Prag Praha

Gastronomie

Gourmet-Tipp aus der Unterwelt: Das Restaurant Triton in Prag

Der Hades liegt am Wenzelsplatz - Schlemmen in einer Tropfsteinhöhle im Jugendstil

Triton Restaurant

Václavské náměstí 26
110 00
Praha 1
info@tritonrestaurant.cz
Tel: +420.221 081 218

Prag - Prachtboulevard oder Paradebeispiel für verpatzte Stadtentwicklung? Der Wenzelsplatz ist beides: Neben Nobel-Boutiquen stehen Ramschläden, schnieke Bankfilialen neben Table-Dance-Bars, und zwischen den Touristen spaziert die Stadtpolizei Patrouille, ohne dass das die Taschendiebe sonderlich beeindrucken würde.

Das Herzstück der Prager Innenstadt, ein Ort der Gegensätze, auch gastronomisch: Hier kann man für einen Euro satt werden, an einer Non-Stop-Bratwurstbude, oder aber in Spitzen-Restaurants dinieren.

Eines davon ist das Restaurant Triton im Keller des Hotels Adria am unteren Wenzelsplatz, das bereits seit 1912 besteht. Freunde des Prager Jugendstils ("Secese") kennen das Lokal vor allem wegen seiner einzigartigen Einrichtung, das den Hades der griechischen Mythologie mit dem Inneren einer Tropftsteinhöhle verbindet - Orpheus und Eurydike im Böhmischen Karst.

In diese Unterwelt sind wir Anfang November abgetaucht und hatten in einem wirklich originellen Ambiente ein vorzügliches Abendessen.

Böhmische Küche, zeitgemäß veredelt und üppig portioniert

Wer nicht im Hotel Adria wohnt, kann das Triton leicht verfehlen: Der Weg ins Lokal führt durch eine schmale, nüchtern eingerichtete Bar. Nichts ließe von außen vermuten, was einen unten erwartet: An Decken und Wänden Formationen wie in einer Tropfsteinhöhle, Statuen von Gestalten der antiken Mythenwelt, stilvoll gedeckte Tische mit Kerzenlicht, Klaviermusik, fine dining wie in einer Filmkulisse aus "Der Herr der Ringe".

Ganz so exotisch wie das Drumherum ist das Essen im Triton nicht, zum Glück. Auf den Tisch kommt, neben internationalen Spezialitäten, vor allem böhmische Küche, zeitgemäß verfeinert und mit saisonalen Schwerpunkten. Ergänzt wird das Ganze durch eine feine Weinkarte mit einheimischen und ausländischen Erzeugnissen, die man in der hauseigenen Vinothek auch zum Mitnehmen bekommt.

Wir bestellen einen ordentlichen mährischen Grauburgunder (Rulandské šedé, Weingut Michlovský in Rakvice) und stellen nach einem winzigen Aperitif (Kaviarschaum auf Weißbrot) ein kleines Menü aus dem böhmisch-traditionellen und dem internationalen Angebot zusammen.

Als ersten Gang gibt es eine kräftige Kartoffel-Waldpilz-Creme und auf dreierlei Art zubereiteten Lachs, darunter eine besonders leckere Variante mit karamellisierter Kruste. Beim Hauptgericht entscheiden wir uns für ein Ossobuco mit Safran-Reis sowie Lammsteak mit Knoblauchsauce, Blattspinat und Kartoffelpüree. Alles tadellos zubereitet, großzügig portioniert und perfekt angerichtet.

Wir lassen das Abendessen mit einem Margarita-Sorbet sowie einem kräftigen Espresso "ristretto" ausklingen und kommen nach unserem Abstecher in die Unterwelt einhellig zu dem Urteil: "Höllisch gut".

Zuletzt aktualisiert: 28.5.2016
Autor: Georg Pacurar

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