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Tschechien OnlineTschechien Online | Rubrik: Reise | 16. August 2016, 23:52 Uhr
Sicherheitsmaßnahmen sorgen für lange Schlangen vor der Prager Burg

Prag - Das Haupteingangstor vom Burgplatz zur Prager Burg (Foto) ist seit dem heutigen Dienstag geschlossen.

Touristen werden an einen Nebeneingang umgeleitet und finden nur noch nach strenger Personenkontrolle Einlass in das weitläufige Burgareal (Hradschin), schreibt die in Prag erscheinende Tageszeitung Mladá fronta Dnes. Eine mehrere hundert Meter lange Schlange sei die Folge, so das Blatt.

Der Hauptzugang, benannt nach den ihn schmückenden mit Keule und Dolch ringenden Giganten als "Gigantentor", dient demnach nur noch zum Verlassen des Burgareals. 

Hintergrund: Der Hradschin ist nicht nur eine der wichtigsten Sehenswürdigkeiten in der tschechischen Hauptstadt und gilt als ein Pflichtprogrammpunkt für einen Prag-Besuch. Die Prager Burg ist auch Amtssitz des tschechischen Staatspräsidenten, Staatsoberhaupt ist derzeit Miloš Zeman. 

Schon in der vergangenen Woche wurden als Reaktion auf die jüngsten islamistischen Terroranschläge in Europa verschärfte Sicherheitsmaßnahmen auf der Burg eingeführt.

Nachdem es Reportern der Mladá fronta Dnes gelungen war, versuchsweise eine Pistole und ein Messer an den Sicherheitskräften vorbeizuschmuggeln, wurden die Kontrollen wie beschrieben nochmals verschärft.  

Warteschlangen bilden sich dem Bericht nach nun auch innerhalb des Burgareals vor dem Zutritt zum Veitsdom. Auch dort wurde der Haupteingang geschlossen. Besucher müssen sich Gepäck- und Leibesvisiten unterziehen. Alle vier Zugänge zum Burgareal werden von Polizisten kontrolliert. (nk)

Themen: Prager Burg, Terrorismus, Prager Sehenswürdigkeiten
Tschechien OnlineTschechien Online | Rubrik: Reise, Gesundheit | 15. August 2016, 22:13 Uhr
Erkrankungen an Lyme-Borreliose im Vergleich zum Vorjahr ebenfalls stark gestiegen

České Budějovice/Prag - In Südböhmen haben die Hygieneämter in der vergangenen Woche neun neue Fälle von Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) verzeichnet, berichtet heute der Online-Dienst Novinky.cz.

Seit Beginn dieses Jahres wurden damit nach Angaben der Regionalen Hygienestation in Budweis in der Region insgesamt 53 Krankheitsfälle erfasst, 31 mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres.

Im Vergleich zum Vorjahr sei insbesondere ein deutlicher Anstieg in den Kreisen Strakonice und Český Krumlov zu verzeichnen.

Die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) ist eine Entzündung des Gehirns und der Hirnhäute, die durch Viren hervorgerufenen wird, die fast ausschließlich von infizierten Zecken (Foto) auf den Menschen übertragen werden.

Im Jahresvergleich stiegen auch die Fälle einer weiteren von Zecken übertragenen Krankheit an, nämlich der Lyme-Borreliose. Derzeit evidieren die Hygieneämter 92 Fälle, im gleichen Zeitraum des Vorjahres waren es 74.

Südböhmen gehört im europäischen Vergleich seit Langem zu einem der natürlichen Brennpunkte der von Zecken übertragenen Krankheiten.

Eine aktuelle Vorhersage der Zeckenaktivität in Tschechien gibt jeden Montag und Donnerstag das Tschechische Wetteramt (CHMÚ) in Zusammenarbeit mit dem Staatlichen Gesundheitsinstitut (SZÚ) heraus.

Das Risiko wird dabei in zehn Stufen ausgedrückt. Je nach Stufe werden zudem konkrete Verhaltensregeln empfohlen, wie man sich beim Betreten von Orten schützen sollte, bei denen das Vorkommen von Zecken zu erwarten ist. Derzeit gilt Warnstufe 4, ab Mittwoch dann Warnstufe 3, die ein "mäßiges Risiko" bedeutet. (nk)

Themen: Zecken, FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis), Borreliose, Strakonice, Český Krumlov
prag aktuellprag aktuell | Rubrik: Politik | 15. August 2016, 16:25 Uhr
ČTK: Deutsche Bundeskanzlerin besucht am 25. August die tschechische Hauptstadt

Prag - Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) wird am 25. August nach Prag kommen, meldet die tschechische Nachrichtenagentur ČTK.

Den bislang offiziell nicht bekannt gemachten Termin hätten gegenüber ČTK zwei Quellen aus Diplomatenkreisen bestätigt, so die Agentur.

Auf dem Programm steht demnach auch ein Treffen mit dem tschechischen Staatspräsidenten Miloš Zeman, der als ein scharfer Kritiker von Angela Merkels Flüchtlingspolitik bekannt ist. 

Miloš Zemans Sprecher, Jiří Ovčáček, hatte bereits Mitte Juli angekündigt, dass Angela Merkel nach Prag kommen werde. Damals hieß es, der Präsident freue sich auf ein Treffen mit Angela Merkel am Ende des Sommers.

Wie ČTK berichtet, ist ein Besuch der deutschen Kanzlerin in Prag schon länger geplant. So habe sich die tschechische Seite bemüht, den Besuch während der Zeit des tschechischen Vorsitzes in der Visegrád-Gruppe zu verwirklichen, die Ende Juni zu Ende ging.  

Merkel habe aber, so ČTK unter Berufung auf Informationen von namentlich nicht genannten Quellen, nicht nach Prag kommen wollen, weil die Visegrád-Länder (Polen, Ungarn, Tschechien und die Slowakei) aus Sicht der Bundeskanzlerin zu wenig Solidarität in der Flüchtlingskrise gezeigt und EU-Quoten zur Verteilung abgelehnt hätten.

