Internationale wissenschaftliche Konferenz in Prag diskutiert neuste Forschungsergebnisse
Potsdam/Prag - "Der Prager Frühling 1968: Zivilgesellschaft - Medien - Politische und kulturelle Transferprozesse" lautet das Thema einer internationalen wissenschaftlichen Konferenz, an der mehr als 20 Referenten aus neun Nationen teilnehmen werden.
Wie das Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam mitteilt, findet die Konferenz vom 15. bis 17. Juni 2008 im Senatssaal des Parlaments der Tschechischen Republik in Prag statt und steht unter der Schirmherrschaft des stellvertretenden Vorsitzenden des Senats der Tschechischen Republik, Petr Pithart, und des Präsidenten der Akademie der Wissenschaften der Tschechischen Republik, Václav Paèes.
Auf der dreitägigen Konferenz werden neueste Forschungsergebnisse zur Gesellschafts- und Kulturgeschichte des Prager Frühlings vorgestellt und dadurch die vorwiegend politik- bzw. ereignisgeschichtlich geprägte Sicht auf den Reformprozess in der Tschechoslowakei erweitert. Darüber hinaus soll die Untersuchung der gesellschaftlichen Liberalisierung während des Prager Frühlings durch transnationale und transfergeschichtliche Fragestellungen ergänzt werden.
In den Blick genommen werden die Wechselwirkungen zwischen den Prozessen in der ÈSSR und den parallel ablaufenden Umbrüchen in den westlichen Gesellschaften, insbesondere der westdeutschen und französischen Studentenbewegung. Gefragt wird nach direkten Kontakten der Akteure in Ost und West, nach deren wechselseitiger Wahrnehmung, dem Transfer von Ideen und Konzepten, aber auch nach der systemübergreifenden Wirkungsgeschichte von Popkultur und Konsum.
Die Tagung wird gemeinsam vom Zentrum für Zeithistorische Forschung in Potsdam, dem Institut für Zeitgeschichte an der Akademie der Wissenschaften der Tschechischen Republik, dem Hannah-Arendt-Institut für Totalitarismusforschung in Dresden sowie der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur veranstaltet.
Sie zielt neben der wissenschaftlichen Fachöffentlichkeit auf ein breiteres zeitgeschichtlich interessiertes Publikum. Mit ihrem gesellschafts- und kulturgeschichtlichen Ansatz sowie dem Anspruch, eine Ost und West verbindende Debatte um 1968 und seine Langzeitfolgen zu initiieren, setzt sie einen besonderen Akzent in der öffentlichen Debatte um das Thema 1968.
Weitere Informationen:
http://www.zzf-pdm.de/Portals/images/versanstaltungen/konf68_programm.pdfTschechien Online, 26.5.2008. Foto: ÈTK