Prager Institution mit Tradition an der Nationalstraße
Prag - Wer in Prag etwas von der einst berühmten Kaffeehauskultur erleben möchte, könnte leicht enttäuscht sein: Kafkas Lieblingscafé Arco beherbergt heute die Kantine des Polizeipräsidiums Prag-Mitte, und das vormalige Deutsche Haus am Graben, wo in den 20er und 30er Jahren vor allem deutschsprachige Künstler und Intellektuelle verkehrten, ist nach Totalrenovierung ein Shopping- und Bürozentrum mit Multiplex-Kino.
Von den ganz großen Prager Cafés hat eines den Wandel der Zeit aber überlebt: Das Café Louvre in der Nationalstraße (Národní tøída). Im ersten Stock eines Jugendstilbaus gelegen, ist das Louvre nach wie vor eine Institution, die wohl kein Prager vermissen möchte.
Ob zum Frühstück, Geschäftstreffen, zum Billard oder einfach zum Zeitungslesen: Hier treffen sich Prager aller Altersgruppen, und das zu jeder Tages- und Jahreszeit.
Auch Touristen finden manchmal den Weg ins Louvre. Denn dass hier Größen wie Egon Erwin Kisch und - während seiner kurzen Prager Professur - auch Albert Einstein verkehrten, verrät jeder gute Reiseführer als "Geheimtipp". Doch das Louvre ist mehr als ein Spitzencafé alter Schule mit großem Namen. Hier wird auch eine feine Küche zelebriert - zeitgemäß böhmisch bis mediterran.