Miloš Zeman profiliert sich dabei immer wieder als scharfzüngiger Gegner einer "Islamisierung Europas", der die Aufnahme insbesondere von muslimischen Migranten in Tschechien strikt ablehnt und hinter den Flüchtlingsströmen eine "gesteuerte Invasion" sieht. (nk)

Themen: Miloš Zeman, deutsch-tschechische Beziehungen, Flüchtlinge, Flüchtlingsquoten, Islamgegner
prag aktuellprag aktuell | Rubrik: Reise | 12. August 2016, 23:34 Uhr
Prag startet Informationskampagne: Verbot ist seit Anfang August in Kraft

Prag - Am 3. August ist in der tschechischen Hauptstadt eine Verordnung in Kraft getreten, die im Stadtzentrum und an ausgewählten weiteren Orten die Verwendung von Segways verbietet oder einschränkt.

Die Hauptstadt hat aus diesem Grund eine Informationskampagne gestartet, die insbesondere auf Besucher der abzielt. Denn mit den Elektrorollern bewegen sich fast ausschließlich Touristen durch die Moldaumetropole.

"Wir wollten die Touristen auf einfache und unterhaltsame Art darauf aufmerksam machen, dass die Verwendung dieser Fahrgeräte im Widerspruch zur geltenden Verordnung ist. Ziel ist es dabei selbstverständlich nicht, so viel Bußgeld wie möglich zu kassieren, sondern sich vor allem darum zu kümmern, dass die Touristen von dem Verbot Kenntnis nehmen", erklärt die Prager Oberbürgermeisterin Adriana Krnáčová (ANO). Und: "Auf das Verbot wird die Besucher der Metropole auch die Stadtpolizei mit Flugblättern mit einer Karte aufmerksam machen."

Die Verordnung, die vom Stadtrat der Hauptstadt Prag gebilligt wurde, weist die Orte und Stellen aus, an denen Segways verboten sind. Dabei handelt es sich insbesondere um Bürgersteige, Fußgängerzonen, Wege für Fußgänger und Radfahrer sowie die Fahrbahn. Vom Segway-Verbot sind auch einige Parks und Gärten betroffen.

Die betreffenden Plätze werden zudem mit Verkehrsschildern gekennzeichnet. Wer das Fahrverbot missachtet, muss mit einem Bußgeld in Höhe von bis zu 2.000 Kronen rechnen.

Grund für die Verbannung der selbstfahrenden Stehroller sind Sicherheitsbedenken. So sollen sich in jüngster Zeit Unfälle und Zusammenstöße mit Fußgängern gehäuft haben. (nk)

Bildnachweis:
Praha.eu
Themen: Segways, Lokales, Prag
Tschechien OnlineTschechien Online | Rubrik: Kultur | 9. August 2016, 20:01 Uhr
Die große Schau der Nationalgalerie in der Wallenstein-Reitschule haben schon über 50.000 Besucher gesehen

Prag - Die Ausstellung der Nationalgalerie in Prag anlässlich des 700. Jahrestags der Geburt von Kaiser Karl IV. erfreut sich eines außergewöhnlichen Besucherinteresses.

Die täglichen Besucherzahlen übersteigen schon jetzt den Durchschnitt der erfolgreichsten Ausstellungsprojekte der Nationalgalerie in Prag aus dem Vorjahr um mehr als das Dreifache, wie die Nationalgalerie mitteilt. 

Die wertvollen mittelalterlichen Exponate sind in der Wallenstein-Reitschule nur noch knapp zwei Monate zu bewundern. Nach dem 25. September wandert die Ausstellung nach Nürnberg weiter.

Die Ausstellung  Kaiser Karl IV. 1316 - 2016 präsentiert rund 200 wertvolle, aus der ganzen Welt geliehene Exponate einschließlich der für den Betrachter besonders anziehenden Krone aus Aachen (Foto), mit der sich Karl IV. zum römischen König krönen ließ.

"Interessant an der Ausstellung ist auch, wie sie sich während ihres Verlaufs ändert. Eine Reihe von Schaustücken darf nämlich nur für eine strikt begrenzte Zeit ausgestellt werden. Insbesondere wertvolle und höchst empfindliche Arbeiten auf Papier und Pergament werden daher laufend gegen andere Dokumente ausgetauscht," bemerkt Jiří Fajt, der Generaldirektor der Nationalgalerie in Prag, Autor und Kurator der Ausstellung.

So ist ab dem 5. August nur für eine einzige Woche eine ganz rare Urkunde zu sehen, in der Karl IV. "allen Juden Schutz gewährt, die sich zur Hochzeit des Prager Juden Lazar am 5.8.1351 einstellen" – also zu einem Ereignis, das auf den Tag genau vor 665 Jahren stattgefunden hat.

Zur Ausstellung ist auch aktuell die Publikation "Der lange Schatten des Kaisers Karl IV." von Jiří Fajt erschienen, welche die mitteleuropäische Kunst unter der Herrschaft der Luxemburger weiter ausholend in den Nordostgebieten des Heiligen römischen Reichs fokussiert. Zu Ausstellungsbeginn wurde ein Führer herausgegeben, der in Kürze noch von einem umfassenden Katalog ergänzt wird.

Ab September wird in der Wallenstein-Reitschule auch der Vortragszyklus von führenden ausländischen Fachleuten fortgesetzt - unter anderem von der Universität Straßburg oder dem Londoner Birkbeck College.

In Nürnberg wird die deutsche Neuauflage der Ausstellung am 20. Oktober eröffnet und dauert bis zum 5. März 2017. (nk)

Bildnachweis:
Ngprague.cz
Themen: Kaiser Karl IV., Nationalgalerie Prag, Ausstellungen, Lokales, Prag
Tschechien OnlineTschechien Online | Rubrik: Wirtschaft, Unternehmen | 6. August 2016, 17:32 Uhr

Prag - Ebenso wie die vielfältigen Beziehungen zwischen Tschechien und Deutschland immer enger werden und die Verflechtungen auf unternehmerischer Ebene, aber auch im privaten Bereich dichter zunehmen, entstehen mitunter Konflikte und Problemstellungen, die das Hinzuziehen von Privatdetektiven erfordern.  

