Erster Teil der neuen Serie bei Tschechien Online
Prag - Wir beginnen unseren Streifzug durch die Tschechische Republik, ihre Wiesen und Wälder im Riesengebirge, das auf Tschechisch Krkono¹e heißt. Benannt nach dem sagenhaften Riesen Krakono¹, der im Deutschen wiederum als Rübezahl bekannt ist.
Lange Zeit konnte das unwirtliche Mittelgebirge wegen seiner rauen klimatischen Bedingungen nicht dauerhaft besiedelt werden. Erst an der Wende des 13. und 14. Jahrhunderts mit dem Aufschwung der Handwerke, die dem Menschen die technischen Möglichkeiten gaben, der Gebirgsnatur zu trotzen, änderte sich dies und es entstanden die ersten Ortschaften.
Die ersten Erwähnungen von touristischen Aktivitäten im Riesengebirge datieren auf das Ende des 18. Jahrhunderts, allerdings beschränkten sich diese damals auf die Sommermonate. Fremdenverkehr und Reisen zu Erholungszwecken, das war zu dieser Zeit ein Privileg von Angehörigen des vermögenden städtischen Bürgertums und der Intelligenz, die auf den Bergkämmen die ersten Bauden errichteten.
Neuzeitlicher Winter-Tourismus begann um die Jahrhundertwende
Ende des 19. Jahrhunderts besuchte Graf Johann Nepomuk Harrach Norwegen und sah dort erstmals Skier, die er später in Dolní ©tìpanice für seine Förster herstellen ließ. Denn die Skier erleichterten den Forstarbeitern erheblich den Zugang in die verschneiten Bergwälder. Die Schneebretter erfreuten sich bald steigender Beliebtheit. So wurden erste Ski-Klubs gegründet und erste sportliche Ski-Wettbewerbe ausgetragen. Der erste Ski-Langlauf-Wettbewerb im Riesengebirge, auf Zeit vom Start zum Ziel über eine Strecke von 50 Kilometern, fand am 24. März 1913 statt.
In einer Landschaft voller Gegensätze und Extreme, mit ihren Heilkräuter- und Halbedelsteinvorkommen und den bunten Teppichen der blühenden Bergwiesen einerseits und der sturzbachartigen Regenfälle und der dichten Nebelwände anderseits entstand die legendäre Gestalt des Krakono¹. Die Bewohner dieser unbändigen Bergwelt schrieben dem erdichteten Wesen mystische und übermenschliche Eigenschaften zu.
Krakono¹ und Rübezahl - Dr. Jekyll und Mr. Hyde
Der Krakono¹ ist dabei keineswegs nur der gutmütige und liebenswerte Riese mit dem langen Bart, wie ihn die Kinder aus den tschechischen Erzählungen kennen. Im deutschsprachigen Raum ist die sagenhafte Gestalt als Rübezahl bekannt, der sich auch furchtbar erzürnen und Übeltäter hart strafen kann. Wehe, wenn jemand Kräuter aus einem fremden Garten stiehlt oder andere Menschen betrügt! Und es kann auch passieren, dass er Lügnern ein Hirschgeweih aufsetzt, einem lüsternen Offizier eine verwesende Ziege ins Bett legt oder er sich ein Bein ausreist, um es einem unfreundlichen Gastwirt entgegenzuschleudern.

Heute ist das Riesengebirge ein wichtiges Zentrum für Wintersport und im Sommer ein beliebtes Ausflugs- und Reiseziel. Zu den beliebtesten touristischen Zielen zählen dabei Pec pod Snì¾kou, ©pindlerùv mlýn und Harrachov.
Unter dem Teufelsberg (Èertova hora) im Tal des Flüsschens Mummel (Mumlava) erstreckt sich der beliebte Gebirgsurlaubsort Harrachov, der seinen Namen im 18. Jahrhundert nach dem örtlichen Herrschaftsgeschlecht erhalten hatte.
Nur fünf Minuten zu Fuß vom Ortszentrum entfernt liegt in einer ruhigen Lage am Waldrand in einer Höhe von 700 Metern über dem Meer das
OREA Vital Hotel Skláø. Seinen Gästen bietet es vielfältige Relax- und Care-Aufenthalte sowie ein abwechslungsreiches Wellness- und Sportangebot. Das Hotel rühmt sich zudem eines einzigartigen gastronomischen "Vital-Konzeptes", das auf eine möglichst vielfältige Küche sowie gesunde und ausgewogene Ernährung setzt. So werden jeden Tag wechselnde thematische Abendessen angeboten, zum Beispiel mit regionalen Spezialitäten des Riesengebirges, der altböhmischen aber auch der ungarischen Küche.
Auch in der Umgebung des
Hotels Hoøec gibt es eine Menge Wander- und Radwege. Im Winter ist die Gegend ideal für Wintersport jeder Art. Im Sommer steht Golfern im nahe gelegenen Ort Jungbuch (Mladé Buky) ein Golfplatz zur Verfügung. Das Hotel Hoøec über 18 Doppelzimmer und ein Relax- und Wellness-Zentrum. Das Hotelrestaurant serviert böhmische und internationale Spezialitäten.
Die Schneekoppe ist der Gipfel der Tschechischen Republik

Das Riesengebirge bietet neben dem sagenhaften Rübezahl und der örtlichen Folklore aber auch den höchsten Berg in Tschechien - die Schneekoppe (Snì¾ka), über deren Gipfel 1.602 m n.m. die Staatsgrenze zwischen Polen und Tschechien verläuft.
So ist das Riesengebirge das ganze Jahr über ein gefragtes Reise- und Ausflugsziel, das im Winter ideale Voraussetzungen für einen gelungenen Urlaub im Schnee mit Wintersportmöglichkeiten jeglicher Art bietet, und im Sommer zu Radtouren, zum Angeln und ausgedehnten Wanderungen und Klettertouren einlädt.
Der nächste Teil unseres Streifzuges führt uns im Dezember in den Wintersportort Spindlermühle (©pindlerùv mlýn), das wohl namhafteste Wintersportzentrum in Tschechien, wobei wir uns auch der Geschichte und Gegenwart der Elbstauseen widmen werden. (nk)
Tschechien Online, 2.11.2011. Fotos: Orea-hotels.cz, Wikimedia Commons (Honza Groh)