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Rubrik: Stil | 22. Februar 2017, 19:30 Uhr
Tschechiens wichtigstes Modeereignis findet vom 17.bis 24. März statt

Prag - Die tschechische Hauptstadt möchte beweisen, dass sie anderen Metropolen der Welt in Sachen Mode nichts nachsteht - und veranstaltet im Frühling ebenfalls eine Fashion-Show.

Seit bereits sieben Jahren besuchen prominente tschechische, aber auch ausländische Modebegeisterte, die Mercedes-Benz Prague Fashion Week, um sich hier von aktuellen Trends inspirieren und begeistern zu lassen.

Vertreten sind Modeschöpfer sowohl aus Tschechien als auch der Slowakei, welche die Tage nutzen, um ihre aktuellen Kollektionen für die nächste Saison zu präsentieren. Inspiriert sind die Shows von den bekanntesten Veranstaltungen in Mailand und Paris, selbstverständlich.

Fashion Week bedeutet aber nicht nur die Präsentation in Form von klassischen Modeschauen: Es werden auch viele weitere Nebenveranstaltungen stattfinden rund um das Thema Mode, Kunst, Design und Wirtschaft, wie zum Beispiel die Luxus-Einkaufsorgie "Pařížská Shopping Night". Ein besonderer Reiz dabei: Viele Veranstaltungen finden in historischen Gebäuden Prags statt, der vielbeschworene Genius loci lässt dann zumindest grüßen. (elst/nk)

Bildnachweis:
Facebook | Mercedes-Benz Prague Fashion Week
Themen: Mode, Models
Tschechien OnlineTschechien Online | 22. Februar 2017, 15:06 Uhr

Prag - Tschechien boomt. Mit der Wirtschaft des Landes geht es immer weiter bergauf, die tschechische Jugend tanzt sich durch die aufstrebende Clubszene und die Hauptstadt Prag ist ein Kleinod, das Menschen aus der ganzen Welt anlockt. Obwohl das deutsche Nachbarland Tschechien so viel zu bieten hat, ist es noch immer ein eher unbekannter Nachbar. Es wird höchste Zeit für einen Urlaub im schönen, unbekannten Nachbarland Tschechien.

Das Land mit dem Mietwagen erkunden

Viele Wege führen nach Prag. Doch mit dem Auto ist die Anreise in die tschechische Hautstadt besonders schön. Direkt hinter den Grenzübergängen, die deutsche Staatsbürger in der Regel passieren können, ohne auch nur anhalten zu müssen, beginnt die Reise durch ein Land, das viele Überraschungen zu bieten hat. Auf den großen Märkten in Grenznähe gibt es fast alles zu kaufen: Zigaretten, Kleidung und natürlich tschechische Süßigkeiten und köstliche Backwaren. Auch wenn Tschechien EU-Mitglied ist, sind die Preise im Land noch immer moderat – zumindest aus deutscher Sicht.

Wer mit dem Mietwagen nach Tschechien reist, ist unterwegs flexibel. Ob Aussichtsturm einer alten Burg, ein hübsches Dorf oder ein Restaurant, von dem im Reiseführer geschwärmt wird – mit dem Mietwagen lässt es sich überall anhalten. Ein kleiner Umweg zu einem lohnenswerten Ziel wird da gern in Kauf genommen.

Das Straßennetz ist in Tschechien hervorragend ausgebaut und es ist meist kein Problem, sein Reiseziel in der geplanten Zeit zu erreichen. Sollte die Fahrt doch einmal länger dauern, gibt es in fast jedem größeren Ort die Möglichkeit, in einem Gasthaus einzukehren und die tschechische Küche kennenzulernen. Hier erwarten die Gäste vor allem deftige Fleischgerichte, saftige Braten und vor allem die berühmten Knödel. Auch Nachspeisen bereiten die tschechischen Köchinnen und Köche hervorragend zu. Für einen Palatschinken mit hausgemachter Marmelade ist selbst im vollsten Magen noch ein bisschen Platz.