Eine große Vertrauensbasis zwischen der tschechischen Seite und deutschen Detektiven ist dabei Voraussetzung für erfolgreiche Ermittlungen, denn anders ließe sich Detektivarbeit im Ausland gar nicht bewerkstelligen. Internationale Detekteien genießen das Vertrauen der Menschen vor Ort und das kommt nicht von ungefähr. Diese Detekteien verfügen nicht nur im Heimatland Deutschland über viel Einfühlungsvermögen und Kernkompetenz, sondern auch in Tschechien.

Wer aber sind die Auftraggeber und was bewegt sie dazu, eine Detektei einzuschalten? Wo immer es bilaterale Beziehungen zwischen zwei Ländern gibt, sind Konflikte geschäftlicher wie privater Natur quasi unausweichlich. Zwar sind die Beziehungen zwischen beiden Ländern in historischen Perspektive derzeit hervorragend. Doch im konkreten Einzelfall kann es Unstimmigkeiten geben, die sich als schwer lösbar herausstellen - und genau dann kann mitunter eine international anerkannte Detektei zum Einsatz kommen. Denn es macht einen großen Unterschied, ob eine erfahrene Detektei im Ausland am Werk ist oder ob man sich selbst auf ein Abenteuer begeben möchte.

Der Laie tut sich schwer vor Ort

Von Nachforschungen auf eigene Faust ist in der Regel  abzuraten, denn ohne tschechische Sprachkenntnisse und ohne Kenntnisse der Gesetzeslage vor Ort kann der Laie sich mehr als schwer tun. Wer in Tschechien etwas zu klären hat, der sollte das besser von einer renommierten Detektei erledigen lassen, als sich auf ein Abenteuer mit vielen Fettnäpfchen und einem ungewissem Ausgang zu begeben. Die vermeintlich preiswerte, private Recherche wird nämlich im Endeffekt teurer als der gezielte Einsatz von geschulten Detektiven. Was immer es in Tschechien im unternehmerischen und auch im privaten Bereich zu klären gibt, Detektive sind die Ansprechpartner der ersten Wahl.

Ob es um die Überprüfung der Solvenz eines potenziellen Geschäftspartners geht oder um den Verdacht der Erschleichung von Alimenten. Eine Detektei Frankfurt zum Beispiel agiert gezielt und umfassend direkt vor Ort in Tschechien. Die Herausforderungen sind im bilateralen Bereich natürlich viel komplexer als bei rein nationalen Belangen. Es gilt, die Gesetze beider Ländern einzuhalten und dem Kunden trotzdem verwertbare Resultate detektivischer Arbeit abzuliefern. Die Detektive selbst sehen ihre Arbeit in Tschechien übrigens niemals als Abenteuer. Ihnen obliegt absolute Sachlichkeit, ganz gleich, in welchem Land sie denn nun tätig sind. Das Bonmot von der sprichwörtlich detektivischen Kleinarbeit trifft auch in diesem Fall oft genug zu und Aufgabe des Detektivs ist es, die Steinchen des Mosaiks zusammenzufügen.

Detektivische Kernkompetenz

Es ist sehr schwer, sich in einem anderen Land die Kernkompetenz in irgendeinem Bereich anzueignen. Um wie viel anerkennenswerter ist die sicher oft mühevolle Arbeit deutsch-tschechischer Detektive. Viel Fingerspitzengefühl ist da gefragt, wo es um monetäre Belange aller Art geht. Da hat ein Lieferant sein Geld nicht bekommen oder man weiß nicht, ob der neue Geschäftspartner in Tschechien wirklich so viel Kapital zur Verfügung hat, wie er behauptet. Eine Frau sucht Verwandte oder ein Ex-Ehemann vermutet falsche Angaben bei Unterhaltsforderungen. Firmen aller Art sind wohl die häufigsten Auftraggeber renommierter Detektive in Tschechien. Unternehmen haben im internationalen Geschäft vielfältige Aufgabenbereiche zu bewältigen. Auch hier steht der Detektiv mit all seiner Erfahrung in Kenntnis der Lage vor Ort zur Seite, damit der Kunde zu seinem Recht kommt. (dap)

Bildnachweis:
Wikimedia Commons / Autor: Rudolphs no uno - Kavčí Hory Office Park in Prag-Pankrác
prag aktuellprag aktuell | Rubrik: Kriminalität | 4. August 2016, 09:01 Uhr
Zöllner beschlagnahmen gefälschte Markenturnschuhe im Marktwert von 75 Millionen Kronen

Prag - Beamte des tschechischen Zolls haben unlängst bei einer Razzia auf dem Asia-Großmarkt Sapa im Stadtteil Libuš fast 15.000 Paar gefälschte Turnschuhe der Marke Adidas sichergestellt. Das teilte die Zollbehörde heute mit.

Nach Angaben einer Sprecherin des Prager Zolls wären dem Markeninhaber im Falle, dass die Schuhe verkauft worden wären, ein Schaden von mehr als 75 Millionen Kronen entstanden.

"Die Zöllner haben zunächst einige Verkaufsstellen von Großhändlern kontolliert, wobei festgestellt wurde, dass hier gefälschte Markensportschuhe verkauft wurden. Bei den weiteren anschließenden Ermittlungen wurden zwei große Lager entdeckt, die fast bis an die Decke mit Pappkartons voll illegaler Schuhe vollgestopft waren", so die Zollsprecherin Ivana Kurková (Foto).

An der Razzia auf dem dem Sapa-Markt waren neben Zollbeamten aus Prag auch Zöllner aus anderen Regionen Tschechien beteiligt. Der Zoll ermittle in dem Fall weiter, die Schuhe landeten vorerst in einem Lager der Zollbehörde. (nk)

Bildnachweis:
Celní správa ČR - Kartons mit gefälschten Adidas-Turnschuhen im Großlager auf dem Sapa-Markt
Themen: Sapa-Markt, Asia-Märkte, Produktfälschungen, Einkaufen, Lokales, Prag
prag aktuellprag aktuell | Rubrik: Gastronomie | 2. August 2016, 13:28 Uhr
Zehn Prozent Trinkgeld gelten in Tschechien als üblich - doch die meisten geben weniger

Prag - Fast alle Tschechen sind heute bereit, einen guten Service mit Trinkgeld zu belohnen. Trinkgeld, im Tschechischen "spropitné" oder umgangssprachlich "dýško" genannt, geben sie dabei vor allem für Dienstleistungen in der Gastronomie, beim Frisör oder auch beispielsweise beim Automechaniker.

