Jury: 32-jähriger Videokünstler bricht gesellschaftliche Tabus
Prag - Der Prager Videokünstler Marek Ther ist mit dem renommierten Jindøich-Chalupecký-Preis ausgezeichnet worden, den die gleichnamige Stiftung seit 1990 an tschechische Künstler im Alter von bis zu 35 Jahren verleiht.
Die internationale Jury unter Vorsitz von Christian Rattemeyer, Kurator am New Yorker Museum of Modern Art, betonte in der Laudatio den Mut Thers, gesellschaftliche Tabus und Vorurteile zu überwinden.
In seinen Arbeiten greift der 1979 geborene Absolvent der Prager Kunstakademie (AVU) Themen wie Homosexualität, sexuelle Aggression oder die Vertreibung der deutschen Bevölkerung aus der damaligen Tschechoslowakei nach dem Zweiten Weltkrieg auf.
"Schönheit und Schrecken, das Geheimnisvolle wie Rationale sind im Werk Thers komplementäre Kategorien, die einander nicht ausschließen", sagte Jury-Mitglied Rainer Fuchs.
Der mit insgesamt 150.000 Kronen (rund 6000 Euro) und einem Stipendium in NEw York dotierte Preis wurde 1990 auf Initiative des damailgen Staatspräsidenten Václav Havel, des Schriftstellers und Malers Theodor Pi¹tìk und des Künstlers Jiri Kolar gegründet. Benannt ist er nach dem bedeutenden tschechischen Kritiker und Kunsttheoretiker, Essayisten und Philosophen Jindøich Chalupecký.
Die Wettbewerbsbeiträge der diesjährigen Finalisten, darunter der Bildhauer Dominik Lang, der Fotograf Jiøí Thýn, der Video-künstler Filip Cenek und der Konzeptualist Pavel Sterec, sind bis zum 4. Januar 2012 in der Kunsthalle DOX im Prager Stadtteil Hole¹ovice zu sehen. (gp)
Weitere Informationen: http://www.dox.cz/cs/exhibition?69
Tschechien Online, 28.11.20011. Foto: Galerie DOX