Das Romafestival in Prag glänzt durch das große Angebot von Musik- und Tanzgruppen
Prag - Das „Khamoro“ geht in die letzte Runde: Nur noch bis Sonntag, den 1. Juni, dauert das Romafestival an. Bis dahin hat es aber noch viel zu bieten - vom Konzert traditioneller Roma-Musik bis zum Flamenco-Workshop.
Am Donnerstag konnte man in der Prager Innenstadt bereits einen Vorgeschmack auf die allabendlichen Musikveranstaltungen erhalten. Von der Metrostation Mùstek bis zum Altstädter Ring zog eine Parade anlässlich des diesjährigen Festivals. Bei diesem Festzug waren viele Künstler dabei, die man auch bei abendfüllenden Konzerten in dieser Woche bestaunen konnte.
Obwohl die Parade am Donnerstag vergleichsweise klein ausfiel, wurde die Menge, die sich dem Zug anschloss, immer größer. Verschiedene Musikgruppen spielten meist abwechselnd. Zu hören waren die eher leisen Töne eines Gitarren-Geigen-Trios und die mitreißende Lautstärke einer fast zehnköpfigen Blechbläserband. Begleitet wurden die Musiker von Tänzerinnen in traditioneller Kleidung, Flamenco-Tänzern und einer Bauchtänzerin.
Eine der vielen abendlichen Veranstaltungen fand am Freitag, den 30. Mai, im Prager Club „Roxy“ statt. Bei diesem Konzert traditioneller Roma-Musik traten die verschiedensten Künstler auf: Oluja aus Serbien, Arbat aus Frankreich, Ferus aus Mazedonien und Loyko aus Russland.
Das technisch perfekte Geigenspiel der Gruppe Loyko versetzte das Publikum im Roxy bereits zu Beginn in Begeisterung. Als dann Ferus Mustafov mit seiner Band die Bühne betrat, wurde auch mehr getanzt. Der Altmeister im Klarinette und Saxophon spielen bestach durch sehr orientalisch anmutende Lieder.
Die Gruppe Arbat tritt bereits seit 1989 zusammen auf. Vor allem dank der starken und gefühlvollen Stimme der Sängerin Lilia Roos-Dalskaïa konnten die Roma-Musiker viel Beifall ernten. Den großen Abschluss und musikalischen Höhepunkt des Abends bildeten die Mitglieder von Oluja.
In Serbien gilt Oluja schon lange als eine der besten Gruppen, die vornehmlich aus Blechbläsern besteht. Die zehnköpfige Kapelle ist dabei alles andere als altbacken. Mitreißende Melodien und kraftvolle Paukenschläge forderten zum Tanzen auf. Das musste man dem Publikum im Roxy an diesem musik- und tanzreichen Abend nicht zweimal sagen.
Von Judith SchneiderTschechien Online, 31.05.2008. Foto: Khamoro.cz