Ministerium für Regionalentwicklung korrigiert Prognose nach oben
Prag - In der Tschechischen Republik werden die Mieten in Wohnhäusern mit Mietpreisbindung ("regulovaný nájem") in den nächsten zwei Jahren deutlich stärker steigen als bislang erwartet. Das sagte der Minister für Regionalentwicklung Jiøí Èunek (Foto) am Freitag vor Journalisten in Prag.
Danach sei für 2009 eine Teurung um 30 Prozent, 2010 sogar um 44 Prozent zu erwarten.
In einer erst vor drei Wochen veröffentlichten Analyse hatte das Ministerium noch Teuerungsraten von etwa 20 Prozent jährlich prognostiziert. Ursprünglich war man von jährlichen Mieterhöhungen um 14 Prozent ausgegangen.
Auslöser der neuen Entwicklung sind die gestiegenen Preise auf dem freien Wohnungsmarkt. Bei der Aufgabe der Mietpreisbindung, oder auch "Deregulierung", geht es um die Angleichung der Mieten an das Niveau des freien Marktes bis Ende 2010. Je höher die marktüblichen Mieten, desto mehr dürfen Vermieter "regulierter" Wohnungen verlangen.
Trotz Teuerungen sind die Unterschiede zwischen regulierten und Marktmieten noch sehr markant. Mit Mietpreisbindung liegt in Prag die Kaltmiete für eine typische Drei-Zimmer-Wohnung in einem zentrumsnahen Bezirk bei etwa 4500 Kronen (etwa 170 Euro). Auf dem freien Markt beträgt die Monatsmiete einer gleichwertigen Wohnungen etwa 12.000 Kronen.
Tschechien Online, 11.7.2008. Foto: ÈTK