Tschechien ohne Bier ist so wenig vorstellbar wie Italien ohne Wein
Prag -Tschechisches Bier (pivo) gehört traditionell zu den besten der Welt, da sind sich Fachleute einig. Aber auch der Bierkonsum der Tschechen ist unangefochten Weltspitze:
Statistisch trinkt jeder Einwohner Tschechiens jährlich 160 Liter des Nationalgetränks, in Jahren mit einem heißen Sommer auch durchaus noch etwas mehr.
Doch welches Bier ist das beste?

Darüber debattieren schon Generationen von Biertrinkern und -kennern, woran sich auch in Zukunft nichts ändern dürfte. Immerhin, nach einer im Jahr 2001 durchgeführten Umfrage der größten tschechischen Tageszeitung Mladá fronta Dnes, bei der die Leser das ihrer Meinung nach beste Bier nennen sollten, lag
Pilsner Urquell klar an erster Stelle: Von 5532 abgegebenen Stimmen wurde Pilsner Urquell 1159 mal genannt, gefolgt von
Gambrinus mit 984 Stimmen.
Der Abstand zu den auf dem dritten und vierten Platz liegenden
Radegast (540 Stimmen ) und
Budweiser (517 Stimmen) ist bereits deutlich größer, ebenso noch einmal der Abstand zu dem auf Platz fünf liegenden
Staropramen (379 Stimmen). Allerdings wurde bei der Umfrage nur allgemein nach der besten Marke gefragt, jedoch weder unterschieden zwischen gezapftem und Flaschenbier noch zwischen 10-gradigem oder 12-gradigem, was für Diskussionsstoff sorgen dürfte...
Trinkgepflogenheiten

Unumstritten ist jedoch die Standardmenge, in der das Bier traditionell ausgeschenkt und am liebsten getrunken wird, nämlich in Halb-Liter-Krügen oder -Gläsern. Und das am liebsten in der jeweiligen lokalen, rauchgeschwängerten Bierstube (hospoda, hostinec) zusammen mit den anderen Stammgästen, mit denen man über Fußball und Eishockey fachsimpeln, politisieren oder sich einfach über dies und jenes gemeinsam aufregen und Witze reißen kann.
Und zuprosten tut man sich gemeinhin, indem man die Gläser mit einem
'Na zdraví!' (Zum Wohl!) zunächst anstößt und - aufgepasst - dann noch einmal kurz mit dem Glasboden den Tisch leicht berührt oder auch heftig darauf schlägt, bevor man den ersten Schluck nimmt.
Kleinigkeiten zum Bier
Trinken macht hungrig, das wissen auch die Wirte und in jeder ordentlichen Gastwirtschaft gibt es zumindest ein paar Kleinigkeiten für den Hunger zwischendurch. Besonders beliebt und sind der in Öl mit Zwiebeln, Knoblauch, Paprika und Gewürzen eingelegte Camembert
(nakládaný hermelín), der gut durchgezogen mit ein paar Scheiben Brot serviert wird, sowie marinierte Würstchen, die sogenannten Ertrunkenen
(utopence), die meist mit ein paar Zwiebelringen und frischem Brot verschlungen werden.
Typisch tschechisch sind auch die kleinen geflochtenen Zöpfe aus sehr salzigem Käse
(korbáèek), die man zum Bier knabbert. Ebenfalls zum klassischen Angebot der Bierstuben gehören die sehr fettigen und mit einem ordentlichen Schlag Senf (horèice) servierten Bratwürste
(klobása, cigára) und die tschechische Variante des Leberkäses
(sekaná). Aber auch Rollmöpse
(zavináè) und Matjesheringe
(matjesy) fehlen selten.
Pilsner Urquell - die Bierlegende

Pilsen wurde im Jahr 1295 von König Wenzel II. gegründet. Und was gab der böhmische Monarch seiner am Zusammenfluss von vier Flüssen und an alten Handelswegen gelegenen Stadt als Angebinde mit auf den Weg? Er verlieh ihren Bürgern das Braurecht.
Damit hatte die künftige Hauptstadt des Bieres die ersten Kapitel ihrer Geschichte zu schreiben begonnen, der Geschichte eines Bieres, das im Laufe der Jahrhunderte zur Legende wurde. Einer Legende mit dem Namen Pilsner Urquell. Wie entstand sie und wer waren ihre Schöpfer?
den ganzen Artikel lesen
Pilsner Urquell - die Revolution im Brauwesen

Die Herstellung eines jeden Bieres, also auch des Pilsner Urquell, verläuft in vier Phasen: Mälzen der Gerste, Würzezubereitung, Gären und Reifen.
Worin besteht nun die Besonderheit der Herstellungsweise beim Pilsner Urquell und was trägt zu dem unnachahmlichen Geschmack und dem Charakter dieses außerordentlichen Bieres bei?
Um eine Antwort auf die Frage zu finden, müssen wir uns zunächst der Vergangenheit zuwenden. In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts hatte eine tatsächliche Revolution im Brauwesen stattgefunden. Erstmals in der Geschichte der Menschheit war ein Bier gebraut worden, wie wir es heute kennen - ein goldfarbenes Getränk mit genau der richtigen Bittere, mit schneeweißem Schaum.
Mit der Entwicklung der industriellen Produktion hat man beim Bierbrauen und Mälzen wissenschaftliche Vorgänge angewendet und das Bierbrauen, das ursprünglich auf der Erfahrung der Mälzer gegründet war, zu einem streng beobachteten chemischen Prozess gemacht.
den ganzen Artikel lesen
Bier - Wissenswertes, Zahlen und Fakten

Bier (pivo) wird in Tschechien heute in 50 industriellen Brauereien und in 21 Kleinstbrauereien mit angeschlossenem Restaurant gebraut. Außer der Brauerei U Flekù in Prag, die schon seit dem Jahr 1499 Bier braut, sind alle anderen Kleinstbrauereien erst nach dem Jahr 1991 entstanden.
Die größte Brauerei ist Plzeòzký prazdroj (Pilsner Urquell), deren Ausstoß im Jahr 2001 insgesamt 5,1 Millionen Hektoliter erreichte, an zweiter Stelle steht Radegast mit knapp 2 Millionen Hektolitern und an dritter Stelle Budìjovický Budvar (Budweiser) mit 1,3 Millionen Hektolitern, knapp gefolgt von Staropramen.
den ganzen Artikel lesen