Allerdings: Die als üblich erachteteten zehn Prozent des Gesamtpreises gibt wohl nur eine Minderheit. Das ist unter anderem das Ergebnis einer Umfrage,  die das Meinungsforschungsinstitut Ipsos für das Bankhaus Česká spořitelna zu den Gewohnheiten der Tschechen in Sachen Trinkgeld und Spendenbereitschaft durchgeführt hat.

Demnach gaben von den insgesamt 525 der befragten erwachsenen Tschechen 92 % an, für Dienstleistungen regelmäßig auch Trinkgeld zu zahlen. Nur 2 % gaben an, Trinkgeld nie zu geben.

Bei der Umfrage wurde auch danach gefragt, wie viele Kronen bei einem bestimmten Betrag gegeben werden würden: Bei einer Rechnung über 158 Kronen würden die meisten der Befragten nur auf 160 Kronen aufrunden (54 %), deutlich weniger würden zehn Prozent des Rechnungsbetrages hinzurechnen (38 %), vor allem vor allem Männer und Befragte mit Hochschulabschluss.

Regional zeigten sich dabei am großzügigsten Bewohner aus den Regionen Karlsbad und Hochland, am wenigsten spendabel dagegen die Bewohner der nordböhmischen Region Liberec.

Die Höhe des Trinkgelds wird nach Angaben der überwiegenden Mehrheit der Respondenten hauptsächlich von der Qualität und dem Verhalten des bedienenden Personals beeinflusst (86 %). Nur eine kleine Minderheit lässt sich vom attraktiven Ambiente des Restaurants (5 %) oder der Höhe des Trinkgelds der anderen Gäste beeinflussen (1 %). Die Tschechen halten das Trinkgeld dabei generell für eine individuelle Angelegenheit und für unabhängig von dem Verhalten anderer Kunden. (nk)

Themen: Trinkgeld
Tschechien OnlineTschechien Online | Rubrik: Panorama, Kriminalität | 28. Juli 2016, 18:14 Uhr
Blonder Autofahrer aus dem Erzgebirgskreis wurde bei der Sexattacke in den Finger gebissen

Karlovy Vary/Prag - Die tschechische Kriminalpolizei fahndet nach einem bislang unbekannten Täter, der am Freitag vergangener Woche am frühen Abend auf der Landstraße zwischen Ryžovna und Hřebečná im tschechischen Erzgebirge versucht hat, eine Radfahrerin mit Gewalt in einen Wald zu zerren und zu vergewaltigen.

Die Frau wehrte sich jedoch und biss den Täter in den Finger. Da die Radfahrerin vermutete, dass der Angreifer ein Deutscher war, schrie sie ihn auf Deutsch an. Der Täter ließ daraufhin von ihr ab und versuchte sie in deutscher Sprache davon zu überzeugen, den Vorfall nicht anzuzeigen. Der Täter flüchtete schließlich in seinem Fahrzeug, vermutlich in Richtung Ryžovna.

Wie eine Sprecherin der Polizeidirektion Karlovy Vary heute mitteilt, war der Täter mit einem dunklen Pkw, möglicherweise einem Peugeot, mit amtlichen Kennzeichen aus dem Erzgebirgskreis (ANA) unterwegs.

Nach Aussage der überfallenen Radfahrerin soll der Angreifer zwischen 25 und 30 Jahre alt und dabei etwa 175 cm groß und von robuster Statur sein (Phantombild). Die Hautfarbe des Gesuchten war weiß, der Angreifer habe offenbar fließend Deutsch gesprochen.

"Der Mann hatte gelbblonde Haare, wahrscheinlich gefärbt, zu einem Igelschnitt geschnitten und nach hinten gekämmt, an den Seiten ausrasiert", so die Polizeisprecherin. Im linken Ohr trug der Mann einen fünf bis zehn Zentimeter langen Ohrring. (nk)

Bildnachweis:
Policie České republiky - Phantombild des geflüchteten Täters
Themen: Vergewaltigungen, Grenzregion
Tschechien OnlineTschechien Online | Rubrik: Reise, Nachtleben | 26. Juli 2016, 18:41 Uhr
Absinth: Renaissance nach Sonnenuntergang

Prag - Wegen seiner zahlreichen Sandsteintürme, die im Sonnenlicht in verschiedenen Goldtönen schimmern, wird Prag oft als die "Goldene Stadt" bezeichnet. Doch nicht nur wegen dieses herrlichen Anblicks lohnt sich ein Besuch der Hauptstadt Tschechiens.

Denn neben zahlreichen beeindruckenden Bauwerken und der unvergleichlich schönen Altstadt, die zum UNESCO-Weltkulturerbe zählt, bietet Prag auch eine - besonders bei jungen Leuten beliebte – aufregende Kneipenkultur. Man sollte sich während seines Aufenthalts unbedingt Zeit nehmen, dieses einzigartige Nachtleben zu genießen.

Wer das tut, wird nicht nur eine Biervielfalt kennen lernen, die keine Wünsche offen lässt. Er wird auch an einem anderen Getränk nicht vorbeikommen: Dem Absinth.

Was ist Absinth eigentlich?

Um die "grüne Fee", wie diese Spirituose wegen ihrer Farbe auch genannt wird, ranken sich viele Geschichten. Oft wird ihr eine stark berauschende, halluzinogene Wirkung zugeschrieben, die den Effekt gewöhnlicher Alkoholika bei weitem übersteigt. Weit verbreitet ist – oder zumindest war – auch die Annahme, das Absinth wegen des Thujon-Gehalts abhängig macht. Diese Darstellungen können jedoch getrost ins Reich der Fabeln verbannt werden.

Denn diese negativen Begleiterscheinungen des Absinth-Genusses wurden vor allem im 18. und 19. Jahrhundert festgestellt und sind wohl vor allem auf die damals verwendeten, qualitativ schlechten Inhaltstoffe zurückzuführen. In modernen Untersuchungen konnten keine besonders gesundheitsschädlichen Folgen des Konsums nachgewiesen werden – das gilt natürlich wie bei anderen Alkoholika nur dann, wenn man es nicht übertreibt.

