Urkunden wurden von Botschaftsvertretern der beteiligten Länder in Prag überreicht
Prag - Jakub ©tefela (Foto links) aus Liberec (Reichenberg) und Peer Klüßendorf aus Rostock haben sich beim ersten internationalen Finale von Jugend debattiert international zum Thema „Soll in der Europäischen Union die Leugnung von Völkermord unter Strafe gestellt werden?“ gegen insgesamt 16 Debattanten aus Estland, Lettland, Litauen, Polen, Tschechien, der Ukraine sowie aus Deutschland durchgesetzt.
Schirmherr der Veranstaltung war der Schriftsteller und ehemalige tschechische Staatspräsident Václav Havel. Wolfgang Thierse, der Vizepräsident des Deutschen Bundestages, eröffnete als Ehrengast das Finale in der Aula des Prager Michnùv-Palastes.

Die Urkunden wurden von Botschaftsvertretern der beteiligten Länder in Prag, dem stellvertretenden Schulminister Jindøich Kitzberger, Günter Saathoff, Vorstand der Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ sowie dem Geschäftsführer der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung, Christof Eichert, überreicht.
Jugend debattiert international will zur Auseinandersetzung mit Themen aus den Bereichen Schule, Grundrechte und Europa anregen und das Debattieren als Medium demokratischer Auseinandersetzung stärken. Das Projekt trägt dazu bei, dass junge Menschen in Mittel- und Osteuropa ihre Ansichten und Standpunkte kenntnisreich und überzeugend vertreten können. Um zugleich die Deutschkenntnisse in den beteiligten Ländern und damit auch bilaterale Kulturbeziehungen zu fördern, findet das Projekt in deutscher Sprache statt.
Für eine Woche reisten die 16 Landessieger von Jugend debattiert international aus Mittel- und Osteuropa in die tschechische Hauptstadt, um sich dort in mehreren Debattierrunden für das Finale zu qualifizieren. In den Qualifikationsrunden konnten die Schüler zu Themen wie das kommunale Wahlrecht für Ausländer, das Verbot religiöser Symbole in Schulen und die geplante Raketenabwehr in Tschechien und Polen ihre Kompetenzen unter Beweis stellen.
Neben den gemeinsamen Debatten erwartete die Jugendlichen während der Turnierwoche ein umfangreiches Begleitprogramm. Der 86-jährige Prof. Jiøi Kosta berichtete bei einem Treffen mit den jungen Osteuropäern aus seinem bewegten Leben als Holocaust-Überlebender. Der tschechische Jungautor Jaroslav Rudi¹ las aus seinen zwei Romanen „Himmel unter Berlin“ und „Grandhotel“ und reflektierte die Beziehungen Tschechiens als Teil Europas zu anderen Nachbarländern..
Der Wettbewerb Jugend debattiert international wurde 2005 erstmals in Polen und Tschechien durchgeführt. Seit 2006 nehmen auch Schulen in Estland, Lettland, Litauen und der Ukraine daran teil. Insgesamt waren in diesem Jahr 1390 Schülerinnen und Schüler aus 74 Schulen bei dem Wettbewerb vertreten.
Jugend debattiert international ist ein Projekt des Goethe-Instituts, der Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ und der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung.
Weitere Informationen zu Jugend debattiert international:
www.jugend-debattiert.euPressemitteilung des Goethe-Instituts Prag vom 5.10.2007