Premier Topolánek knüpft Entscheidung an die Haltung der Grünen
Prag - Die tschechischen Christdemokraten (KDU-ÈSL) haben mit Nachdruck die Rückkehr ihres Vorsitzenden Jiøí Èunek (rechts) in die Prager Ministerriege gefordert. Das ist das Ergebnis einer Sondersitzung der Parteiführung am Donnerstag in Prag.
"Der Vorstand der KDU-ÈSL fordert die bedingungslose Einhaltung des Koalitionsvergtrags und die unverzügliche Rückkehr von Jiøí Èunek in die Regierung", heißt es in einer Resolution der Volkspartei.
Èunek war im November vergangenen Jahres als Vizepremier und Minister für Regionalentwicklung zurückgetreten, nachdem er wegen Unklarheiten bezüglich seiner Vermögensverhältnisse unter Druck geraten war. Seinen Rücktritt hatten damals auch Mitglieder der Regierung gefordert, vor allem aus den Reihen der Grünen.
Die KDU-ÈSL sieht in dem Umstand, dass sie seit mehr als einem Vierteljahr nicht "vollwertig" im Kabinett vegtreten sei eine Behinderung der "glatten Koalitions-Zusammenarbeit", zitiert die Nachrichtenagentur ÈTK (Prag) aus der Erklärung der Partei-Spitze. Gleichzeitig lehnen die Christdemokraten jegliche Bedingungen im Zusammenhang mit dem politischen Comeback Èuneks ab.
Premiér Mirek Topolánek (ODS) begrüßte die deutliche Forderung der KDU-ÈSL nach Rückkehr ihres Vorsitzenden. Er wies aber darauf hin, dass die Partei sich zunächst mit den Grünen (SZ) einig werden müsste. Diese betrachten die "Causa Èunek" noch nicht als zufriedenstellend geklärt, und Außenminister Karel Schwarzenberg hat für den Fall der Rückkehr Èuneks mit seinem Rücktritt gedroht.
Über die angespannte Stimmung in der Koalition wollen die Parteichefs Topolánek, Èunek und Bursík demnächst verhandeln. Medienberichten nach könnte die Sitzung noch diesen Freitag stattfinden.
Tschechien Online, 6.3.2008. Foto: ÈTK