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Rubrik: Kriminalität | Veröffentlicht am: 12.12.2014

Prag - In Fragen der inneren Sicherheit spielen bekanntlich die subjektive Bedrohungswahrnehmung und die tatsächliche Bedrohungslage des Bürgers eine wichtige Rolle. Selten sind diese deckungsgleich.

Einer dieser seltenen Fälle, in dem die gefühlte und tatsächliche Bedrohung offenbar ziemlich genau übereinstimmten, wurde dieser Tage in Prag von den städtischen Überwachungskameras aufgezeichnet und aktenkundig.

Zugleich lässt der Polizeibericht zu dem auf dem Video festgehaltenen Vorfall in Holešovice Rückschlüsse zu der Frage zu, was in Polizisten vorgeht, wenn sie nach Dienstschluss ihre Uniform und ihre Dienstwaffe ablegen.

Es ist der späte Abend des 10. Dezember 2014. In der Straße Plynární, unweit des Cross Clubs, greifen zwei alkoholisierte junge Männer auf der Straße einen 37-jährigen Polizisten an. Der führt nach seiner Dienstzeit und somit als Privatmann sein Hündchen aus.

Grund für den Angriff: Einer der beiden schon öfter wegen Drogengeschichten mit dem Gesetz in Konflikt geratenen Männer erkennt in dem korpulenten Herrchen des kleinen Pudels den Polizisten, mit dem er bereits dienstlich Bekanntschaft gemacht hat.

Nach Verbalattacken eskaliert der Streit so weit, dass der Beamte sich zunächst als Polizist der Tschechischen Republik ausweist und sich dann mit einem Teleskopschlagstock zu verteidigen versucht. Allerdings entreißen die Angreifer dem Ordnungshüter seine Schlagwaffe und bedrohten ihn nun ihrerseits damit.

Der bedrängte Beamte greift in seiner Not zu seiner legal gehaltenen privaten Pistole und schießt damit in die Luft.

Da auch dieser Warnschuss seine Wirkung verfehlt, setzt der Polizist anschließend Pfefferspray gegen die Aggressoren ein. "Dieses erwies sich schließlich als am wirkungsvollsten. Inzwischen trafen vor Ort auch mehrere Polizeistreifen ein, die dem Kollegen halfen und die beiden jungen Männer (24, 26) festnahmen", heißt es in dem Polizeibericht.

Den beiden berauschten Angreifern, bei einem ergab eine Atemprobe etwas über ein Promille, beim anderen knapp zwei Promille Blutalkoholgehalt, droht im Falle einer Verurteilung wegen bewaffneten Angriffs auf einen Beamten eine Freiheitsstrafe von bis zu sechs Jahren.

Ob und gegebenenfalls welche weiteren Waffen der auch nach Dienstschluss bis an die Zähne bewaffnete Polizist neben Teleskopschlagstock, Pfefferspray und privater Pistole noch mitführte, geht aus dem Polizeibericht nicht hervor. (nk)

Autor: Niels Köhler
Themen: Polizeiberichte, Polizisten, Drogen, Alkohol, Lokales, Prag, Holešovice

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