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Prag | Rubrik: Kultur, Theater, Oper, Tanz | 15.9.2020

Laterna magika: Bon Appétit!

Faszination Essen: Experimentell und tänzerisch - Prags weltbekanntes Multimedia-Theater brachte im September 2020 ein neues Stück auf die Bühne

Prag - Die Laterna magika stellte im September ein Premierenprojekt vor, das in Zusammenarbeit mit dem Ballett des Nationaltheaters entstand, nämlich die Tanzinszenierung "Bon Appétit!"

Hinter diesem Wunsch, es möge schmecken und man möge Lust am Leben haben, stehen der Choreograf Jan Kodet und das Regisseur-Tandem SKUTR (Martin Kukučka und Lukáš Trpišovský) mit ihrem Kreativteam. Die Premiere fand am 10. und 11. September auf der Neuen Bühne des Nationaltheaters (Nová scéna ND) statt.

Die Inszenierung "Bon Appétit!" entstand in Zusammenarbeit mit dem Ballett des Nationaltheaters, die Zuschauer sehen so Tänzer beider Ensembles in einem Projekt. Es ist das erste Mal, dass die Laterna magika eine solche Koproduktion eingeht. Doch das Experimentieren gehört zu ihren Grundprinzipien, und wie man sieht, muss es sich nicht unbedingt um ein Experiment mit Form und Technologie handeln. "Dies bringt natürlich einige organisatorische Schwierigkeiten mit sich, doch die gegenseitige Bereicherung ist unglaublich wichtig", kommentiert der Choreograf Jan Kodet. "Die Tänzer beider Ensembles sind großartig, und die Zusammenarbeit ist für sie eine Herausforderung, die jeden Einzelnen ein Stück weiterbringt." 

Zusammenarbeit mit dem Ballett des Nationaltheaters 

Die neue Inszenierung "Bon Appétit!", die vor allem für ein junges Publikum mit Interesse an moderner Musik und Tanz bestimmt ist, ist inspiriert von der Faszination durch das Essen, die die Macher teilen. Es handelt sich um ein reines Autorentheater ohne Szenarium und Libretto, denn es entwickelt sich, von der ersten Begegnung bis zur Premiere und kann sich jeden Augenblick in eine neue Richtung wenden. "Diese Methode habe ich regelmäßig zum Beispiel im Ausland gesehen, so entstehen Inszenierungen des Tanztheaters und des modernen Tanzes, das ist absolut üblich“, erklärt Jan Kodet die Herangehensweise, die im Nationaltheater noch nicht oft anzutreffen ist.

Die Assoziationen, die die Macher auf der Bühne zum Leben erwecken, ähneln freien Versen, wenn sie versuchen, den Zuschauern ihre in der Inszenierung verkörperten Gefühle näherzubringen: "Stücke von Geschichten, Innenwelten von Menschen, an denen wir auf der Straße oder im Traum vorbeigegangen sind. Angst, Suchen und Finden. Dahinfließen von Zeit. Freude über gut gelungene Eierkuchen. Eine Orange und das Geheimnis unter ihrer Schale. Ein weggeworfener Becher. Einsamkeit am Tisch. Berührung. Fehlen von Berührung. Französisch – die Sprache der Köche. Eine Schokoladenfontäne. Eingefrostete und ausgefrostete Gefühle in einer Kühlbox für Lebensmittel oder eher für das Leben... Dies alles bringen die Tänzer in der Inszenierung vor allem durch Bewegung, manchmal aber auch durch Wort und Gesang zum Ausdruck. Aus vielen solcher Stücke kann der Zuschauer eine eigene Geschichte und ein eigenes Leben zusammensetzen, das man mit Bon Appétit auslöst oder beendet", ergänzt Martin Kukučka.

Originaltheater eines eingespielten Teams

Den Kopf des Kreativteams bildet der Choreograf Jan Kodet: „Es war logisch, von einem Thema auszugehen, in dem der Mensch lebt. Um das Essen geht es jedoch nur oberflächlich. Das Thema hat uns viele Assoziationen und weitere Wege zu Tanzbildern eröffnet, die konkreter und abstrakter sind, sie betreffen zwischenmenschliche Beziehungen, das Genießen des Lebens, aber auch environmentale Probleme."

"Es ist wohl wichtig, vor die Klammer zu setzen, dass es uns von Anfang an vor allem um ein Tanzprojekt ging. Denn der Tanz ist auch Teil der Laterna magika, nicht nur eine Verknüpfung von Projektionen und Bewegung", beschreibt Lukáš Trpišovský. "Meines Erachtens werden sich vor allem die Zuschauer an der Inszenierung freuen, die die freie assoziative Form mögen. Die Vorstellung wird von einem Mädchen mit einer Orange eröffnet und beschlossen, die von Kristina Kornová verkörpert wird, sie lässt uns in ihre innere Landschaft eintreten, wo ein Orangenbaum, ein Tier und sogar ein Sturm sind. Einen inneren Sturm erlebt nicht nur sie, sondern auch weitere Figuren – Eierkuchenbäcker, ein Mädchen am Tisch, ein Garbage man, ein Garbage woman, ein Tier-Junge und andere. Manchmal treten sie nur in einem Bild, anderswo wieder als Begleiter durch die gesamte Vorstellung auf und verfließen mit der Menge", fügt er hinzu.

Die Inszenierung dominiert auch die zeitgenössische Musik von Ivan Acher, der für jede Szene in einem anderen Stil komponiert. Wie bereits gesagt ist auch Gesang vertreten. Universalinterpretin der anspruchsvollen Choreografie und des Liedtextes ist die talentierte Demisolistin des Balletts Kristina Kornová. 

Das neue Stück steht zunächst von Oktober bis April an je zwei Terminen monatlich auf dem Programm des ersten Multimedia-Theaters in Prag. (nk) 

Autor: Tschechien Online - Ressort Kultur
Bildnachweis:
© Serghei Gherciu 2020
Zuletzt aktualisiert: 15.9.2020
Weitere Infos: www.narodni-divadlo.cz

Info

Laterna magika (Národní divadlo - Nová scéna)

Národní 4
110 00
Praha 1
Region: Hauptstadt Prag (Hlavní město Praha)
info@narodni-divadlo.cz

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