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Rubrik: Panorama, Kriminalität | 20. Juli 2017, 17:53 Uhr

Prag - Am 13. Juli entdeckte eine mobile Kontrolleinheit des tschechischen Zolls mit Hilfe eines Drogenspürhundes in einem schwarzen BMW, der vom Gelände des Asia-Großmarktes Sapa gefahren kam, in verschiedenen Verstecken insgesamt rund acht Kilogramm Pervitin (Crystal Meth).

Der ausländische Fahrer des Wagens wurde vorläufig festgenommen. (nk) 

Themen: Crystal Meth, Polizeiberichte, Sapa-Markt
Rubrik: Kultur | 19. Juli 2017, 19:39 Uhr

Am Samstag, 23. Juni 2017 um 17 Uhr, fand in Rudolfsthal, heute ein Stadtteil von Reichenberg, die feierliche Einweihung des Denkmals für die im Ersten Weltkrieg gefallenen Soldaten statt. 

Gefallenen- und Ehrenmale in den unterschiedlichsten Ausführungen, die an gefallene Soldaten erinnerten, gehörten im Sudetenland zum Landschaftsbild. In jedem Ort wurden sie gebaut, um auf diese Weise der vielen Toten zu gedenken. Die Soldaten wurden in der Regel auf den Schlachtfeldern begraben. Nach der Kapitulation 1945 wurden fast alle Denkmale zerstört oder dem Verfall überlassen. 

Auch das Denkmal in dem waldumschlossenen Gebirgsdörfchen Rudolfsthal, das sich nur wenige Meter entfernt von dem kleinem Waldfriedhof an einem ruhigen Standort befindet, wurde nicht verschont. 

An diesem Denkmal fehlte die Tafel mit den Namen der Gefallenen, die ihr Leben für die Freiheit ihrer Heimat geopfert hatten. Lange Zeit gehörte dieses Gefallenendenkmal zu den vergessenen Kulturdenkmalen der Stadt Reichenberg. Nachdem jetzt das Grundstück einen neuen Eigentümer gefunden hatte, wurde Dank der Innitiative von Petr Herian und Jitka Routková mit der Renovierung des Denkmals begonnen. Am Denkmal wurde eine neu angefertigte Tafel mit den Namen der 16 gefallenen und verstorbenen Soldaten angebracht. Auch die Umzäunung des Denkmals wurde erneuert.

Die Namen der Soldaten: Appelt Albin (1890–1918), Elstner Gustav Heinrich (1879–1916, geboren in Raspenau), Hauser Anton (1876–1915), Heinrich Bruno (1897–1917), Hirschmann Wilhelm (1888–1914), Hübner Ferdinand (1878–1915), Keil Gustav (1899–1918), Müller Josef (1886–1915), Plaschke Adolf (1895–1915), Simon Franz (1884–1918), Scharfenberg Gustav (1883–1918), Schatten Ernst (1884–1918), Schatten Julius (1876–1918), Tischer Adolf (1891–1917), Wünsch Gustav (1891–1917), Wünsch Josef (1896–1916).

Die zentrale Person vor Ort war der Reichenberger Militärkaplan, Kapitän Petr Šabaka, der die Gäste begrüßte und die Weiherede hielte.

In der Predigt, die in der Bibel - Matthäusevangelium, Kapitel 5, 1-12, nachzulesen ist, ruft Jesus die Menschen dazu auf, ihre Mitmenschen zu lieben, sogar die Feinde, und allen mit Respekt zu begegnen. Er fordert sie auf, Gutes zu tun uns sich gegenseitig zu helfen, vor allem den Benachteiligten und Schwächeren.

„Als Jesus die vielen Menschen sah, stieg er auf einen Berg. Er setzte sich, und seine Jünger traten zu ihm.  Dann begann er zu reden und lehrte sie…“ 

Mit diesen Worten wurde die Bergpredigt begonnen. Anschließend wurde eine kurze Messe zelebriert. Bei der Einweihung durch Jitka Routková wurde nicht auf ein Gebet verzichtet. Ein Kranz und Blumen wurden auf den Stufen des Sockels niedergelegt.

Danach sprach der Archivar Radek Brož aus dem Kreisarchiv in Reichenberg über die Vergangenheit und gab historische Informationen über die Entstehung des Denkmals und über das damalige Leben der Bürger in dem kleinem Bergdorf Rudolfsthal. Beim Anblick der Ehrenwache fühlte man sich in die Vergangenheit versetzt. Für die zeitgemäße Kulisse hatte die Vereinigung für Militärgeschichte in Reichenberg mit ihren Soldaten, die Militäruniformen aus der Zeit der k. u. k. Monarchie trugen, gesorgt. Und ein Trompeter begleitete die Zeremonie musikalisch. Mit einem Trompetensolo endete die eindrucksvolle Feier.  