Wer nach der Mahlzeit noch mit dem Mietwagen weiterfahren möchte, muss allerdings auf sein Bier und den Verdauungsschnaps verzichten. Für Autofahrer herrscht in Tschechien ein absolutes Alkoholverbot. Welche weiteren Verkehrsregeln und Besonderheiten zu beachten sind und was im Fall eines Nichteinhaltens droht, kann hier nachgelesen werden. Auch an die Geschwindigkeitsbeschränkungen sollten sich Autofahrer, die aus Deutschland anreisen, unbedingt halten. Auf dieser Seite gibt es hilfreiche Informationen darüber, welche Strafen Rasern drohen und warum Fahrer von Mietwagen genauso vorsichtig sein sollten wie Fahrer, die mit dem eigenen PKW anreisen. Auch wenn Tschechien als sehr sicheres Land gibt, sollten Mietwagen immer auf bewachten Parkplätzen abgestellt werden. Dann steht dem Urlaubsvergnügen nichts mehr im Wege. (dap) 

Rubrik: Kultur, Theater, Oper, Tanz | 22. Februar 2017, 08:02 Uhr
Uraufführung: 23. März 2017

Prag - Die Vorstellung Cube ist die Fortführung des erfolgreichen Projektes LaternaLAB. Als Quelle der Inspiration für das Projekt dienen die ursprünglichen Inszenierungen der Laterna magika, eine sehr enge Verknüpfung eines Filmbildes und einer Livehandlung, diesmal unter Nutzung des Filmmappings aus mehreren unterschiedlich angeordneten Projektoren.

Die bildnerische Komposition geht vom Motiv eines Würfels aus – des "cube", und zwar in allen möglichen Varianten, die uns umgeben. Mit Hilfe einer sehr einfachen Basisszenographie und einer detaillierten, genau vermessenen Projektion ist es möglich, seine Perspektive, seine Bewegung und seine Oberfläche zu verändern und so den gesamten Raum, die Dynamik und die Zeit zu beeinflussen.

Die moderne, genaue Choreographie unterstützt die filmische Illusion, und die filmische Illusion unterstützt wiederum die Bewegung des Interpreten auf der Bühne.

Seine Uraufführung erlebt das Projekt am 23. März 2017, schon zuvor aber können Neugierige den Work-in-Progress-Aufführungen beiwohnen. (nk)

Bildnachweis:
Narodni-divadlo.cz
Themen: Laterna magika
Rubrik: Sport, Tennis | 20. Februar 2017, 22:39 Uhr

Prag - Ein vollgepacktes Programm - das kennen sicher viele Besucher der tschechischen Hauptstadt. Nicht anders erging es am 20. Februar dem Schweizer Tennis-As Roger Federer, der jedoch nicht in erster Linie zum eigenen Vergnügen in der Goldenen Stadt weilt, sondern vor allem die Aufgabe hat, die Werbetrommel für den im Herbst erstmals stattfindenden Laver Cup zu rühren.

Zusammen mit seinem Gastgeber und Fremdenführer Tomáš Berdych, der Nummer Eins im tschechischen Herrentennis, trat er unter anderem auf dem Altstädter Ring auf (mit der Prager Oberbürgermeisterin Adriana Krnáčová), absolvierte eine Pressekonferenz - und spielte auf einem alten Moldaukahn mal eben eine Partie Tennis unter der Karlsbrücke. 

Tatsächlich war dem Duo die Aufmerksamkeit nicht nur der anwesenden Touristen auf der Karlsbrücke, sondern auch der Medien sicher. 

Der erste Jahrgang des neu ins Leben gerufenen Laver Cups, in dem sich eine europäische Auswahl mit einer Weltauswahl misst, findet in der Prager O2 Aréna vom 22. bis 24. September statt.

