehungen zwischen den Koalitionsparteien ODS und VV haben einen neuen Tiefpunkt erreicht. Auslöser sind Berichte der Tageszeitung Mladá fronta Dnes (MfDnes), wonach Lokalpolitiker der ODS in Prag von der Privatdetektei ABL observiert worden seien.
Dies habe sich dem Zeitpunkt ereignet, als der jetzige Verkehrsminister Vít Bárta (VV) ABL-Dirketor war.
Nach MfDnes-Angaben sollen ABL-Mitarbeiter im Rahmen ihrer Recherchen sogar Polizisten bestochen haben, um an Informationen über bestimmte Personen zu kommen. Im Zentrum des Interesses der privaten Ermittler hätten ODS-Vertreter im Bezirk Prag 11 gestanden.
Am (heutigen) Montag traf der Exekutivrat der ODS zusammen und rief Bárta auf, zu den Informationen Stellung zu nehmen. Dies hatte der Premier und ODS-Vorsitzende Petr Neèas bereits kurz nach Erscheinen der ersten Berichte zur Causa vergangene Woche getan.
Die von der MfD veröffentlichten Fakten seien "alarmierend", erklärte Miroslava Nìmcová, erste Vizevorsitzende der ODS im Anschluss an die Sitzung des Parteigremiums.
Vít Bárta, der das Unternehmen bei Amtsantritt seinem Bruder überließ und aus ABL ausstieg, bezeichnete die Informationen in einem ersten Kommentar als frei erfunden. Seither verweigert er aber mit Hinblick auf laufende Ermittlungen jegliche Stellungnahme. Gleichwohl bot er Neèas eine Klarstellung in einem persönlichen Gespräch an.
Davon will allerdings der Premier nichts wissen. "Hinter mir wird sich niemand verstecken. Er sollte das vor allem der Öffentlichkeit erklären", so der erboste Petr Neèas. (gp)
Tschechien Online, 17.1.2011