Der aus Friedrichswald stammenden Steinmetz Klamt hatte das Denkmal einst angefertigt. Auf einen quadratischen Sockel setzte er einen spitz zulaufenden, 363 Zentimeter hohen Obelisken aus Rudolfsthaler Granit. In den oberen Teil meißelte er ein Kreuz und die Widmungsinschrift: „Der Heimat Dank. 1914-1918". Zu der Weihezeremonie Ende Juni waren rund 50 Gäste gekommen.

Besonderes Merkmal der feierlichen Einweihung war die Anwesenheit von Gerhard Schwarz und seiner Frau Gertrud, die zu dieser Gedenkfeier aus Chemnitz angereist waren. Hervorzuheben ist, dass der Onkel von Gerhard Schwarz - Franz Wünsch (*4. Juli 1892 - † 1992 in Schwansee/Kreis Erfurt), Oberlehrer aus Rudolfsthal Nr. 66 - am 25. August 1929 bei der ersten Einweihung die Gedenkrede gehalten hatte.

Seit 88 Jahren steht das Denkmal in Rudolfsthal.

Damals, 1929, verlief laut Überlieferung die Gedenkfeier folgendermaßen:

„Der Denkmalsausschuß rief vor der Denkmalsenthüllung die Bevölkerung von Rudolfsthal und Umgebung auf, sich an der zu Ehren der im Felde gefallenen oder verstorbenen Heimatsöhne stattfindenden Feier zu beteiligen. Am Sonntagvormittag, dem 25. August 1929, wurde von 8,30 bis 9,30 Uhr die Vereine und Festgäste im Gasthaus Zur deutschen Einheit empfangen. Um 9,30 gab es den Abmarsch. Ein stattlicher Festzug, bestehend aus den Ortsvereinen und vielen Kameradschaftsvereinen sowie Korporationen aus den Nachbargemeinden bewegte sich zum Denkmalsplatz, wo nach herzlichen Begrüßungsworten des Obmannes Johann Gahler vom Prälaten Gustav Buder unter Assistenz des Pfarrers Schuldes eine Feldmesse gelesen wurde.

Daran schloß sich ein schönes Chorlied einiger Sänger an. Viele Besucher aus nah und fern hatten sich eingefunden und erfüllten ringsum den weiten Platz. Um 10,00 Uhr fing die Feier an. Am Anfang gab es die Feldmesse. Anschließend schilderte Schulleiter Franz Wünsch in seiner Gedenkrede in schlichten, aber ergreifenden Worten die Bedeutung dieses Tages, wobei manches Auge tränenfeucht wurde. Anschließend daran fand die kirchliche Weihe des Gedenksteines statt, wobei auch Prälat Buder erhebende Worte den gefallenen Helden   widmete. Mit dem erklingen des Weiheliedes „O Heimat vergiß deine Toten nicht“ wurde das Denkmal einweiht.

Der Denkmalsausschuß, die Angehörigen, Korporationen und Vereine gedachten dieser stillen Dulder jener schrecklichen Zeit in ehren- und liebevoller Weise und legten Kränze und Blumen nieder.

Martha Wünsch begleitete dies mit einem sinnreichen Gedicht. In dankenswerter Wiese hatte sich der Großteil der Ortsbevölkerung für das Zustandekommen dieses Werkes eingesetzt.“

Das historisch wertvolle Denkmal soll für die kommenden Generationen erhalten werden. Denn nur wer die traurige Vergangenheit kennt, kann dafür sorgen, dass sie sich nicht wiederholt.

Bildnachweis:
Stanislav Beran
Themen: Denkmalpflege
Rubrik: Sport | 13. Juli 2017, 16:16 Uhr
Am 5. und 6. August treffen sich Extremsportler in der Nähe von Prag zum Klippenspringen

Hřiměždice/Prag - Jeder hat schon mal Turmspringen im Fernsehen gesehen, wobei die Sportler auf dem Weg ins Becken hinunter oft atemberaubende Figuren zeigen.

Beim "Desperados High Jump" geht es um was Ähnliches, nur nennt sich der Sport "Klippenspringen". Auch hierbei gewinnt derjenige den Wettbewerb, der die schwierigste Figur zelebriert und die besten Haltungsnoten erhält. Nur steht neben der Haltung das Risiko im Vordergrund und es gehört zu den Extremsportarten.

