Gesundheitsreport: Impfverhalten der Tschechen

Tschechien ist eine Impfgroßmacht

Prag - Wenn Tschechien irgendwo zur Spitze gehört, dann ist es mit Sicherheit auch der prozentuale Anteil der Bevölkerung, der gegen Infektionskrankheiten geimpft ist. Von den in den Jahren 1992 bis 1997 geborenen Kindern wurden 98 % gegen Kinderlähmung, Tetanus und Keuchhusten geimpft und gegen Masern, Ohrspeicheldrüsenentzündung 95 %.

Dank der konsequenten Impfvorsorge gab es den letzten Fall von Kinderlähmung im Jahr 1961, der letzte Fall von Tetanus wurde im Jahr 1965 verzeichnet. Der Impfplan wurde zuletzt im Jahr 2001 ausgeweitet, als die Flächenimpfung gegen Gelbsucht des Typs B bei 12jährigen Kindern und bei Säuglingen gegen hämophile Ansteckungen eingeführt wurde.

Auch die Zahl der Menschen, die sich selbst und ihre eigenen Kinder auf eigene Kosten impfen lassen, nimmt zu. Das betrifft vor allem die kombinierte Immunisierung gegen Gelbsucht der Typen A und B, Hirnhautentzündung und Grippe.

"Die Kinderimpfung wird in Tschechien außerordentlich konsequent durchgeführt, vor allem weil praktisch jedes Kind seinen festen, registrierten Arzt hat. Obwohl diese Registrierung keine Pflicht ist, sind 99 % der Kinder bei einem Kinderarzt registriert. Das ist eine Zahl, um die uns die Welt beneiden kann. In anderen Ländern werden die Kinder beispielsweise oft in den Schulen geimpft, was aus mehreren Gründen nicht ideal ist", wie die Vorsitzende der Fachgesellschaft praktischer Kinderärzte Dr. Hana Cabrnochová meint.

Eine grundlegende Änderung des Impfplans in Tschechien ist in der nächsten Zeit nicht geplant. "In Europa beschreitet man zwar den Weg einer kombinierten Hexaimmunisierung, bei der gleichzeitig gegen sechs Krankheiten geimpft wird, in Tschechien ist damit aber derzeit nicht zu rechnen", so Cabrnová.

Quelle: Lidové noviny, 15.4.2003
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