Petr Kabe¹: Tì¾ítka, ta tì¾ítka (Schwerpunkte, diese Schwerpunkte), Brno (Atlantis) 2002, 160 S., 160,- CZK
Der vierte und abschließende Band des dichterischen Werkes von Petr Kabe¹, vom Autor selbst ediert. Für Tì¾ítek wurde dem 1941 geborenen Dichter 1994 der Preis der Stiftung des Tschechischen Litarischen Fonds für Lyrik verliehen.
Im Vorwort zu den collagenhaften Aufzeichungen, Zitaten und Maximen schreibt der Autor: „Am liebsten würde ich den einzelnen Echos eine solche Freiheit lassen, dass der Benutzer nach eigenem Belieben seine Blutsverwandtschaften unter ihnen findet. Eine Art Patience (im übrigen kenne ich keine andere Art, Texte zu lesen) wäre durchaus in meinem Sinne.“
Josef Kainar: Bledej gentleman (Ein blasser Gentleman), Prag (Labyrint) 2002, 182 S., 189,- CZK
„Inspiration kann auf die unterschiedlichste Art zu den Menschen gelangen. Josef Kainar erreichte sie durch das, was er in seiner Umgebung hörte und was er auch als Gitarrist und Geiger seit Mitte der dreißiger Jahre selbst spielte“, schreibt Lubomír Dorù¾ka im Vorwort zu der Auswahl an Jazzschlagern, eigenen Liedtexten und Gedichten des Multitalents Josef Kainar (1917-1971).
Der Musiker trat auch als Schriftsteller und Kinderbuchautor, Dramatiker, Texter und bildender Künstler in Erscheinung. Der sorgfältig edierte, auffallende Band ist illustriert mit Fotografien von Petr ®upník. Eine erfreuliche Publikation, die umso mehr Respekt abverlangt, wenn man weiß, dass Verleger Joachim Dvoøák seine gesamte Produktion durch das Hochwasser im August verlor. So ist der Kainar-Band eine Art Wasserphönix - Hut ab!
Vítezslav Hou¹ka: Vzpominky reakcionáøe a kverulanta (Erinnerungen eines Reaktionärs und Querulanten). Prag (Academia) 2002, 238 S., ohne Preisangabe
Der nichtalltägliche siebenundsiebzigjährige Journalist, Übersetzer und Karikaturist schildert die Jahre 1935-1968.
Er erzählt von den Säuberungen unter den Studenten im Januar 1949 und beschreibt Begegnungen mit Menschen. Seine Erinnerungen gelten vielen Persönlichkeiten aus dem tschechischen Kulturleben, der Wissenschaft, der Politik und des Sports - darunter der Dichter Ivan Divi¹, die Schauspielerin Olga Scheinpflugová und der Spitzensportler Emil Zatopek.
Køes»anství a lidská práva (Christentum und Menschenrechte). Hg. von Jiøí Hanu¹, Brno und Prag (Vy¹ehrad) 2002, 168 S., 198,-CZK
Die Textauswahl von Autoren aus dem In- und Ausland umreisst die Diskussion, die sich im Jahr 2000 im Brünner Zentrum für das Studium von Demokratie und Kultur aus der Frage „Sind Menschenrechte universell?“ entwickelte. Die Texte gehen schwerpunktmäßig von christlichen Standpunkten und Perspektiven aus.
Zdenìk Kalista: Cesty historikova my¹lení (Wege des Denkens der Historiker), Prag (Garamond) 2002, 288 S., ohne Preisangabe
Der Band mit dem Untertitel „Quellen zur modernen tschechischen Historiographie Bd.1“ enthält drei Texte eines der bedeutendsten tschechischen Historiker des vergangenen Jahrhunderts.
Der erste, „Wege eines Historikers“, erschien erstmals 1947; Kalista stellt darin Betrachtungen an, was eigentlich die Grundlage für den Blick des Historikers auf die Geschichte ist. Der zweite, „Geschichte der Geister“ stammt aus dem Nachlass des Autors und entstand 1949. Kalista skizziert darin die Grundlagen der Disziplin, die „den menschenlichen Geist zum Gegenstand hat“. Der letzte Text ist der Essay „Vorsehung in der Geschichte“.
Von Minne Bley