Am 5. und 6. August versammeln sich Sportler aus etlichen Ländern inzwischen zum 18. Mal in der Nähe von Prag, um die verschiedenen Höhen der Klippe in Angriff zu nehmen. Rund um den alten Steinbruch und Baggeree in Hřiměždice ist dabei für Festivalatmosphäre gesorgt. Für 700 Kronen kann man dem Spektakel, dem Trendsport "Klippenspringen", zusehen. (nino)

Bildnachweis:
Facebook | HIGHJUMP Cliffdiving
Themen: Rockfestivals, Badeseen, Cliff Diving
Rubrik: Reise, Nachtleben | 10. Juli 2017, 21:22 Uhr
Neuer Underground-Techno-Klub in Vršovice

Prag - Am 27. Mai eröffnete der neue Techno-Underground-Klub Ankali seine Türen. Die ehemalige Seifenfabrik ist in Vršovice gelegen, doch lässt sich gut mit der Tram erreichen. Nachdem man durch einen kleinen Feldweg gelaufen ist, steht man vor dem großen Gebäudekomplex. Erfreulicherweise nehmen die Türsteher die Taschenkontrollen ernst und lassen nicht jeden hinein, was für Prag eher ungewöhnlich ist. Hier darf nur feiern, wer sich friedlich verhält und Spaß an der Musik hat.

Vor dem Eingang ist ein kleiner Raucherbereich aufgebaut. Drinnen fallen einem sofort die hohen Betonwände auf, die nur mit einzelnen Glühbirnen behangen sind. Das industrielle, aber hippe Flair zieht sich durch den ganzen Komplex: reduziert, aber mit Stil. Der Eintrittspreis ist etwas höher und liegt bei um die zehn Euro. Für das erstklassige Line-up aber ein erschwinglicher Preis.

Ankali veranstaltet nicht jedes Wochenende Partys, sondern legt eher Wert auf gutes Booking. Sowohl in Prag bekannte DJs als auch internationale Größen präsentieren hier ihre Sets. Einen Gang weiter findet man eine große Sitzecke, Toiletten und eine Bar. Durch einen weiteren kahlen Raum mit Sofas kommt man in den Hauptraum. Es gibt nur einen Floor, welcher aber relativ groß ist: ein dunkler Saal mit hohen Betonwänden. Ganz vorne ist die separate DJ-Nische mit einer großen Glühbirne, die im Takt erleuchtet. Lichter werden insgesamt nur sparsam eingesetzt. Nebenan gibt es noch eine weitere große Bar und die Uni-Sex-Toiletten. Die Getränkepreise liegen alle auf gewöhnlichem Prag-Niveau.

Bemerkenswert ist außerdem der klare Sound der großen Anlage. Der ganze Saal ist gleichmäßig mit der Musik erfüllt, ohne zu laut oder zu schrill zu sein. Das Publikum ist jung und hip. Hier kommen nur Leute hin, die sich der Techno-Szene angehörig fühlen, fernab vom Touristen-Trubel. Alle genießen die Musik, für Pöbeleien oder Belästigungen ist hier kein Platz. Die Atmosphäre bleibt durchgehend entspannt, aber ausgelassen. Bis in die späten Morgenstunden kann hier gefeiert werden. Man merkt, dass die Besitzer viel Herzblut in das Projekt gesteckt haben. Dahinter stehen keine Anfänger, sondern kluge Köpfe, die sich in der Szene bereits auskennen und wissen, auf was es ankommt.

Prag hat nun endlich eine weitere Location, in der es sich in entspannter Atmosphäre zu sehr qualitativ hochwertigem Techno feiern lässt ohne von party-wütigen Touristen gestört zu werden. (larf)

Bildnachweis:
Facebook | Ankali
Themen: Techno, Prag Clubs, Prag Party, Gastrotipps
Rubrik: Kultur, Film | 5. Juli 2017, 16:17 Uhr

Karlovy Vary/Prag - Am 30. Juni wurde das 52. Internationale Filmfestival Karlovy Vary (KVIFF) feierlich eröffnet.  

Für den nötigen Glamour und einen Hauch Hollywood sorgten die Stargäste Uma Thurman und Casey Affleck. Die Filmschau nimmt den westböhmischen Kurort noch bis zum 8. Juli in Beschlag.