Neben der Teilnahme Roger Federers ist auch die des Spaniers Rafael Nadal bestätigt, mit dem hatte die schweizerische Tennislegende unlängst noch ein fünfstündiges Marathon-Match bei den Australian Open ausgefochten. (nk)

Themen: Laver Cup, Roger Federer, Tomáš Berdych, Marketing, Lokales, Prag
prag aktuellprag aktuell | Rubrik: Politik | 20. Februar 2017, 20:26 Uhr
Mládek selbst überrascht - Medien spekulieren über Tomáš Prouza als Nachfolger

Prag - Der tschechische Premier Bohuslav Sobotka (ČSSD) hat heute auf einer Pressekonferenz bekanntgegeben, dass er am Donnerstag dem tschechischen Staatspräsidenten Miloš Zeman vorschlagen wird, Jan Mládek (Foto) von seinem Posten als Industrie- und Handelsminister abzuberufen.

Ebenfalls am Donnerstag teile er dem Präsidenten dann auch mit, wen er als Nachfolger seines sozialdemokratischen Parteigenossen an der Spitze des Ministeriums vorschlage. 

Medien spekulieren derweil, der bisherige Bevollmächtige für Digitalisierung, Tomáš Prouza, ebenfalls Sozialdemokrat, könnte Mládeks Nachfolger als Industrieminister werden.  

Als Grund für die Abberufung seines Industrieministers nannte der Regierungschef Mladéks unglückliches Agieren in Sachen Wettbewerbsbedingungen für Mobilfunkanbieter.

Zusammen mit den Chefs des Tschechischen Telekommunikationsamtes (ČTÚ) und der Kartellbehörde (ÚOHS) will Bohuslav Sobotka baldmöglichst im Abgeordnetenhaus eine Novelle des Gesetzes über elektronische Kommunikation durchsetzen, die zu mehr Wettbewerb, niedrigeren Preisen und mehr Verbrauerschutz führe. Mládek habe jedoch in den zurückliegenden Wochen "widersprüchliche Signale" ausgesandt, so Bohuslav Sobotka heute. 

"Roaming ein Luxus für Eliten"

Jan Mládek selbst wurde offenbar von seiner Abberufung überrascht und bestreitet, in der Sache Fehler gemacht zu haben. Lediglich in Sachen PR räumte der Minister Unzulänglichkeiten ein. Der geschasste Minister sieht sich dabei als Opfer einer Kampagne von ANO-Chef Andrej Babiš.

Tatsächlich stand der 56-jährige Minister in den vergangenen Tagen unter starkem Druck. Kritisiert wurde Mládek von der Opposition und insbesondere der TOP 09 wegen der Position seines Ministeriums hinsichtlich der Preispolitik von Telekommunikationsfirmen für mobile Datennutzung und die Roaminggebühren. 

Nach Meinung der Kritiker habe die Tschechische Republik in Brüssel bei den Verhandlungen über ein Ende der Roaminggebühren als Bremser gewirkt und Bedingungen durchgesetzt, die den übernationalen Telekommunikatonsfirmen zu Gute kämen und die Marktposition von kleineren Anbietern schwächten. 

Mládek verteidigte seine Haltung jedoch und sagte, eine Abschaffung der Roaminggebühren führe nur dazu, dass die Kosten auf die "normalen" Verbraucher abgewälzt würden, die nicht ins Ausland reisten: "Sechs Millionen Tschechen fahren jedes Jahr ins Ausland, die Hälfte davon bilden die, die einmal ans Meer nach Kroatien wollen. Weitere drei Millionen realisiert dann die Elite, die ständig über die Grenze fährt - auf Dienstreisen oder in den Urlaub."

Twitter-Tiraden von der Burg gegen Prouza

Obwohl die Personalie Prouza bislang nicht mehr als Spekulation ist und von keiner Seite bestätigt wurde, rief das Blätterrauschen bereits ein unüberhörbares Grollen von der "Burg" hervor.

