Bürgermeister gegen Olympische Spiele in Tschechien

Gemeinden befürchten Schuldenlast wegen "megalomanischer Projekte"

Prag - Die Vereinigung unabhängiger Bürgermeister Tschechiens ist dagegen, dass die tschechische Regierung für die Ausrichtung der Olympischen Spiele Rechtsgarantien übernimmt.

Sie befürchtet nämlich, dass die Ausrichtung der Spiele zu einer Überschuldung der öffentlichen Haushalte führen würde und fordert eine Verschiebung der Bewerbung - und zwar für die Spiele des Jahres 2032. Das sagte heute die Sprecherin der Bürgermeister, die Senatorin Jana Juøenèáková, wie die Nachrichtenagentur ÈTK meldet.

Die offizielle Anmeldung zur Kandidatur, die eine solche Rechtsgarantie enthalten muss, muss beim Internationalen Olympischen Komitee in Lausanne bis zum 14. Januar eingehen. Die tschechische Regierung wird über die Gewährung einer Garantie am Mittwoch beraten, das Ergebnis ist dabei noch offen. Tschechische Medien spekulieren sowohl über eine Ablehnung als auch eine Gewährung der nötigen Rechtsgarantie.

Mit der Gewährung einer Rechtsgarantie würde sich die tschechische Regierung unter anderem verpflichten, bei den Spielen die olympische Charta zu achten, allen akkreditierten Sportlern, Trainern und Journalisten Freizügigkeit zu gewähren. Knackpunkt könnte sein, ob die Rechtsgarantie auch finanzielle Zusagen enthalten muss.

„Der Prager Magistrat wird sich (nach Ausgabe einer Garantie) bei seinen megalomanischen Projekten immer auf diese Garantie berufen und das Projekt trotz des Widerstandes der Mehrheit der Gesellschaft durchsetzen. Dabei führen die Prager Ratsherren mit der Öffentlichkeit keinerlei Debatte über die Spiele und berücksichtigen nicht die Ängste, die das Projekt hervorruft", kritisierte Jana Juøenèáková heute. Nach ihrer Einschätzung würde sich das Land im Falle einer tatsächlichen Ausrichtung der Sommerspiele zusätzlich um 400 bis 500 Mililarden Kronen verschulden.

Bildhinweis: Oberbürgermeister Pavel Bém (im Bild rechts) und der Vorsitzende des Tschechischen Olympischen Komitees Milan Jirásek (links) am 4. September beim Einreichen des offiziellen Bewerbungsbriefes für die Ausrichtung der Olympischen Sommerspiele 2016.


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