Ein Video des offiziellen YouTube-Kanals des Festivals. (nk)

Themen: MFF Karlovy Vary, Filmfestivals, Karlsbad
prag aktuellprag aktuell | Rubrik: Reise, Auto-Moto, Transport | 30. Juni 2017, 08:17 Uhr
Erhöhte Unfallgefahr auf Autobahnen, Prager Verkehrsbetriebe schalten um auf Ferienmodus

Prag - Am heutigen 30. Juni ist in ganz Tschechien der letzte Schultag und die Schüler und Schülerinnen erhalten ihre Jahreszeugnisse.

Mögen viele Schüler dem Tag der Zeugnisvergabe mit gemischten Gefühlen entgegensehen - auf den Tag nach diesem Tag freuen sich ohne Frage Hunderttausende: Am 1. Juli beginnen landesweit die großen Ferien. Zwei Monate lang am Stück schulfrei - ihre Altersgenossen in Deutschland können davon nur träumen.

Urlauber und Autofahrer sollten zu Ferienbeginn und vor dem Schulbeginn am 4. September 2017 auf Autobahnen und Schnellstraßen sowie in den größeren Städten in Tschechien mit deutlich stärkerem Verkehr und erhöhter Unfall- und Staugefahr rechnen.

Die Polizei empfiehlt, diese Termine für längere Autofahrten oder Transittouren zu meiden.

Der Beginn der Sommerferien bringt traditionell auch Änderungen im öffentlichen Nahverkehr in Prag mit sich, da dieser auf Ferienbetrieb umgestellt wird. Dadurch verlängern sich spürbar die Intervalle von Bussen, Straßenbahnen und Metro.

An vielen Stellen werden in dieser Zeit auch sanierungsbedürftige Straßenbahntrassen repariert, so dass es zu etlichen Umleitungen kommt. (nk)

Themen: Schulferien, Schule, Prager Verkehrsbetriebe (DPP)
prag aktuellprag aktuell | Rubrik: Kultur, Musik | 29. Juni 2017, 21:07 Uhr
Suche nach neuem Veranstaltungsort endet im Kleinkrieg mit Gemeindevertretung

Trutnov/Prag - Tschechiens ältestes Rockfestival, das Trutnov Open Air, das oft auch als "tschechisches Woodstock" bezeichnet wird, fällt dieses Jahr definitv aus. Das berichtet heute das öffentliche-rechtliche Tschechische Fernsehen (ČT).

Hintergrund für die Entscheidung sind die ungelösten Probleme bei der Suche nach einem neuen Veranstaltungsort, nachdem der traditionelle Festivalort, die Waldbühne am Ortsrand von Trautenau, in diesem Jahr nicht zur Verfügung stand.  

Zwar hatten die Organisatoren um Festivalmitbegründer Martin Věchet sich zähneknirschend entschieden, das Open Air in diesem Jahr auf eine grüne Wiese zu verlegen - getreu dem Motto "zurück zu den Anfängen".  

Denn die Wurzeln des Musikfestes liegen in der zweiten Hälfte der achtziger Jahre im tschechoslowakischen Underground und Umfeld der Charta 77 und bis heute umflort die Veranstaltung ein Hauch von Dissidententum. Als Schutzpatron des "tschechischen Woodstock" gilt über seinen Tod hinaus "Häuptling" Václav Havel.  

Und so sollte das diesjährige Festival unter der Bezeichnung "Gartenfest und Open Air Workshop" in der zweiten Augusthälfte auf einer Wiese unweit von Hradeček, wo Václav Havel sein Landhauses hatte, "über dem Wigwam unseres Häuptlings" stattfinden.   

Doch diese Pläne stießen auf den Widerstand des örtlichen Gemeinderates. Auf den Webseiten des Festivals heißt es dazu: "Schon beim ersten Treffen im April hat uns ein ortsansässiger Unternehmer, ein langjähriges Mitglied der kommunistischen Partei und nun der ODS, bei der Bürgermeisterin gesagt: 'Ich will hier kein Rockfestival, ich höre Jazz.' Und damit war das Signal ausgesendet."

Tatsächlich soll die Gemeinde Mladé Buky, auf deren Gebiet die als Festivalort auserkorene Wiese liegt, einige Verordnungen erlassen haben, die speziell auf die geplante Musikveranstaltung abzielten.  

"Die Gemeinde, an deren Rand sich das Grundstück befindet, hat Bedingungen aufgestellt, die es unmöglich machen, das Festival mit seinem traditionellen Geist und Programmstruktur zu verwirklichen", beklagt sich Martin Věchet gegenüber dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk Rozhlas.cz.