Der Sprecher des Staatspräsidenten, Jiří Ovčáček, begann sich sogleich per Twitter auf den möglichen Nachfolger von Jan Mládek einzuschießen. Prouza stehe NGOs nahe, die fortwährend den Präsidenten angriffen und habe selbst "Fake-News" verbreitet.

Zudem erinnerte Ovčáček daran, dass Prouza sich sehr offen gegenüber der Aufnahme von ausländischen Immigranten ausgesprochen habe. Beides offenbar keine guten Voraussetzungen, um vom Staatspräsidenten in Tschechien als Minister vereidigt zu werden. (nk) 

Themen: Jan Mládek, tschechische Regierung, Tomáš Prouza, Jiří Ovčáček
prag aktuellprag aktuell | Rubrik: Wirtschaft | 19. Februar 2017, 21:26 Uhr
Landwirtschaftsminister zieht nach sechs Wochen H5N8 erste Schadensbilanz

Prag - Sechs Wochen nach dem ersten dokumentierten Fall von Vogelgrippe in Tschechien nach zehn Jahren zog der tschechische Landwirtschaftsminister Marian Jurečka (KDU-ČSL) am Sonntag Zwischenbilanz. 

In einer Sendung des privaten TV Senders Prima sagte er, dass tschechische Geflügelzüchter wegen dem Auftreten der hochansteckenden Infektionskrankheit in ihren Beständen insgesamt 58.000 Tausend Stück Geflügel keulen mussten. Die Kompensationsforderungen der Landwirte an den tschechischen Staat beliefen sich auf rund 12 Millionen Kronen (etwa 445.000 Euro). 

Derzeit gibt es nach Auskunft des Ministers 29 Infektionsherde in Tschechien. Ob die Vogelgrippe bald eingedämmt werden könne oder sich weiter ausbreiten werde, sei dabei schwer vorherzusehen und nicht zuletzt von der Witterung abhängig.

Für mögliche weitere Kompensationsleistungen stünden insgesamt 31 Millionen Kronen bereit. Sollten diese Mittel ausgeschöpft sein, müssten weitere Mittel in der Haushaltsreserve gefunden werden, weil es sich um Ausgaben handele, zu denen der Staat gesetzlich verpflichtet sei, so der Minister.  

In Tschechien ist die Vogelgrippe in diesem Jahr erstmals wieder seit dem Jahr 2007 aufgetreten. Die Vögel sind dabei fast ausschließlich mit dem Virustyp H5N8 infiziert, bei dem bislang noch keine Übertragung auf den Menschen nachgewiesen wurde. (nk)

Themen: Vogelgrippe, Landwirtschaft, Marian Jurečka
Rubrik: Kultur | 19. Februar 2017, 17:29 Uhr
Leichen pflastern ihren Weg: Umstrittene Leichenschau wieder in Prag

Prag - Eine "Ausstellung, die Ihr Leben verändert" - nicht mehr und nicht weniger versprechen die Plakate zur Wanderausstellung, die Ende Februar in Prag ihre Tore für das Publikum öffnet. 

Als die Leichenschau "Bodies... The Exhibition" vor zehn Jahren das erste Mal in Prag konservierte Leichen zeigte, sorgte sie - wie im Grunde überall, wo sie Station macht - auch hierzulande nicht nur für Diskussionen, sondern auch für Proteste. 

Der katholische Theologe Tomáš Halík bezeichnete die Schau damals gar als "den abstoßendsten Angriff auf die menschliche Würde in der Geschichte der Zivilisation".

Ob nun lehrreiche Schau für die ganze Familie, als die sie die Ausstellungsmacher unentwegt anpreisen, oder würdeloser Schabernack mit den Körpern von Verstorbenen - dem Erfolg beim Publikum tun Kritik und Proteste offenbar keinen Abbruch, vermutlich eher im Gegenteil. 

