Unipetrol-Korruptionsaffäre: Krakau hat Tonbänder

Krakau/Prag - Die Staatsanwaltschaft Krakau ist im Besitz mehrerer Mitschnitte von Gesprächen polnischer Lobbyisten, aus denen hervorgeht, dass tschechische Politiker Bestechungsgelder kassiert haben.

Diese heimlich aufgenommenen Gespräche seien „der Haupttrumpf“ in den Ermittlungen rund um die Privatisierung der tschechischen Ölfirma Unipetrol im April vergangenen Jahres, sagte der Krakauer Staatsanwalt Jerzy Balicki in einem Interview für die in Prag erscheinende Tageszeitung Mladá fronta Dnes.

„Wenn Experten die Echtheit dieser Mitschnitte bestätigen, dann werden wir sie sehr ernst nehmen“, so Balicki. Neben Gesprächen des polnischen Lobbyisten Jacek Spyra liegen auch welche mit Krysztof Kluzek vor - dem ehemaligen Aufsichtsratsmitglied der Firma PKN Orlen, an die Unipetrol schließlich verkauft wurde.

„Sypra hat mir bei den Treffen gesagt, dass seine Gruppe Bestechungsgelder verteilt hat, letztendlich aber von Babi¹ überboten worden ist“, so Kluzek gegenüber Mladá Fronta Dnes.

Medien in Polen und Tschechien spekulieren schon seit längerem darüber, dass der Unternehmer Andrej Babi¹ unter anderem den damaligen Premier Stanislav Gross (Foto) bestochen haben könnte.

Tschechien-online, 12.9.2005
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