Statt Bands, die fast bis zum Morgengrauen Musik machen, sollte demnach um 22 Uhr Schluss sein und mit lauten Instrumenten schon ab 20 Uhr. Zudem habe sich die Gemeinde die "Stöcke zwischen die Beine" noch mit einer "unüblichen zwanzigprozentigen Gebühr auf die Tickets" versilbern lassen wollen.  

Auf den Webseiten gibt sich der "Geronimo Tribe" dennoch optimistisch: "Unsere Aktivitäten verschieben wir so auf das nächste Jahr. Freuen wir uns über den kommenden Sommer und See You Later...  Schon jetzt melden sie sich aus verschiedenen Territorien, Städten und Gemeinden  mit dem Angebot zu lagern. Höchstwahrscheinlich werden wir uns dieses Jahr etwas für euch ausdenken... " (nk)

Bildnachweis:
Festivaltrutnoff.cz
Themen: Trutnov, Rockfestivals
prag aktuellprag aktuell | Rubrik: Panorama | 27. Juni 2017, 11:42 Uhr
In Südmähren bei Zlín wurden zwei an der Krankheit verendete Wildschweine gefunden

Prag - In Tschechien sind Fälle von Afrikanischer Schweinepest nachgewiesen worden.  

Die hochansteckende und bei den infizierten Schweine fast immer tödlich verlaufende Viruskrankheit ist vermutlich mit Wildschweinen nach Tschechien gelangt.  

Auf einer Pressekonferenz informierten darüber heute der tschechische Landwirtschaftsminister Marian Jurečka (KDU-ČSL) und der Chef der Staatlichen Veterinärverwaltung (SVS ČR) Zbyněk Semerád.  

Demnach wurden zwei verendete Wildschweine unweit von Zlín in Südmähren gefunden. In der Gegend befindet sich ein Schweinemastbetrieb mit 5000 Schweinen. Um eine weitere Ausbreitung der Seuche zu verhindern, wurde das Gebiet um den Fundort herum zur Seuchenzone erklärt, in der Wildschweine weder gejagt noch gefüttert werden dürfen.  

Die heute gemeldeten Fälle sind die ersten Fälle Afrikanischer Schweinpest in Tschechien, die je registriert wurden.  

Die Krankheit gilt als eine der gefährlichsten Krankheiten, mit denen sich Haus- und Wildschweine infizieren können. Die Tiere bekommen hohes Fieber, Husten, blutigen Durchfall. Ihre Haut verfärbt sich blau und fast alle sterben an der Krankheit. Das Virus wird vor allem durch direkten Tierkontakt oder über Zeckenstiche übertragen. Es gibt weder eine Impfung noch Mittel zur Heilung. 

Die Infektion ist zwar für den Menschen ungefährlich, tritt das Virus jedoch in Viehbeständen auf, müssen wie bei der Vogelgrippe sämtliche Tiere getötet werden und eine Quarantänezone eingerichtet werden. Die Bekämpfung nach Ausbruch erfolgt analog der klassischen Schweinepest durch die Veterinärbehörden.

In Deutschland ist die Afrikanische Schweinpest bislang noch nie aufgetreten. (nk)

Themen: Landwirtschaft, Afrikanische Schweinepest, Landwirtschaftsministerium
prag aktuellprag aktuell | Rubrik: Kultur, Film | 27. Juni 2017, 10:45 Uhr
Deutsche Produktionsfirma Caligari Film Produktion will neue Folgen der beliebten Kinderserie drehen

München/Prag - Die legendäre Fernsehserie Pan Tau kommt zurück. Das jedenfalls kündigte die Produktionsfirma Caligari Film Produktion am Montag an. 

Wie das Unternehmen mitteilte, konnte sich die Firma nach vierjährigen Verhandlungen die Rechte für neue TV-Serien und Kinofilme mit Pan Tau sichern. 

Geplant ist demnach in den kommenden drei Jahren eine Neuauflage von Pan Tau als phantastischer Familienserie im deutschen Fernsehen. 

Der neue Hauptdarsteller, der in die magische Melone des bereits 1992 gestorbenen Otto Šimánek schlüpfen soll, wird ab Juli in einem groß angelegten Casting gesucht. Bis zum Jubiläumsjahr in 2020 soll die neue fantastische Familiensendung im Fernsehen zu sehen sein.

Die in den 70er Jahren gedrehte Kinderserie Pan Tau war eine deutsch-tschechoslowakische Koproduktion zwischen dem WDR, den Prager Filmstudios Barrandov und dem tschechoslowakischen Fernsehen (ČST). Pan Taus geistige Väter sind das Autorenteam Ota Hofman und Jindřich Polák. Hofman war zugleich Drehbuchautor aller Pan-Tau-Filme, deren Regie Polák führte.  

