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Region Pilsen | Rubrik: Reise | 7.4.2014

Ein Muss für Bierfreunde: das Brauereimuseum in Pilsen

Das älteste Brauereimuseum der Welt erzählt die Geschichte eines Kultgetränks

Pilsen - Die Geschichte des untergärigen Pilsner Lagerbieres ist die Geschichte eines ganz besonderen Geschmacks. Wer seine Entwicklung verfolgen möchte, von den frühesten Anfängen bis zur Entstehung des legendären Pilsner Urquells, dem sei ein Besuch im Brauereimuseum der westböhmischen Metropole empfohlen.

Das Pilsner Brauereimuseum ist das älteste seiner Art in der Welt. Es befindet sich in einem mittelalterlichen Haus, das als eines der ersten der Stadt das Braurecht besaß. Die Exponate zeichnen die Geschichte des Bieres vom Altertum bis zur Entstehung der großen industriellen Brauereien nach. Mit eigenen Augen zu sehen, wie das Pilsner Urquell seit mehr als 160 Jahre gebraut wird - und vor allem in den Kellern den einzigartigen Geschmack dieses ungefilterten hellen Lagerbieres zu genießen - ist ein echtes Erlebnis.

Biergeschichte am Originalschauplatz studieren

Das Brauereimuseum befindet sich im authentischen brauberechtigten Haus im historischen Stadtkern von Pilsen. Zahlreiche Abbildungen und Grundrisspläne der mittelalterlichen Stadt zeigen, dass sich das Gebäude in unmittelbarer Nähe der Stadtbefestigung befand. Die erste schriftliche Erwähnung des Hauses stammt aus dem Jahre 1492, doch die Reste der spätgotischen Architektur der hiesigen Mälzerei belegen, dass die Fundamente wesentlich früher gelegt sein mussten.

Die ersten Berichte über die Nutzung des Hauses zum Bierbrauen erscheinen mit dem Besitzer Martúš Sladovník im Jahre 1520. Bis Anfang des 19. Jahrhunderts wechselte das Gebäude insgesamt vierzehn Mal den Besitzer, wobei die Hälfte davon das Braugewerbe ausübte. Mit einem wichtigen Umbau des Hauses hat Anfang des 19. Jahrhunderts Martin Kestřánek begonnen, während dessen Wirken im Haus bis zum Jahr 1867 immer noch gemalzt wurde. Später diente das Objekt unterschiedlichen Zwecken, zum Beispiel als Trockenraum für Rohleder. In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts diente es dem Gastgewerbe.

Der Gedanke, ein Brauereimuseum zu gründen, stammt aus dem Jahre 1929. Fünf Jahre später wurde ein Vorbereitungsausschuss konstituiert, der diverse auf das Brauwesen bezogene Gegenstände sammelte – unter anderem auch mit Hilfe von entsprechenden Aufrufen in der Presse. Die Grundlage der heutigen Sammlung bilden daher Dokumente von brauberechtigten Stadtbürgern, die in den Bürgerhäusern und dem Brauhaus, der späteren Brauerei Pilsner Urquell, aufbewahrt wurden.

Das Gebäude für Museumsausstellungen wurde nach dem Zweiten Weltkrieg ausgewählt. Nach dem Ausräumen und der Ausstattung mit Exponaten wurde das Brauereimuseum am 8. Mai 1959 anlässlich des 100. Jubiläums der Schutzmarke "Pilsner Bier" feierlich eröffnet. Das Ziel des Museums ist es, die Geschichte des Brauwesens zu dokumentieren, ohne territoriale Abgrenzung, jedoch selbstverständlich mit Schwerpunkt auf Böhmen und insbesondere Pilsen.

Vom Ursprung zum Urquell

Die derzeitige Ausstellung umfasst die Geschichte des Brauwesens vom Altertum bis zur Neuzeit. Den Besuchern wird die Art von Bierzubereitung und -konsum bei den frühen Zivilisationen in Mesopotamien und Ägypten bis zu den europäischen Kulturen der Griechen, Römer, Germanen, Kelten und Slawen veranschaulicht. Informationen über die Anfänge des Brauens in Böhmen, die mittelalterliche Technologie der Biererzeugung oder die Herstellung der Holzfässer vermitteln die Ausstellungsstücke in den Räumen der ursprünglichen Mälzerei, der Malzdarre, des Kellers und des Lagers zum Darren des Grünmalzes.

Die Einbeziehung wissenschaftlicher Methoden und neuer Technologien in das Brauwesen wird von den ausgestellten Dokumenten in dem Brauereilabor und dem Bürgerlichen Brauhaus in Pilsen nachgezeichnet. Der Tradition und der Entwicklung des böhmischen Gastgewerbes sind die Innenräume eines Wirtshauses aus der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert und eines Pilsner Restaurants aus den dreißiger Jahren des 20. Jahrhunderts gewidmet. (gp)

Autor: Georg Pacurar
Bildnachweis:
Prazdrojvisit.cz / Plzeňský Prazdroj, a.s
Zuletzt aktualisiert: 23.4.2016
Weitere Infos: www.prazdrojvisit.cz

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