Nach Angaben der die Ausstellung weltweit promotenden Agentur Premier Exhibitions, Inc. hatten die Schau bis Mitte 2016 bereits mehr als 15 Millionen Menschen besucht. Autor der Wanderausstellung ist der emeritierte Professor für Anatomie und Zellbiologie an der University of Michigan, Roy Glover.

Die Leichen stammen nach den auf den Webseiten der Agentur veröffentlichten Informationen von Menschen aus China, die eines natürlichen Todes gestorben seien.  

Die gezeigten Präparate wurden zum größten Teil mittels der von Gunther Hagens entwickelten Plastination konserviert. Diese Art der anatomischen Präparation ermöglicht zum Beispiel die Darstellung des gesamten Gefäßkreislaufs des menschlichen Körpers, aber auch die Präsentation von gehäuteten Toten, die Basketball spielen oder ihre eigene Haut wie eine Trophäe in die Höhe halten.

Die Ausstellung ist bis Ende Juni auf dem Prager Messegelände in Holešovice zu sehen. (nk) 

Bildnachweis:
Ticketstream.cz - Veranstaltungsplakat
Themen: anatomische Leichenschau, Ausstellungen, Ostern, Pfingsten
Rubrik: Kultur | 18. Februar 2017, 20:24 Uhr
Starregisseur wird am 18. Februar 85 Jahre alt

Prag - Der tschechische Filmregisseur Miloš Forman feiert dieses Jahr seinen 85. Geburtstag.  

Das öffentlich-rechtliche Tschechische Fernsehen (ČT) ehrt den zweifachen Oscar-Gewinner ab dem 11. Februar mit einer umfangreichen Retrospektive.

Gezeigt werden unter anderem die Oscar-Streifen "Amadeus" (1984) und "Einer Flog über das Kuckucksnest" (1975). Aber auch zwei - insbesondere im Ausland - weniger bekannte Filme, die noch in der kommunistischen Tschechoslowakei gedreht wurden: "Die Liebe einer Blondine" (1965) und die bitterböse Gesellschaftssatire "Der Feuerwehrball" (1967).

Ergänzt werden die auf ČT1 und ČT2 gesendeten Forman-Filme von einer vierteiligen Dokumentarreihe, die auf dem tschechischen Kulturkanal ČT art gesendet wird. (nk)

Bildnachweis:
Ceskatelevize.cz - Jack Nicholson in "Einer flog über das Kuckucksnest"
Themen: Miloš Forman
Rubrik: Kultur, Musik | 17. Februar 2017, 20:42 Uhr
Vorverkauf für Konzert in der Prager O2 Aréna hat heute begonnen

Prag - Seit dem Tod seines 15-jährigen Sohnes, der im Juli 2015 beim Spielen von einer Klippe stürzte, war der australische Kultmusiker nicht mehr auf Tour, gab keine Konzerte. 

Er vergrub sich in seinem Studio in Brighton und flüchtete sich in die Musik. Sein im September vergangenen Jahres veröffentlichtes 16. Studioalbum "The Skeleton Tree" war dem entsprechend alles andere als eine leichte Geburt, 18 Monate arbeitete die Band verbissen daran.

Doch im Oktober geht Nick Cave mit den Bad Seeds wieder auf Tour.

Als der Nick Cave im November 2013 zuletzt in Prag auftrat, zeigten sich sich die Kritiker der großen tschechischen Tageszeitungen von dem Konzert in der Tipsport Arena durch die Bank begeistert: "Nick Cave hypnotisierte mit den Bad Seeds das Prager Publikum".

