Geweiteter Speckgürtel: die Hauptstadt fest umschlossen

Geweiteter Speckgürtel: die Hauptstadt fest umschlossen

  • Kutná Hora: Jesuitenkolleg und St. Jakob
  • Flüsschen Berounka bei Srbsko im Kreis Beroun
  • Burg Křivoklát am Morgen

Prag - Die Region Mittelböhmen, das ist aus Prager Perspektive zunächst schlicht das Prager Umland, der Speckgürtel um die tschechische Hauptstadt, der dort beginnt, wo die hässlichen Einkaufs- und Logistikzentren am Stadtrand weniger und dafür die Neubausiedlungen aus Einfamilienhäusern auf der grünen Wiese mehr werden.

Mittelböhmen ist seit Jahrzenten die Region, in die gestresste Hauptstädter spätestens am Wochenende auf ihre Datschen fliehen. Es ist die Region, in der junge Familien aus der Metropole heute ihr Eigenheim bauen und die vermögenden unter ihnen den im Volksmund "Unternehmerbarock" genannten Architekturstil begründeten. Der erfolgreiche Prager von heute - er wohnt in Mittelböhmen und verdient in der Hauptstadt.

Im Sommer ist Mittelböhmen jedenfalls die wichtigste Naherholungsregion für die Prager. An heißen Tagen bevölkern sie die Stauseen und Wasserläufe, bei Wind und Wetter durchpflügen sie auf ihren modernen Hochleistungsdrahteseln die Feldmark und gemahnen mit ihren aerodynamischen Hosen, Helmen und Sonnenbrillen dabei oft an hochgerüstete Turnierritter.

 

Krajský úřad - Regionalamt der Region Mittelböhmen

Praha 5
Zborovská 81/11
150 21 Praha 5
Mittelböhmen (Středočeský kraj)
Tschechische Republik
podatelna@kr-s.cz
Tel: +420 257 280 111

Sehr beliebt sind bei den Tschechen auch Fahrten mit Kanus und Paddelbooten. Als besonders geeignet für abenteuerlich-geruhsame Touren flussabwärts mit der ganzen Familie gelten bei den "vodáci" dabei unter anderem die Berounka und Sázava in Mittelböhmen. Lassen die Witterungsbedingungen Paddeltouren nicht zu, machen Familien mit Kindern und Eisenbahnfans auch Ausflüge mit historischen Zügen und Dampfloks der Tschechischen Bahnen. Manche Eisenbahnstrecken sind geradezu legendär, wie etwa der "Pražský Semmering" oder der "Posázavský Pacifik" - kann man Fernweh besser in Namen ausdrücken?

Auch aus Sicht des von weit her angereisten ausländischen Touristen ist die Region Mittelböhmen verständlicherweise "Umland". Zum einen fehlen landschaftliche Superlative (ungewöhnlich für Tschechien: es gibt kaum Berge), zum anderen werden die durchaus vorhandenen Reiseziele in der Regel von Prag aus angesteuert oder als Zwischenstopp "mitgenommen".

Tagesauflüge bieten sich dabei in der Tat an: Zu nennen an erster Stelle die alte Silberstadt Kutná Hora (Kuttenberg), deren Altstadt samt Dom der heiligen Barbara zur Liste des UNESCO-Weltkulturerbes gehört und die darüber hinaus noch über einen weiteren Besuchermagnet verfügt: die Knochenkirche, das Sedletz Ossarium. Auch Burgen und Schlösser fehlen in Mittelböhmen nicht, zu den beliebtesten Ausflugzielen gehören die unweit von Prag gelegene Burg Karlštejn und das Schloss Konopiště, das einst Franz Ferdinand von Österreich-Este gehörte, der am 8. Juni 1914 in Sarajevo erschossen wurde. (nk)

Wiki-Info

Die Region Mittelböhmen (Středočeský kraj) ist flächenmäßig die größte der 14 Regionen Tschechiens.

Die Region deckt einen großen Teil des westlichen Tschechiens ab und wird von den Regionen Liberec, Hradec Králové, Pardubice, Vysočina, Südböhmen, Pilsen und Ústí nad Labem umschlossen, während der Kern, das Stadtgebiet von Prag, politisch gesehen unabhängig ist und verwaltungsmäßig eine selbständige Region bildet.

Einschließlich Prag entspricht die Region der historischen Region Mittelböhmen.