Die Fernsehserie lief mit großem Erfolg sowohl in der Bundesrepublik Deutschland, der Tschechoslowakei, aber auch der DDR. (nk)

Bildnachweis:
obs/Caligari Film- und Fernsehproduktions GmbH/© Otto Hofman Bildarchiv
Themen: Unterhaltung, Fernsehen, Pan Tau
Rubrik: Kultur, Musik | 24. Juni 2017, 17:30 Uhr

Prag - Headliner des ersten Abends des zweitägigen Prague Metronome Festivals war am gestrigen Freitagabend der britische Musiker Sting mit seiner Band. 

Nach Angaben des Veranstalters waren etwa 14.000 Besucher zum Open-Air-Auftritt des einstigen Police-Frontmanns auf das Messegelände in Holešovice gekommen. 

Wie tschechische Medien berichten, bestand das Programm des Musikers mit seiner Begleitband vor allem aus älteren Songs aus den 80er und 90er Jahren.  

"Sting spielte einen Hit nach dem anderen, zivil und ehrlich", betitelt der Online-Dienst Novinky.cz seine Rezension des Konzerts, wobei dem Musiker damit aus Sicht des Kritikers höchster Respekt gezollt werden soll. Denn, so das Resümee von Stanislav Dvořák für Novinky.cz: Sting "hinterließ den besten Eindruck und am Ende des Konzertes versprach er, dass wir ihn bald wiedersehen". Macht 90 Prozentpunkte von Novinky.cz für den Regenwaldschützer von der britischen Insel.

Auch der Kritiker der in Prag erscheinenden Tageszeitung Mladá fronta Dnes, Václáv Hnátek, dessen Konzertkritiken in Regel nicht gerade überschwängliche Begeisterung erkennen lassen, kommt diesmal zu einem eindeutigen Befund: "Der Abend gehörte Sting, das Festival bezauberte er mit einem perfekten Konzert." (nk)

Themen: Konzertkritik, Sting, Metronome Festival
prag aktuellprag aktuell | Rubrik: Kultur, Bildende Kunst | 16. Juni 2017, 09:24 Uhr
Autor der Totenmaske Jan Palachs verstarb im Alter von 91 Jahren in Prag

Prag - Am Donnerstag verstarb im Alter von 91 Jahren in Prag der tschechische Bildhauer Olbram Zoubek.  

Wie tschechische Medien berichten, informierte über den Tod des Künstlers der Direktor des Nationalen Filmarchivs und Zoubeks Schwiegersohn Michal Bregant.

Zoubek galt als einer der bedeutendsten lebenden Bildhauer des Landes und hinterlässt ein beachtliches Lebenswerk an Statuen und Skulpturen. Unter anderem schuf er das Denkmal für die Opfer des Kommunismus am Fuße des Laurenzibergs am Prager Újezd.

In das Bewusstsein einer breiteren Öffentlichkeit gelangte er, weil 1969 die Totenmaske von Jan Palach erstellte, der sich auf dem Wenzelsplatz in Prag aus Protest gegen die nach der Niederschlagung des Prager Frühlings in der Gesellschaft breitmachende Resignation verbrannt hatte.

Dem kommunistischen Regime der Tschechoslowakei galt Zoubek fortan als unbequeme Persönlichkeit, und in der Zeit der "Normalisierung" konnte der Künstler sich nur als Restaurator verdingen.  

Verschiedene Vertreter der tschechischen Regierung würdigten gestern in Stellungnahmen das Lebenswerk, den Künstler und Menschen Olbram Zoubek. Der tschechische Kulturminister Daniel Herman (KDU-ČSL) bezeichnete den Verstorbenen als "Ritter der tschechischen Kultur".

Bereits vor vier Jahren widmete die Prager Burg dem Künstler eine umfangreiche Retrospektive, in der fast 300 Werke zu sehen waren (Video). (nk)

Themen: Olbram Zoubek, Todesfälle
Rubrik: Reise | 15. Juni 2017, 15:39 Uhr
Entspanntes Abkühlen, Baden für lau oder FKK am Stadtrand von Prag

Prag – Etwa zwanzig Minuten vom Stadtzentrum entfernt, liegt die weitflächige Grünanlage Hostivařský lesopark des Prager Stadtteils Hostivař. Inmitten eines Waldparks gelegen, befindet sich die größte Wasserfläche Prags: der Stausee Hostivař oder Hostivařská přehrada.

