Moderne Fördermaschinen sollen den Steinkohleabbau verlängern
Prag - Tschechiens Energieabhängigkeit und die absehbare Erschöpfung der Kohlereserven lässt Unternehmen in moderne Technologien investieren. Das nordmährische Steinkohleunternehmen OKD will 2008 in Hochleistungs-Fördertechnik rund 290 Mio. Euro investieren.
Sehr tiefgelegene, bisher nicht profitable Schichten sollen dadurch erreicht werden und wirtschaftlich abgebaut werden können, was den Abbau bis 2020 verlängern wird. Zwei Drittel der Summe gehen in den Einkauf moderner Bergbautechnologien.
Die Ostrauer Bergbaugesellschaft OKD, Tschechiens größtes Steinkohlabbauunternehmen, plant eine Rekordinvestition. OKD hat angekündigt, bis 2010 fünf Bergwerke im Rahmen eines Investitionsplans zur Optimierung der Produktion umfassend zu modernisieren. Im Jahr 2008 sollen dafür 7,2 Mrd. Tschechische Kronen (Kè; 25.2.08: 1 Euro = 25,040 Kè) eingesetzt werden. Durch die steigende Krone entsprach das im Februar rund 290 Mio. Euro. Wie der Sprecher des Unternehmens, Vladislav Sobol, gegenüber der Nachrichtenagentur ÈTK sagte, soll mit rund 5,0 Mrd. Kè der größte Teil der Investition in den Einkauf neuer Fördertechnologien gehen - darunter in fünf komplette Hochleistungs-Strebausrüstungen sowie Vortriebs- und Fördertechnologien. Nicht nur unter Tage wird investiert. Auch die Modernisierung des Wärmekraftwerks des Bergwerks ÈSM sowie die Installation einer zentralen Klimatisierung stehen auf dem Programm, ebenso Technologien zur Weiterverarbeitung der geförderten Kohle und zur Erhöhung der Sicherheit.
Im 2. Halbjahr 2008 soll der erste Förderkomplex im Bergwerk Lazy eingesetzt werden. Die Ausstattung der Bergwerke ÈSA, ÈSM, Darkov und Paskov sollen folgen. Nach Informationen der tschechischen Technischen Wochenzeitung dürfte der Hauptlieferant der Strebtechnologie die amerikanische Gesellschaft Bucyrus werden. Sie hatte 2007 den weltweiten Marktführer bei Ausrüstungen für den Strebbau, die Deutsche Bergbau Technik GmbH (DBT), gekauft. Des Weiteren nennt die OKD-Zeitschrift Horník (Bergarbeiter) als Technologielieferanten die Unternehmen Eickhoff, Fite und Sandvik. Bei dem OKD-Zulieferportal (Portál pro dodavatele; http://nakup.okd.cz) können sich interessierte Lieferanten gegen eine Gebühr registrieren und durch einen Rahmenvertrag Zugang zu den Ausschreibungen erhalten.
Ursprüngliche Einschätzungen gingen von einer schrittweisen Erschöpfung des OKD-Steinkohlereviers bis zum Jahr 2015 aus. Doch initiierte der im Sommer 2007 zum Generaldirektor von OKD ernannte deutsche Bergbaumanager Klaus-Dieter Beck eine Neubewertung. Ergebnis war der umfassende Investitionsplan, der den Abbau in den Gruben der Bezirke Karvina und Frýdek-Místek bis 2020 möglich und rentabel macht, indem er in Tiefen über einen Kilometer hinaus geht.
Die Aktiengesellschaft OKD (Ostravsko-karvinské doly) gehört zu 100% der in den Niederlanden registrierten Holdinggesellschaft New World Resources. Diese steht im Besitz der in Zypern basierten Investitionsgesellschaft RPG Industries, deren Mehrheitseigner der Tscheche Zdenek Bakala ist. Der Börsengang von OKD in Prag und London ist geplant. OKD beschäftigte Ende 2007 rund 15.220 Arbeitnehmer und förderte rund 13 Mio. t Steinkohle. Der Gewinn des Unternehmens lag 2006 bei 3,6 Mrd. Kè (rund 127 Mio. Euro).
Kontaktanschrift:
OKD a.s. VOJ Zásobování
Gregorova 3, 701 00 Ostrava
Tel.: +420/596-262 821, Fax: -118 825
E-Mail: nakup@okd.cz
Internet:
http://nakup.okd.cz Tschechien Online, 3.3.2008. © Bundesagentur für Außenwirtschaft 2008. Foto: ÈTK