Der Vorverkauf für das kommende Konzert am 26. Oktober hat am heutigen 17. Februar begonnen. Die Nachfrage ist offenbar groß, die besten Sitzplätze sind bereits vergeben. (nk)

Bildnachweis:
O2 Aréna - Konzertplakat
Themen: Nick Cave, Konzerte, O2 Aréna, Ticketvorverkauf
Rubrik: Kultur, Musik | 17. Februar 2017, 16:08 Uhr
"the world's fastest brass band" treibt in Žižkov den Winter aus

Prag - Lange bevor Goran Bregović, DJ Shantel und Balkan Beats die Volksmusik Südosteuropas international clubbing-fähig machten, brachte die Blaskapelle ("fanfara") aus dem Dorf Zece Prăjini an der rumänisch-moldawischen Grenze ihr Publikum zum Singen, Lachen, Weinen und Tanzen - ob bei Taufen, Hochzeiten, Begräbnissen oder den Festen dazwischen.

Die Geschichte der Band beginnt im Sommer 1996, als der junge Leipziger Toningenieur Henry Ernst im kleinen Roma-Dörfchen Zece Prjini eine blasmusikalische Offenbarung erlebte: "Ich hab nie auf Blasmusik gestanden. Ich hab dann innerhalb von fünf Minuten 20, 25 Menschen erlebt, von ganz jung bis alt, die eine Blasmusik gespielt haben, die ich mir nicht in meinen Träumen hätte ausdenken können. Das war purer Techno auf Blech, extrem schnell, eine Wucht, eine Wand von Klang, wo ich einfach dasaß und dachte Wow, Wahnsinn!", so beschrieb Henry Ernst selbst im Jahr 2016 gegenüber dem Deutschlandradio Kultur sein musikalisches Schock- und Erweckungserlebnis. 

Als Fanfare Ciocărlia unter deutschem Management seit nunmehr zwei Jahrzehnten Jahren erfolgreich, tourt das zwölfköpfige Blechblasensemble, "the world's fastest brass band", seit 2016 wieder durch Europa und macht Anfang März wieder im Palác Akropolis Station: Gefeiert werden dabei (immer noch) das 20-jährige Bandjubiläum und das im vergangenen Jahr veröffentlichte neue Album. 

Vor dem Auftritt in Prag spielt die Blascombo noch in Ústí nad Labem (25. Februar) und Trutnov (27. Februar).  (gp/nk)

Themen: Konzerte, Palác Akropolis
Rubrik: Panorama | 17. Februar 2017, 14:16 Uhr

Brünn/Prag - Einen schweren Autounfall zeichnete die Überwachungskamera einer Tankstelle an der tschechischen Autobahn D1 am Donnerstagmorgen auf.

Ein Pkw des Typs Škoda Octavia überschlägt sich mehrfach an der Ausfahrt zur Tankstelle. Kurz nach dem Horrorunfall eilen andere Autofahrer dem Verunglückten zu Hilfe.  

Wie der Sprecher der südmährischen Polizei mitteilt, musste der aus dem Ausland stammende 40-jährige Fahrer von der Feuerwehr aus dem Autowrack befreit werden.

Der Rettungsdienst brachte den Verunglückten mit Kopfverletzungen in ein Krankenhaus. Die Unfallursache ist bislang nicht bekannt. (nk)

Themen: Autounfälle, Polizeiberichte, D1
prag aktuellprag aktuell | Rubrik: Reise, Auto-Moto, Transport | 16. Februar 2017, 20:21 Uhr
Polizei durchsuchte Schengen-Terminal 2 - Flughafenbetrieb normalisierte sich gegen 22 Uhr

Prag - Die tschechische Polizei hat am Donnerstagabend wegen einer Bombendrohung das Terminal 2 des internationalen Prager Vaclav-Havel-Flughafens evakuiert.

Die Räumung des Airports meldete die Nachrichtenagentur ČTK (Prag) am Donnerstagabend gegen 19.30 Uhr. Das gesamte Areal wurde von Sprengstoffexperten und Suchhunden durchsucht.

Eine Bombe wurde nicht gefunden, am späten Abend gegen 22.00 Uhr normalisierte sich der Flughafenbetrieb wieder.