Der Stausee ist vom Stadtzentrum gut mit dem Auto zu erreichen. Aber auch mit den öffentlichen Verkehrsmitteln kann man noch einigermaßen bequem zum Baden kommen. Einen etwas längeren Fußmarsch von der Tramstation Nádraží Hostivař oder Hostivařská entfernt, liegt der See, der von einem großen Waldstück umgeben ist.

Am linken Ufer findet man den Hauptstrand mit Pool, der für die gesamte Öffentlichkeit zugänglich ist. Hier stehen zahlreiche Freizeitangebote und Sportplätze zur Verfügung. Neben einem Beachvolleyball-Spielfeld, einem Spielplatz und einer Wasserrutsche, gibt es die Möglichkeit, verschiedene Boote und Kajaks zu mieten. Sportbegeisterte können sich auch am Wakeboarden versuchen.

Wakeboarden, Beachball, Freikörperkultur 

Außerdem findet man dort öffentliche Toiletten und verschiedene Verpflegungsmöglichkeiten. An dem abgesenkten Sandstrand gelingt der Einstieg ins kühle Nass besonders einfach und ist somit auch für Kinder geeignet. Und natürlich gibt es genug Grünfläche zum Sonnen.

In einem ruhigeren Teil, am Ende des Reservoirs, befindet sich einer der ältesten FKK-Strände Prags. Anhänger der Freikörperkultur können an dem durch ein Waldstück vom Hauptstrand abgetrennten Bereich in Ruhe baden gehen. Auch hier stehen Grünflächen, Duschen und Sportanlagen zur Verfügung.

Von neun bis zwanzig Uhr kann am Stausee Hostivař täglich für unter 100 Kronen gebadet werden. Erwachsene zahlen für einen ganzen Tag derzeit 90 Kronen, Kinder und Senioren zahlen 60 Kronen und für Kleinkinder unter 100 Zentimer Körpergröße ist der Eintritt frei.

Tipp: Wer einfach nur entspannt Baden gehen udn kein geld ausgeben möchte, sollte sich lieber einen Abschnitt am anderen Teil des Sees suchen. Zwischen Bäumen kann man hier kostenlos sonnen und in Ruhe im Wasser baden ohne von anderen Gästen gestört zu werden. (larf)

Bildnachweis:
Larissa Fink
Themen: Baden, Badeseen, FKK, Freibäder, Stauseen, Reisetipps
Rubrik: Politik | 14. Juni 2017, 22:33 Uhr

Prag - Seit Tagen hatten Medien über einen Führungswechsel bei der ČSSD spekuliert, die sozialdemokratische Führungsriege gab sich jedoch vielsagend wortkarg.

Am Mittwoch am frühen Abend, nach einer Sitzung des Spitzengremiums der Partei, trat die ČSSD-Spitze vor die Presse, Noch-Parteichef Sobotka machte es offiziell: Am morgigen Donnerstag legt er sein Amt als Parteivorsitzender nieder. 

Sein Nachfolger an der Spitze der ČSSD wird Innenminister Milan Chovanec, Spitzenkandidat und Zugpferd für die Parlamentswahlen im Oktober soll Außenminister Zaorálek werden. 

Als Grund für den Schritt nannte Sobotka die "Unruhe in der Partei" - vor dem Hintergrund immer deprimierender Umfragewerte, welche die ČSSD inzwischen bei nur noch etwas über zehn Prozent sehen.

Mit seinem Schritt stelle er seine eigenen Interessen hinter die der Partei zurück und wolle er dazu beitragen, dass die Sozialdemokraten ihren inneren Zwist überwinden und sich geschlossen im bevorstehenden Wahlkampf auf den politischen Gegner konzentrieren könnten, so Sobotka. 

Die Pressekonferenz im Originalton, veröffentlicht auf dem YouTube-Kanal der ČSSD. (nk) 

Themen: Bohuslav Sobotka, ČSSD, Lubomír Zaorálek, Milan Chovanec
14. Juni 2017, 19:51 Uhr
Das neue Semester startet im September 2017 - Anmeldungen bis 30. Juni möglich

Seit 2012 bietet BILINGUALIS deutsche Sprachkurse für Kinder aus bilingualen Familien an. Der Verein ist aus einer Elterninitiative hervorgegangen.

