Gesundheitsreport: Krebserkankungen in Tschechien

Tschechen führend bei einigen Krebsleiden

Prag - Die Zahl neu erfasster Krebserkrankungen nimmt in Tschechien stetig zu. Bei Brustkrebs lag die Zahl im Vergleich zum Jahr 1970 mehr als doppelt so hoch. Die Zahl der tödlichen endenden Krebserkrankungen stagniert jedoch (jedes jahr sterben in Tschechien an bösartigen Krebsgeschwüren 27 000 Menschen).

Krebskranke können heute mehr denn je berechtigte Hoffnung auf vollständige Genesung haben. Voraussetzung ist freilich, dass der Krebs rechtzeitig entdeckt wird.

Optimismus haben die Tschechen dabei allerdings auch nötig – denn in einigen Aspekten belegen sie die vorderen Ränge in der europäischen Krebsrangliste. Das betrifft vor allem Dickdarmkrebs und Nierenkrebs. Die tschechischen Männer führen die Lungenkrebsstatistik an und die Frauen holen sie inzwischen ein. Für die Zunahme an Krebserkrankungen gibt es mehrere Ursachen.

"Bei Dickdarmgeschwulsten ist eine der Ursachen die traditionelle, sehr fette tschechische Küche, mit einem Mangel an Ballaststoffen", so der Vorsitzende der Tschechischen onkologischen Gesellschaft Prof. Dr. Pavel Klener.

Allerdings handelt es sich trotz der gestiegenen Zahlen nicht immer unbedingt um eine tatsächliche Zunahme der Krebserkrankungen.

"Wir registrieren zum Beispiel derzeit eine Zunahme von Prostatakrebs. Dass diese Zahlen steigen, kann aber auch darauf zurückzuführen sein, dass wir Prostatakrebs heute eindeutig und sehr früh diagnostizieren können. Früher war der Krankheitsverlauf oft verdeckt und der Patient starb aus einem anderen Grund und wurde dann in den Statistiken nicht erfasst", erklärt Prof. Klener.

"Die diagnostischen und therapäutischen Möglichkeiten haben sich in den vergangenen Jahren dramatisch verbessert. Der Patient muss aber rechtzeitig zur Untersuchung kommen. Die Menschen ignorieren oft die Warnsignale, wie etwa Stechen in der Brust oder Blut im Stuhl und kommen erst, wenn gesamtkörperliche Beschwerden auftreten, wie Gewichtabnahme oder andauernde Müdigkeit. Dann kann es jedoch schon zu spät sein", warnt Prof. Klener.

Quelle: Lidové noviny, 15.4.2003
Suche


Leben und arbeiten in Prag - Offene Stellen bei Accenture
Es geht
TOPlist