Von dem Terminal, das für die Flüge in den Schengenraum bestimmt ist, durften zwischenzeitlich keine Flugzeuge starten, berichtete ČTK unter Berufung auf entsprechende Aussagen einer Sprecherin der Ausländerpolizei, in deren Kompetenz die Sicherheit des Flughafens fällt.  

Die Sprecherin der Ausländerpolizei hatte auch angekündigt, dass wenn bei der gründlichen Durchsuchung nichts gefunden werden würde, der Flugbetrieb wieder vollständig aufgenommen werden würde.

Insgesamt waren nach einem Bericht der iDnes.cz 15 Flüge direkt von der Bombendrohung und anschließenden Evakuierung betroffen. (nk)

Themen: Bombendrohungen, Václav-Havel-Flughafen (PRG), innere Sicherheit
prag aktuellprag aktuell | Rubrik: Wirtschaft, Unternehmen | 16. Februar 2017, 20:00 Uhr
Rechtsstreit zieht sich seit über zehn Jahren hin

Brünn/Prag - Das Bezirksgericht in Brünn hat am Donnerstag eine Strafe in Höhe von 40 Millionen Kronen gegen das Unternehmen RWE Supply & Trading CZ bestätigt, berichten tschechische Medien.

Die Millionenstrafe war dem Energieunternehmen von der tschechischen Wettbewerbsbehörde (ÚOHS) wegen des Missbrauchs seiner dominanten Marktstellung auferlegt worden.  

Gegen das Urteil kann die Firma noch Beschwerde beim Obersten Verwaltungsgericht einlegen.

Der Rechtsstreit zieht sich inzwischen seit mehr als zehn Jahren hin, das erste Urteil in der Sache war im Jahr 2006 ergangen. (nk)

Themen: RWE, ÚOHS, Justiz
Rubrik: Panorama, Gesellschaft | 15. Februar 2017, 22:10 Uhr

Das Denkmal in Kukan, heute Stadtteil von Ga­blonz, wird 2017 renoviert und neu enthüllt. Der Ort, in dem im Jahr 1930 offiziell 2.775 Deutsche und 254 Tschechen lebten, ist seit 1538 urkundlich nachweisbar.

Das Gefallenendenkmal, das aus freiwilligen Beiträgen im Jahre 1874 in seiner ursprüngli­chen Form errichtet und einge­weiht wurde, erinnert an die ge­fallenen Soldaten bei der Schlacht bei Königgrätz, wo die Trup­pen von Preußen am 3. Juli 1866 auf die Armeen Österreichs und Sachsens getroffen sind. In die­ser verlustreichen Schlacht be­kämpften sich über 400.000 Sol­daten. Die blutige Schlacht ko­stete 16.000 Soldaten und 11.000 Pferde das Leben. Es war eine der größten Schlachten des 19. Jahr­hunderts.

Am 23. Juni 1912 wurde das Denkmal für den Preußisch-Österreichischen Krieg umge­baut und erweitert. An dem Obe­lisk wurden zwei weitere Namen von gefallenen Soldaten ange­bracht.

Auf der linken Seite steht: „Zur Erinnerung an den gefal­lenen Johann Schöffel aus Ku­kan. Er war Hornist und starb in der Schlacht bei Chlum am 3. Juli 1866.“

Auf der rechten Seite steht: „Zur Erinnerung an den gefal­lenen Soldaten Johann Hübner aus Kukan, der sein Leben in der Schlacht bei Custozza in Italien am 24. Juni 1866 verloren hat."

Der Platz unter dem Denkmal ist gleichzeitig die Ruhestätte für den am 26. Juni 1866 in Chri­stophswalde geborenen und bei Reichenau durch einen Kopf­schuss getöteten preußischen Sol­daten Carl Gustav Pählke von dem 4. Magdeburger Infanterie-Regiment Nr. 67.

