Rentnerin in Tschechien baute Marihuana an

Polizei fand bei der 72-Jährigen knapp zwei Kilogramm indischen Hanf

Prag - Ein ungewöhnlicher Fall von Drogenmissbrauch beschäftigt zurzeit Polizei und Justiz im tschechischen Kreis Bruntál (Nordmähren). Dort ermitteln die Behörden gegen eine 72-jährige Rentnerin, die in ihrem Garten eine größere Menge Marihuana angebaut hatte.

Bei der Frau wurden knapp zwei Kilogramm getrockneter Pflanzenteile gefunden und konfisziert, berichtete die Tageszeitung Právo (Prag).

Dies liegt deutlich über der in Tschechien tolerierten Menge Cannabis. Gegen die Rentnerin wurde zunächst Strafanzeige wegen unerlaubten Drogenbesitzes erhoben.

Nach Informationen von Právo streitet die Seniorin aber sämtliche Vorwürfe des Rauschgiftmissbrauchs ab. Sie behauptet, den Hanf aus gesundheitlichen Gründen angebaut zu haben, um sich damit Bäder zur Behandlung eines chronischen Leidens zu bereiten.

Nachdem die Polizei die Anklage zwischenzeitlich hatte zurückziehen wollen, scheint sich der Fall nun doch wieder zu verkomplizieren. Denn zum Marihuana hatte offenbar auch der Enkelsohn der Frau Zugang, von dessen rein medizinischem Interesse an dem Wirkstoff die Ermittlungsbehörden nicht überzeugt zu sein scheinen.

Tschechien Online, 18.10.2007. Foto: Archiv
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