Landschaft

Die Region Mittelböhmen liegt in der so genannten Böhmischen Pfanne. Der Norden und Osten sind Ebenen, im Süden und Südwesten ist es hügelig. Den höchsten Punkt der Region bildet im Brdská vrchovina (Brdy-Bergland) der Tok (864 m), der tiefste Punkt ist die Elbe nördlich von Mělník (153 m).

Der von der Landwirtschaft genutzte Boden nimmt 61 % der Fläche ein. Der Boden besteht meist aus schwarzer, ertragreicher Erde mit einem hohen Anteil an Humus. In höher gelegenen Gegenden überwiegt braune Erde. In den hügeligen Gegenden überwiegt sanddurchgesetzter Boden. 28 % der Fläche nehmen Wälder ein.

Während die Rodung im Norden ziemlich weit fortgeschritten ist, findet man in Gegenden von Dobříš, Rožmitál und entlang des Flusses Sázava einen großen Reichtum an Wäldern.

Klima

Warmes, angenehmes Klima mit der wärmsten Gegend von Böhmen in den Tälern von Moldau und Elbe bildet gute Voraussetzungen für die Landwirtschaft. Negativ wirken sich jedoch in der letzten Zeit trockene Sommer aus.

Fremdenverkehr

Das ganze Gebiet bietet viele Urlaubsmöglichkeiten, insbesondere an den Flüssen Berounka, Sázava und der Moldau und wird vor allem zum bei den Tschechen beliebten Wochenendurlaub aufgesucht.

Die höchste Konzentration an Denkmälern findet man bei Kutná Hora, darunter der Dom der Hl. Barbara, Vlašský Dvůr (Welscher Hof), Beinhaus in Sedlec. Ein Teil der Kulturdenkmäler wird von der UNESCO geschützt. Geschützte Denkmäler findet man auch in Kolín.

Bekannt sind auch Burg Karlštejn und Burg Točník im Okres Beroun, Burg Křivoklát bei Rakovník, Burg Český Šternberk, Burg Kost bei Mladá Boleslav und Burg Kokořín bei Mělník. Bedeutende Schlösser sind Schloss Konopiště, Schloss Žleby und Schloss Kačina bei Kutná Hora, Schloss Lány und Schloss Nelahozeves.

Bedeutendste Ruinen sind Burg Trosky, Burg Žebrák, und Burg Okoř.

Wertvolle Naturlandschaft findet man in der Gegend von Křivoklát mit biosphärischen Reservaten, im Naturpark Kokořín, in Český kras, Český ráj und im Naturpark Blaník.

Wirtschaft

Die Region hat einen hohen Anteil an Industrieansiedlungen, ist aber vor allem mit einer ertragreichen Gegend im Elbtal (Weizen, Korn, Zuckerrüben, Obst und Gemüse) auch landwirtschaftlich bedeutsam.

Im Bereich der Dienstleistungen ist in den letzten Jahren ein erhöhter Zuwachs zu verzeichnen. Viele fanden Beschäftigung in Verwaltungen, im Handel, im kulturellen Bereich sowie in Sporteinrichtungen.

Von größter Bedeutung im Industriesektor ist das Automobilwerk Škoda Auto in Mladá Boleslav, das eine besondere Bedeutung auch für viele Zulieferer in der Gegend hat. Hinzu kommen einige große Maschinenbauer, chemische Industrie (Spolana), Lebensmittelindustrie, Druckindustrie sowie Glas- und Keramikhersteller. Zurückgegangen ist die Bedeutung der Stahlhersteller und die Kohleförderung – vor allem im Bezirk Kladno.

Quelle: Wikipedia

Regionenkarte

Die Region in Zahlen

Größte Städte

Stadt Einwohner
(31. Dezember 2005)
Kladno 69.329
Mladá Boleslav 43.162
Příbram 34.884
Kolín 30.175
Kutná Hora 21.142
Mělník 19.124
Beroun 17.808
Kralupy nad Vltavou 17.104
Neratovice 16.257
Benešov 16.245
Rakovník 16.238
Brandýs nad Labem-Stará Boleslav 15.727
Slaný 14.856
Nymburk 14.298
Poděbrady 13.250
Vlašim 12.103
Říčany 11.800
Čelákovice 10.498
Čáslav 9.966
Mnichovo Hradiště 8.411
Lysá nad Labem 8.294
Dobříš 7.951
Sedlčany 7.784
Quelle: Wikipedia

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