Hergestellt wird Absinth aus Wermut, von dem sich auch der Name ableitet, Anis und Fenchel. Zusätzlich werden verschiedene andere Kräuter wie Angelika beigemischt. Das in den Zutaten enthaltene Chlorophyll verleiht dem Getränk, das einen Alkoholgehalt zwischen 45 und 85 Prozent aufweist, seine typische grüne Farbe.

Kleine Geschichte des Absinths

Ursprünglich wurde er im 18. Jahrhundert in der Schweiz als Heilelixier hergestellt. 1797 erwarb ein Major der französischen Armee die Rezeptur und gründete, gemeinsam mit seinem Schwiegersohn Henri-Louis Pernod, eine Abstinth-Distillerie. Firmensitz war zunächst das schweizerische Couvet, später wurde die Produktion nach Frankreich verlegt.

Während der französischen Besatzung Algeriens wurde der Absinth in Feldlazaretten zur Bekämpfung von Epidemien eingesetzt. Soldaten, die in ihre Heimat zurückkehrten, sorgten für eine schnell wachsende Popularität der Spirituose.

In deren Hochzeiten waren auch viele Künstler dafür bekannt, oft und gerne Absinth zu trinken. Zu diesen zählen Oscar Wilde oder Ernest Hemingway, aber auch der tschechische Maler Viktor Oliva. Dieser hat mit seinem berühmtesten Werk die Begegnung eines Absinthtrinkers mit der grünen Fee festgehalten. Das Gemälde hängt heute in Prag im Café Slavia (Foto).

Schnell war das Getränk in ganz Europa etabliert und beliebt. Jedoch häuften sich Berichte über seine extrem gesundheitsschädliche Wirkung, so dass die Spirituose im Jahr 1915 verboten wurde. Dieses Verbot trägt sicherlich dazu bei, dass sich viele Mythen bis heute gehalten haben.

1998 wurde Absinth in den meisten europäischen Ländern wieder erlaubt, 2005 zog die Schweiz, 2011 schließlich Frankreich nach, so dass das Getränk sich heute flächendeckend wieder großer Beliebtheit erfreut.

Absinth trinken – die tschechische Methode

Wer in Prag ein Rendezvous mit der grünen Fee erleben will, wird sich dabei auch an ein festes Ritual halten.

Zunächst füllt man Absinth in ein spezielles Glas, auf dessen Rand dann ein Absinthlöffel mit zwei Stückchen Zucker gelegt wird. Der Zucker wird angezündet, und wenn er karamellisiert und die Flamme erloschen ist, der Spirituose beigemischt. Anschließend wird der Schnaps mit Eiswasser verdünnt und getrunken.

Dieses besondere Urlaubsfeeling kann man sich auch leicht nach Hause holen. Eine große Auswahl an Absinth findet man beispielsweise bei Banneke.com.

Beim Trinken auf die tschechische Art muss man jedoch darauf achten, dass man dickwandige Gläser benutzt, damit diese der Hitze standhalten. Dann steht einem Stückchen Prag im eigenen Wohnzimmer nichts mehr im Wege. (dap)

Themen: Absinth
Tschechien OnlineTschechien Online | Rubrik: Wirtschaft | 8. Juli 2016, 15:07 Uhr
Staatspräsident Zeman unterzeichnet entsprechende Gesetzesvorlage

Prag - Hypermärkte, Supermärkte und große Einzelhandelsgeschäfte werden in Tschechien künftig an sieben gesetzlichen Feiertagen im Jahr geschlossen bleiben.  

Ein entsprechendes Gesetz unterzeichnete am Donnerstag der tschechische Staatspräsident Miloš Zeman. Das teilte der Sprecher des Präsidenten Jiří Ovčáček mit. Die neue gesetzliche Regelung wird voraussichtlich erstmals am diesjährigen Nationalfeiertag (28. Oktober) greifen. 

Die Läden werden neben dem genannten 28. Oktober zudem am 1. Januar, Ostermontag, 8. Mai, 28. September sowie an den beiden Weihnachtstagen (25. und 26. Dezember) geschlossen bleiben. Am Heiligabend (24. Dezember) dürfen die Läden nur noch bis 12.00 Uhr mittags öffnen.

Die gesetzlichen Beschränkungen betreffen dabei jedoch nur größere Geschäfte mit einer Verkaufsfläche von mehr als 200 Quadratmetern.

Nicht betroffen sind dagegen Apotheken, Tankstellen, Geschäfte an Flughäfen und Bahnhöfen sowie in Krankenhäusern.

Geschlossen bleiben müssen jedoch unabhängig von ihrer Größe auch Pfandleihen, Ankaufstellen für Altmetall und Wertstoffe sowie Gebrauchtwarenläden (bazar).

Anders als in Deutschland gibt es in Tschechien kein Ladenschlussgesetz mit einem klar definierten Zeitrahmen für die Öffnungszeiten. Viele Geschäfte haben daher auch zu (aus deutscher Sicht) ungewöhnlichen Zeiten geöffnet.

Eine Praxis, die zwar als kundenfreundlich angesehen werden kann, andererseits aber insbesondere Gewerkschaftern mit Blick auf die Familien der Angestellten seit Jahren ein Dorn im Auge war. (nk)

Themen: Einkaufen, Öffnungszeiten, Feiertage Tschechien
Tschechien OnlineTschechien Online | Rubrik: Auto-Moto, Transport | 6. Juli 2016, 14:18 Uhr

Prag - Die Tschechische Republik ist ein wunderschönes Land mit Tausenden von beeindruckenden und atemberaubenden Orten. Sie ist ein perfektes Reiseziel für die Ferien. Alte und rustikale Gebäude, Schlösser und großartige Landschaften mit Bergen und Wäldern… Die Tschechische Republik ist ein perfektes Land für einen Besuch mit dem Auto. Für alle, die einen Ferienausflug mit dem Auto in die Tschechische Republik planen, hier ein nützlicher Leitfaden über die wichtigsten Verkehrsregeln in diesem Land.