Spielerisch deutsch sprechen und lernen ist das Motto von BILINGUALIS – vom gemeinsamen Singen, über szenische Spiele und Tänze, Erzählkreise bis hin zur Förderung von Lese- und Schreibkompetenzen. "Die Kinder teilen während der gemeinsamen Stunden miteinander das Abenteuer ihrer Zweisprachigkeit und erleben ihre zweite Muttersprache als Bereicherung und Motivation", betont Lehrerin Ramona Schulz.

"Unsere Kinder wachsen ganz natürlich zweisprachig auf, aber das Deutsche kommt hier im tschechischen Umfeld einfach zu kurz. Außerdem gibt es für diese Kinder, die großteils tschechische Grundschulen besuchen, kein entsprechendes Sprachkursangebot. Diese Lücke wollen wir füllen", erklärt Geschäftsführerin Věra Zemanová.

Die Kurse im Umfang von einer Wochenstunden (60 Min.) finden während des Schuljahres jeweils am Donnerstagnachmittag in den Räumen der ZŠ Korunovační (Korunovační 8, Praha 7 - Letná) statt. Die Kinder werden in kleinen Gruppen von 8 bis 12 Kindern von muttersprachlich deutschen LehrerInnen unterrichtet. Das wöchentliche Angebot ergänzen gemeinsame Veranstaltungen wir Sommerfest, St. Martins-Umzug oder Weihnachtsfeier. Im Angebot des Vereins sind seit zwei Jahren auch zusätzliche Grammatik-Aufbaukurse für jüngere Grundschulkinder, die jeweils am Montag, bzw. Dienstag stattfinden. BILINGUALIS ist nicht gewinnorientiert. Die Teilnehmer zahlen nur die tatsächlichen Kurskosten, derzeit ca. 160,- Kč je Kurseinheit.

BILINGUALIS ist offen für weitere Interessenten – deutschsprachige bilinguale Kinder im Alter von 3 bis 13 Jahren.

Das Wintersemester beginnt am 14. September.
Anmeldungen sind bis Ende Juni möglich.

Weitere Informationen unter: www.bilingualis.cz
Kontakt: info@bilingualis.cz

Anmeldungen – Věra Zemanová GSM: 606330529
Pressekontakt – Thomas Kirschner GSM: 602114500

Rubrik: Reise | 11. Juni 2017, 13:57 Uhr
Frei- und Hallenbad für Sportschwimmer und Spaßplanscher

Prag – Das ganze Jahr geöffnet und im Sommer überfüllt - so lässt sich das Prager Schwimmstadion Podolí ganz gut beschreiben. Maßgebender Faktor dafür ist die Wassertemperatur (alle Becken sind auf sehr angenehme 26,9 °C temperiert), aber auch die noch relativ zentrale Lage an der Moldau im Stadtteil Podolí (Tramstation Kublov).

Beliebt ist es bei Schwimmern, denn es verfügt gleich über zwei 50-Meter-Schwimmbecken. Eines der langen Schwimmbecken befindet sich überdacht im Innern, eines draußen im Freien. Regelmäßig finden hier alle möglichen Wassersportveranstaltungen und Schwimmwettkämpfe statt.

Doch auch Familien mit Kindern und Freizeitgestalter, die einfach nur beim Sonnen ein bisschen Abkühlung und Spaß suchen, kommen nicht zu kurz. Es gibt ein etwas kürzeres Schwimmbecken mit Sprungtürmen, indem man wunderbar planschen kann, außerdem zwei Kinderbecken und einen großen Whirlpool zum Entspannen.

Eine große Wasserrutsche geizt nicht mit schnellen Kurven und auf der Liegewiese oder den Rängen des Stadions, umgeben von den steilen Felswänden, lässt es sich einwandfrei Sonnenbaden.

Damit man nicht verhungert oder verdurstet, gibt es mehrere Essen- und Getränkebuden, auf dem Dach sogar eine Cocktailbar.

Gewarnt sei allerdings vor Hochsommertagen. An diesen sieht man mehr halbnackte Körper als Wasser im Schwimmbecken oder Gras auf der Liegewiese.

Das Bad hat täglich geöffnet von 6.00 bis 21.45 Uhr. In der Sommersaison erfolgt der Zutritt dabei nicht über den Haupteingang, sondern über das Gebäude mit den Sommerumkleidekabinen (es sei denn, man verfügt über eine Dauerkarte).

Der Eintritt (Tagesticket) kostet 160 Kronen, Studenten zahlen 100 und Kinder 90, Familien (2 Erwachsene und 2 Kinder) 350 Kronen, ab 15 Uhr gibt es einen leichten Preisnachlass. (siml/nk)

Bildnachweis:
Facebook | Plavecký stadion Podolí
Themen: Baden, Freibäder