Besonders Arbeiter, Arbeitssuchende und Menschen mit geringer Bildung halten sich für arm
Prag - Mehr als ein Drittel der tschechischen Bevölkerung hält sich laut einer Umfrage des Prager Meinungsforschungsinstitut STEM für arm.
Befragt wurden insgesamt 1320 Erwachsene in Tschechien. Dabei hielten sich besonders Arbeitssuchende, ältere Pensionäre, Menschen mit einem geringeren Bildungsstand sowie Arbeiter, so das Ergebnis der Umfrage, nach eigenen Angaben für arm.
Wie die Nachrichtenagentur ÈTK (Prag) meldet, gilt eine Familie in Tschechien als arm, wenn das Einkommen pro Haushalt zwischen 25.000 und 30.000 Kronen liegt. Im Jahr 2006 waren nach Angaben des Tschechischen Amt für Statistik (ÈSÚ), etwa 2,5 Prozent der tschechischen Haushalte von Armut betroffen.
Weiterhin ergab die STEM-Umfrage, dass acht Prozent der befragten Personen es als schwierig empfinden, mit ihren Einkünften über die Runden zu kommen. Die Mehrheit der Befragten mit einem monatlichen Einkommen unter 20.000 Kronen hatten nach eigenen Angaben solche Schwierigkeiten. Etwa zwei Drittel der Befragten mit einem monatlichen Einkommen zwischen 20.000 und 30.000 Kronen gaben an, Probleme zu haben finanziell über die Runden zu kommen.
Nach Angaben des Tschechischen Statistikamts haben elf Prozent der Haushalte in Tschechien große Probleme, mit ihrem Einkommen über die Runden zu kommen. Mehr als ein Drittel der Haushalte in Tschechien geben an, derzeit keine existenziellen Problemen zu haben. Etwa sieben Prozent der Haushalte in Tschechien geben an, sämtliche Bedürfnisse über ihr Einkommen zu finanzieren.
Die Wahrnehmung von Armut entspricht, so das Meinungsforschungsinstitut im Rahmen der jüngsten Umfrage, einer subjektiven Sichtweise der Befragten bezogen auf deren gegenwärtigen Lebensstandart und reflektiere deren Vorstellungen über Lebensentwürfe, Werte sowie Konsumbedürfnisse.
Tschechien Online, 22.3.2008. Foto: ÈTK