Wichtige Papiere

Wer durch die Tschechische Republik fährt, sollte die folgenden Dokumente unbedingt bei sich haben:

  • Kompletter, gültiger Führerschein
  • Versicherungsnachweis  (Drittpersonen oder höher)
  • Identitätsnachweis (Reisepass)
  • Eigentumsnachweis (V5C Zertifikat)

Obligatorische Ausstattung

Wer in Tschechien mit dem Pkw unterwegs ist, sollte beachten, dass es gesetzlich vorgeschrieben ist, folgende Gegenstände mit sich zu führen. Teure Bußgelder können verhängt werden, wenn bestimmte Gegenstände nicht mitgeführt werden:

  • Scheinwerferreflektoren (abhängig vom Wagentyp müssen entweder reflektierende Aufkleber oder manuell eingestellte Reflektoren verwendet werden)
  • Warnweste für den Fahrer. Dennoch wird generell empfohlen, eine Warnweste für jeden Beifahrer mit sich zu führen.
  • Ein Erste-Hilfe-Koffer ist für alle Kraftfahrzeuge obligatorisch.
  • Warndreieck (alle Kraftfahrzeuge, die in der Tschechischen Republik unterwegs sind, müssen unabhängig des Registrierungslandes ein Warndreieck mit sich führen)
  • Motorradfahrer (Sicherheitshelme sind verpflichtend für Fahrer und Beifahrer von Mopeds und Motorrädern)

Straßenregeln

  • Rechts fahren, links überholen.
  • Überholvorschriften entsprechen dem internationalen Gebrauch, andere Verkehrsteilnehmer müssen vorgewarnt werden und es muss große Vorsicht bewahrt werden.
  • Auf freien Kreuzungen, die nicht mit einem Vorfahrtsstraßenschild ausgezeichnet sind, muss die Vorfahrt den von rechts kommenden Fahrzeugen gewährleistet werden.
  • Fahrer können die Kreuzung nur befahren, wenn die Ausfahrt der Kreuzung frei ist.
  • Fahrer von Privatwagen müssen die Geschwindigkeit verlangsamen und, falls nötig, anhalten, damit Busse am Ende der Busspur in den Normalverkehr wechseln können.
  • Akustische Warngeräte (Hupen) dürfen nur eingesetzt werden, um andere Verkehrsteilnehmer in Gefahrensituationen zu warnen oder ihnen einen Überholversuch anzukündigen. Warnungen können auch mit den Warnblinklichtern angezeigt werden.
  • Der Einsatz der Hupe ist im Zentrum Prags vom 15. März bis zum 15. Oktober zwischen 21 Uhr und 5 Uhr und vom 15. Oktober bis zum 15. März zwischen 20 Uhr und 6 Uhr nicht gestattet. 

Sicherheitsgurte

  • Der Fahrer sowie die Beifahrer vorne und hinten müssen Sicherheitsgurte anlagen, wenn vorhanden.

Auf Reisen mit Kindern

Kinder, die kleiner als 150 cm sind und in der Tschechischen Republik oder im Ausland registrierten Fahrzeugen fahren, müssen Kinderrückhalteeinrichtungen nutzen – sowie vorne als auch hinten im Auto. Kinderrückhalteeinrichtungen müssen dem ECE Standard 44/03 oder 44/04 entsprechen. Wird das Kind auf dem Vordersitz transportiert, muss der Airbag deaktiviert sein.

Geschwindigkeitsbegrenzungen

Innerhalb geschlossener Ortschaften

50 km/h (80 km/h auf Schnellstraßen). Die Straßenschilder geben möglicherweise eine andere Geschwindigkeitsbegrenzung vor.

Außerhalb geschlossener Ortschaften

Motorräder

Auf Autobahnen                     130 km/h

Auf anderen Straßen                 90 km/h

Privatwagen

 Auf Autobahnen                   130 km/h

 Auf anderen Straßen            90 km/h

Autos mit Wohnwagen oder Anhänger         80 km/h

Parkvorschriften

  • Fahrzeuge können lediglich auf der rechten Straßenseite geparkt werden, parallel zum Bordstein. In Einbahnstraßen ist das Parken auf der linken Seite ebenfalls gestattet.
  • Anhalten und Parken ist an allen Orten verboten, an denen geringe Sichtbarkeit herrscht oder wo das Fahrzeug ein Hindernis darstellen könnte. Insbesondere auf einer Brücke, bis zu 5 m von einer Kreuzung entfernt, einem Fußgängerüberweg,  einer Bus- oder U-Bahn-Haltestelle.
  • Durchgezogene gelbe Linien entlang der Fahrbahn weisen auf Parkverbote hin; gestrichelte gelbe Linien auf Restriktionen.
  • Ein unbeaufsichtigtes Fahrzeug, das nicht vom Straßenlicht beleuchtet wird, sollte ein Parklicht aufweisen. Dieses muss von vorne und hinten sichtbar sein. Das Licht muss sich in bis zu 40 cm Reichweite  vom Auto befinden.

Fahren unter Alkohol- oder Drogeneinfluss

Es ist verboten Alkohol vor dem Fahren zu konsumieren. Ein Alkoholanteil im Blut ist nicht gestattet. Diese Regel gilt auch für Reiter mit Pferd und Fahrradfahrer.

Der Fahrer muss eventuell einen Alkoholtest durchführen und je nach Testergebnis eine Blutprobe abliefern. Die Polizei kann Fahrer auch auf Drogen testen. Hier wird beginnend ein Speicheltest (Drugwipe) durchgeführt

Bildnachweis:
Tirendo.de
prag aktuellprag aktuell | Rubrik: Reise, Auto-Moto, Transport | 30. Juni 2016, 19:58 Uhr
Verkehrsbetriebe informieren über Einstellung des U-Bahnbetriebs vom 2. bis 10. Juli

Prag - Mit Beginn der Sommerferien, wenn die Tschechen fluchtartig die Metropole Richtung Kroatien verlassen, beginnen in der tschechischen Hauptstadt traditionell umfangreichere Modernisierungsarbeiten an maroden Straßenbahntrassen und der Prager U-Bahn, so auch in diesem Jahr.

Wie die Prager Verkehrsbetriebe (DPP) mitteilen, wird aufgrund der Reparatur der Strecke ab Samstag, den 2. Juli 2016 (ab Betriebsbeginn) bis Sonntag, den 10. Juli 2016 (bis Betriebsende) in beiden Richtungen der U-Bahnbetrieb auf der Linie C zwischen den Stationen Pankrác – Roztyly eingestellt.

