Die betroffenen Eltern bereiten Klage gegen das Krankenhaus vor
Tøebiè/Prag - Nikola und Veronika sollen jeweils zu ihren leiblichen Eltern, doch der Weg dahin wird für die Familien sicherlich sehr belastend. Die beiden heute zehn Monate alten Mädchen waren unmittelbar nach ihrer Geburt im Klinikum Tøebiè (Mähren) vertauscht worden.
Erst durch einen privat durchgeführten DNA-Test eines Vaters war die Verwechslung vergangene Woche ans Licht gekommen.
Die Polizei ermittelt in dem Fall gegen acht Krankenhausangestellte, darunter ein Arzt und drei Schwestern.
Bislang wird vermutet, dass die Babys nach ihrer Geburt am 9. Dezember 2006 vom Krankenhauspersonal nicht vorschriftsgemäß gekennzeichnet worden waren und daher vertauscht wurden. Die beiden Elternpaare einigten sich vergangene Woche bereits darauf, dass sie die Kinder wieder "zurücktauschen" wollen.
Derzeit stehen die beiden Familien allerdings unter Schock. Die Großmutter eines der Mädchen brach am Freitag nervlich zusammen. "Die ist kollabiert und liegt im Krankenhaus. Sie konnte das alles nur schwer ertragen", so ein Familienangehöriger.
Die "falsche" Mutter von Veronika ist schwanger und steht ebenfalls unter Schock. Ein für das Wochenede geplantes erstes längeres Treffen sagten beide Familien kurzfristig ab – nach Rücksprache mit Sozialarbeitern und Psychologen. Es soll aber noch in dieser Woche nachgeholt werden, damit sich die Kindern möglichst bald an ihre leiblichen Eltern gewöhnen können.
Am Wochenende trafen sich aber die beiden betroffenen Väter (Foto), um das weitere Vorgehen zu besprechen. Beide Familien wollen - vermutlich gemeinsam - gegen das Krankenhaus klagen und Schmerzensgeld fordern.
Tschechien Online, 8.10.2007. Foto: ÈTK