Schon 2013 traf der Stadtrat in Gablonz die Sanierungsentschei­dung. Die Vorbereitungen für die aufwendige Renovierung starte­ten 2016. Die Arbeiten sollen im Oktober beendet sein.

Das ganze Denkmal wird aus­einandergenommen und von Moos und Schmutz befreit. Der Sockel wird umfangreich saniert. Die neue Grundplatte unter dem Denkmal wird aus Stahlbeton ge­gossen. Eine Granitkugel, auf der sich ein preußischer Adler mit ausgebreiteten Flügeln befindet, wird an der Spitze des Denkmals angebracht. Die Buchstaben wer­den erneuert. Die zwei Tafeln aus dem Jahre 1912 mit den Namen der zwei gefallenen Soldaten werden durch neue ersetzt.

Um dem schmalen, vierecki­gen Steinpfeiler, der sich nach oben verjüngt und eine pyrami­denförmige Spitze besitzt, be­finden sich acht kleine kunstvoll gemauerte Pfosten, an denen neue aus Bronze gegossene Lö­wenköpfe befestigt werden. An den Köpfen werden Ketten ange­bracht, die die Pfosten verbinden.

Den größten Teil der Kosten übernimmt das Verteidigungs­ministerium in Prag. Für die Re­staurierung des Denkmals wur­den der Stadt bereits 562.000 Kronen zugesichert. Gablonz be­teiligt sich bei der Neugestaltung mit 241.000 Kronen.

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Stanislav Beran - Archivmaterial
Themen: Denkmalschutz, Denkmalpflege, Jablonec
prag aktuellprag aktuell | Rubrik: Politik | 15. Februar 2017, 18:55 Uhr
Interessenkonflikte? Ehefrau von Zemans Kanzleichef Mynář soll Diskussionssendung im Privatfernsehen moderieren

Prag - Der private Fernsehsender TV Barrandov wird ab März jede Woche eine halbstündige politische Diskussionssendung mit dem tschechischen Staatspräsidenten Miloš Zeman ausstrahlen. 

Das berichtet heute der Online-Dienst der Wochenzeitung Týden, die ebenso wie TV Barrandov zum Portfolio des Medienhauses Empresa Media gehört. An dem Verlagshaus Empresa Media hält auch die chinesische Firma CEFC einen Anteil.

Dem Bericht nach soll die erste Sendung am 16. März ausgestrahlt werden - eine Woche nach dem Termin, an dem Miloš Zeman bekannt geben will, ob er bei den nächsten Präsidentschaftswahlen im Jahr 2018 erneut für das Amt des Staatspräsidenten kandidieren will. 

Moderiert werden soll die Sendung "Týden s prezidentem" ausgerechnet von Alexandra Mynářová (Foto) und dem Journalisten Petr Kolář. Alexandra Mynářová ist die Ehefrau von Vratislav Mynář, dem Chef der Kanzlei des tschechischen Staatspräsidenten. 

Als TV Barrandov Ende 2013 das Verhältnis der damals beim öffentlich-rechtlichen Tschechischen Fernsehen (ČT) beschäftigten Nachrichtenmoderatorin mit Mynář bekannt machte, entschied der Direktor der ČT-Nachrichtenredaktion Zdeněk Šámal, dass die junge Moderatorin bis auf weiteres keine Nachrichtensendungen mehr moderieren werde. Als Begründung nannte er mögliche Interessenkonflikte. 

Barrandov TV dagegen sieht offenbar keinen möglichen Interessenkonflikt. Seit Februar 2015 sind die Fernsehmoderatorin (33) und Zemans Kanzleichef (49) verheiratet, im Mai des selben Jahres wurde ihr gemeinsamer Sohn geboren. Trauzeuge bei der Hochzeit des Paares war: Miloš Zeman. (nk)

Bildnachweis:
Barrandov.tv
Themen: Alexandra Mynářová (Nosková), Vratislav Mynář, Medien, Barrandov TV, Präsidentschaftswahlen 2018