"Im Abschnitt Roztyly – Háje wird der U-Bahnbetrieb pendelnd sichergestellt (auf jedem Gleis fährt nur ein Zug in Richtung hin und zurück). Zwischen den Stationen Pražského povstání und Pankrác wird der U-Bahnbetrieb nur auf einem Gleis durch einen gesonderten Zug sichergestellt", heißt es auf den Webseiten der Verkehrsbetriebe.

Als Ersatz für die ausfallende U-Bahn werden Ersatzbuslinien eingerichtet und bei einigen Buslinien Streckenänderungen vorgenommen. (nk)

Themen: Prager Metro, Prager Verkehrsbetriebe (DPP)
prag aktuellprag aktuell | Rubrik: Reise, Auto-Moto, Transport | 30. Juni 2016, 18:13 Uhr
Erhöhte Unfallgefahr auf Autobahnen, Prager Verkehrsbetriebe schalten um auf Ferienmodus

Prag - Am heutigen 30. Juni ist in ganz Tschechien der letzte Schultag und die Schüler und Schülerinnen erhalten ihre Jahreszeugnisse.

Mögen viele dem Tag der Zeugnisvergabe mit gemischten Gefühlen entgegensehen - auf den Tag nach diesem Tag freuen sich ohne Frage Hunderttausende: Am 1. Juli beginnen landesweit die großen Ferien. Zwei Monate lang am Stück schulfrei - ihre Altersgenossen in Deutschland können davon nur träumen.

Urlauber und Autofahrer sollten zu Ferienbeginn und vor dem Schulbeginn am 1. September 2016 auf Autobahnen und Schnellstraßen sowie in den größeren Städten in Tschechien mit deutlich stärkerem Verkehr und erhöhter Unfall- und Staugefahr rechnen.

Die Polizei empfiehlt, diese Termine für längere Autofahrten oder Transittouren zu meiden.

Der Beginn der Sommerferien bringt traditionell auch Änderungen im öffentlichen Nahverkehr in Prag mit sich, da dieser auf Ferienbetrieb umgestellt wird. Dadurch verlängern sich spürbar die Intervalle von Bussen, Straßenbahnen und Metro.

An vielen Stellen werden in dieser Zeit auch sanierungsbedürftige Straßenbahntrassen repariert, so dass es zu etlichen Umleitungen kommt. (nk)

Themen: Schulferien, Schule, Prager Verkehrsbetriebe (DPP)
Rubrik: Panorama, Gesellschaft | 30. Juni 2016, 09:50 Uhr

Prag - Der Deutsch-Tschechische Zukunftsfonds (DTZF) hat am Mittwoch auf seiner turnusmäßigen Sitzung in Prag Fördergelder in Höhe von 790 Tausend Euro bewilligt. Damit werden 159 neue grenzüberschreitende Projekte unterstützt, die jeweils von einem tschechischen und einem deutschen Partner gemeinsam umgesetzt werden.

Erneut beziehen sich viele der bewilligten Vorhaben auf das „Thema des Jahres“, das der DTZF für 2016 ausgerufen hat: Aktives Bürgersein vor neuen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts. „Es freut uns, dass sich Akteure auf beiden Seiten davon inspirieren lassen haben“, sagt Petra Ernstberger, die Vorsitzende des Verwaltungsrates. „Die Vielzahl der Vorhaben zu diesem Thema zeugt von einer lebendigen Zivilgesellschaft auf beiden Seiten der Grenze, die nach eigenen deutsch-tschechischen Wegen und Lösungsansätzen für aktuelle Themen wie Flucht und Migration sucht“, so Ernstberger.

In mehreren Projekten setzen sich zudem deutsche und tschechische Jugendliche über gemeinsame kulturelle Aktivitäten mit sensiblen Themen der deutsch-tschechischen Vergangenheit auseinander. „Viele wertvolle Impulse für den Umgang mit schmerzvollen Kapiteln aus der Geschichte sind in Tschechien aus dem Kulturbereich gekommen“, sagt Kristina Larischová, die Vize-Vorsitzende des Verwaltungsrates.

 

Auswahl aktuell bewilligter Projekte:

Hör zu, nimm wahr, um zu verstehen

Das Magdeburger Albert-Einstein Gymnasium und das František-Martin-Pelcl- Gymnasium aus Rychnov nad Kněžnou haben das „Thema des Jahres“ als Anregung für ein gemeinsames Projekt verstanden: In zwei einwöchigen Begegnungen setzen sie sich gemeinsam mit den Themen Migration und Integration auseinander. Sie nehmen Kontakt zu den vor Ort lebenden Migranten auf und befragen sie nach Migrationsgründen und Integrationsschwierigkeiten. Im Rahmen der Recherchen besuchen die Schüler auch gemeinsam die Flüchtlingseinrichtung in Kostelec nad Orlicí. In dem Projekt geht es aber nicht nur um Menschen, die derzeit nach Europa fliehen, sondern auch um bereits länger in Tschechien und Deutschland lebende Migranten (z. B. vietnamesische oder türkische Familien).

“Bleibendes” Ergebnis des Projekts soll eine zweisprachige Präsentation sein, die auch andere Schulen zu einer differenzierten Sicht auf das Thema Flucht und Migration motivieren soll. 

Die Unterstützung des Zukunftsfonds für dieses Projekt beträgt 92 000 CZK.

 

Geschichten der Flüchtlinge

Inspiriert vom „Thema des Jahres“ begegnen tschechische und deutsche Freiwillige gemeinsam Flüchtlingen und Asylsuchenden in Dresden und dokumentieren ihre Schicksale in Form von Video-Interviews, Foto-Ausstellungen und Animationsfilmen. Der antragstellende Verein „WeCan“, ein Zusammenschluss junger kreativer Filmemacher aus Tschechien, und sein deutscher Partner, das Umweltzentrum Dresden, wollen auf diese Weise den diffusen Ängsten von Tschechen und Deutschen konkrete Geschichten und Bilder von einzelnen Menschen entgegensetzen. Die dokumentierten Schicksale eignen sich auch gut für den Einsatz im Bildungsbereich und sprechen so ein breiteres Publikum an.  

