Weltpremiere für Polanskis Film „Oliver Twist“ in Prag - Deregulierung der Mieten - StB-Vorwürfe gegen neuen Leiter des Regierungsamtes
Prag - Die Weltpremiere des neuen Roman Polanski-Films "Oliver Twist" wird Ende September - vermutlich am 24.9.2005 - in Prag stattfinden.
Die Verfilmung des Charles Dickens-Romans drehte Polanski im vergangenen Jahr im Mai in den Prager Barrandov-Studios, in Kutná Hora, Mìlnik und anderen tschechischen Orten.
Der Filmstandort Tschechien hatte sich damals gegen Rumänien durchsetzen können. „Natürlich wäre es in Rumänien deutlich billiger gewesen“, so Polanski während der Dreharbeiten, „aber die dortigen Studios können längst nicht so eine hohe Qualität anbieten wie die bei Ihnen.“ Die Weltpremiere solle nun eine Art Dankeschön an alle Tschechen sein, die an dem Film mitgearbeitet hätten, sagte Veronika Finková von der Produktionsgesellschaft ETIC Films.
Deregulierung der Mieten
Prag - Die Deregulierung der staatlichen Mieten rückt näher. Gestern machten die Abgeordneten einen ersten Schritt, indem sie einen entsprechenden Gesetzesentwurf in erster Lesung verabschiedeten. Nun geht der Entwurf in die Ausschüsse und könnte - wenn alles glatt läuft - bereits in wenigen Wochen im Abgeordnetenhaus zur Abstimmung gestellt werden.
Das Gesetz sieht vor, die staatlich regulierten Mieten ab Oktober 2006 schrittweise zu erhöhen. In einem Zeitraum von sechs Jahren sollen die Mieten danach um durchschnittlich 9,3 Prozent steigen. Die Mieterhöhungen werden dabei regional gestaffelt: Während sie im Jahresdurchschnitt in Ostrava nur um 1,8 Prozent steigen sollen, sind für Prag 17, 8 Prozent vorgesehen.
Allerdings dürften dies noch nicht die endgültigen Zahlen sein, denn nicht nur die Opposition, sondern auch die Koalitionspartner der ÈSSD haben Vorbehalte: So treten KDU-ÈSL und Freiheitsunion für eine schnellere Deregulierung ein.
StB-Vorwürfe gegen neuen Leiter des Regierungsamtes
Prag - Die Ernennung des von Premier Paroubek ausgewählten Ivan Pøikryl zum Leiter des Regierungsamtes hat gestern nicht die Zustimmung des Kabinetts gefunden. Der Grund: Gegen den bisherigen stellvertretenden Minister für Regionalentwicklung wurden Vorwürfe laut, er habe vor der Wende mit dem kommunistischen Staatssicherheitsdienst (StB) zusammengearbeitet.
Bis die Vorwürfe geklärt werden können, soll Pøikryl das Amt nur kommissarisch führen. Premier Paroubek gab damit dem Druck der Koalitionsparteien nach. Prikryl selbst wies die Anschuldigungen gestern zurück. Dokumente, die eine Tätigkeit für den StB belegen, bezeichnete er als „unglaubwürdig“. Einen Verzicht auf die Leitung des Regierungsamtes lehnte Pøikryl ab, machte aber deutlich, dass er das Amt nur bei einer klaren Unterstützung des Kabinetts antreten wolle. Er würde damit Ale¹ ©ulc ablösen, der noch unter Premier Stanislav Gross berufen worden war.
Tschechien-online, 18.8.2005