Die Fördersumme des Zukunftsfonds für dieses Projekt beträgt 170 000 CZK.

 

Tschechisch-deutsches Swingorchester

Swingmusik im sakralen Raum einer Wallfahrtskirche im früheren Sudetengebiet, gespielt von einem deutsch-tschechischen Jugendorchester – das ist eine zukunftsweisende Verbindung von Vergangenheit mit Moderne.

Im Rahmen ihrer langjährigen Partnerschaft studieren Schüler der Musikschule Merzig-Wadern (Saarland) und der Künstlerischen Grundschule Žamberk (Ostböhmen) gemeinsam ein Swing-Repertoire ein, das dann auch in der Wallfahrtskirche von Neratov der Öffentlichkeit präsentiert wird. Ziel des Projektes ist es, durch das gemeinsame Musizieren Freundschaften zu schließen und zudem gemeinsam die Geschichte des deutsch-tschechischen Zusammenlebens in der Region zu reflektieren.

Der Zukunftsfonds stellt dem Vorhaben eine Fördersumme von 100 000 CZK zur Verfügung. 

 

Tomáš Radil: "Als Vierzehnjähriger allein in Auschwitz"

Es gibt nur wenige persönliche Zeugnisse von Jugendlichen, die Auschwitz überlebten. Kinder waren ebenso wie alte Menschen besonders schonungslos der Vernichtungsmaschinerie der Nationalsozialisten ausgesetzt. Umso wertvoller ist der Überlebensbericht von Tomáš Radil, der jetzt ins Deutsche übersetzt wird. 1930 als tschecholowakischer Jude in Bratislava geboren, wurde Radil als Vierzehnjähriger nach Auschwitz deportiert. Seine bereits auf Tschechisch erschienenen Erinnerungen reflektieren nicht nur das Leid im Konzentrationslager, sondern auch die Rückkehr des Überlebenden nach Kriegsende und ein von Traumatisierung geprägtes Weiterleben. Das Zeugnis von Tomáš Radil ist umso rarer, da es mit zeitlichem Abstand verfasst wurde und aus der Feder eines reflektierten Mannes stammt, der sich in seiner wissenschaftlichen Karriere intensiv mit  Trauma-Forschung auseinandersetzte.

Der Zukunftsfonds fördert das Projekt mit einer Summe von 8 500 Euro.

 

18. Tschechisch-Deutsche Kulturtage in Dresden, Ústí nad Labem und der Euroregion Elbe/Labe

Die Tschechisch-Deutschen Kulturtage in der Euroregion Elbe/Labe haben in den letzten 18 Jahren einen großen Beitrag zur Entwicklung eines grenzübergreifenden kulturellen Dialogs geleistet. Dank des Festivals sind zahlreiche längerfristige Kooperationen zwischen sächsischen und tschechischen Kulturinstitutionen entstanden. Die hohe Resonanz von rund 10.000 Besuchern pro Jahr zeigt, dass sich die Kulturtage einen festen Platz im kulturellen Leben der Euroregion erobert und zu einer erheblich intensiveren Wahrnehmung tschechischer Kultur in Deutschland und deutscher Kultur in Tschechien beigetragen haben. Mit seiner Förderung möchte der Zukunftsfonds dieses bemerkenswerte Projekt weiterhin unterstützen und dazu beitragen, dass dessen ungesicherte finanzielle Situation nicht zu einer Beeinträchtigung seiner Qualität führt.

Der Zukunftsfonds bezuschusst das Vorhaben mit 40 000 Euro.

 

Spurensuche - Filmreihe zur Vergangenheit und Gegenwart mit deutsch-tschechisch-polnischer Jugendbegegnung

Das FilmFestival Cottbus hat sich seit seiner Gründung 1990 zu einem der wichtigsten Filmfestivals osteuropäischer Filme in Deutschland etabliert. Für den diesjährigen Jahrgang ist eine besondere Filmreihe unter dem Titel „Spurensuche“ geplant, die die Auseinandersetzung vor allem jüngerer tschechischer und polnischer Filmemacher mit der deutschen Vergangenheit bestimmter Regionen illustriert und zur Diskussion stellt. Tschechische, polnische und deutsche Schüler aus der Grenzregion diskutieren im Rahmen des Festivals historische Themen wie Zwangsaussiedlung, Heimatverlust und Neubeginn - auch im Kontext der aktuellen Flüchtlingsdebatten.

Der Zukunftsfonds unterstützt das Projekt mit 5 400 Euro.

 

Tandem-Camp für Sehbehinderte

Fast 80 Prozent der Sehbehinderten in Tschechien wie in Deutschland sind arbeitslos. Freizeitaktivitäten helfen ihnen, die Lebensqualität zu verbessern. Das einwöchige Tandem-Camp, bei dem jeweils ein sehender Pilot gemeinsam mit einem sehbehinderten Beifahrer per Rad die Umgebung erkundet, findet zum zweiten Mal statt und war im letzten Jahr ein großer Erfolg. Es ermöglicht den Teilnehmern nicht nur eine aktive sportliche Beteiligung, sondern darüber hinaus den Austausch mit einem ähnlich benachteiligten Menschen aus einer anderen Gesellschaft. In den gemeinsamen Workshops teilen die Sehbehinderten ihre Erfahrungen zu Themen wie Schule, Arbeit und Sozialsphäre.

Die Fördersumme des Zukunftsfonds für dieses Projekt beträgt 100 000 CZK.

 

Vom Leben unserer Landsleute in der alten Heimat ODRAU – Kuhländchen

Die geplante Dauerausstellung in dem unlängst eingerichteten Museum der deutsch-tschechischen Verständigung in Odry (Odrau) möchte die komplexe Geschichte der deutschen Besiedlung und der deutsch-tschechischen Beziehungen im Kuhländchen dokumentieren, einschließlich der Vertreibung. Die Antragsteller haben hierfür in jahrzehntelanger ehrenamtlicher Arbeit eine große Zahl an zeitgenössischen Materialien und Zeugnissen ehemaliger Bewohner zusammengetragen.

Der Zukunftsfonds bezuschusst das Projekt mit einer Fördersumme von 131 000 CZK.