Aufwertungstrend der tschechischen Währung bleibt ungebrochen
Prag - Die anhaltend starke tschechische Währung wird sich in Zukunft negativ auf die Wirtschaftsentwicklung des Landes auswirken.
Dies ist das Ergebnis einer Umfrage, die die Nachrichtenagentur ÈTK (Prag) unter Wirtschaftsexperten in Tschechien durchgeführt hat.
Derzeit sind Auswirkungen der starken Krone auf die tschechische Wirtschaft kaum wahrnehmbar. Dies wird sich allerdings spätestens im Herbst des Jahres ändern. Dann, so die Einschätzung der Experten, schlagen sich die Folgen des gegenwärtigen Währungshochs mit Verspätung auf die Wirtschaftsentwicklung in Tschechien nieder, so die Meldung von ÈTK.
Und ein Ende des Aufwertungstrends der tschechischen Krone gegenüber dem Euro ist gegenwärtig nicht zu erkennen. Unlängst durchbrach die Krone die "magische" Grenze von 23 Kronen je Euro.
Das Ende der US-Wirtschaftskrise sowie eine Trendumkehr des Wechselkurses gegenüber dem Euro und dem US-Dollar ist nicht zu erkennen, meint Jiøí ©kop von der Komerèní banka. Das Etikett der Krone als sicherer Hafen für Währungsspekulanten wird der Krone voraussichtlich zu neuen Rekordhöhen verhelfen, so ©kop.
Nach Ansicht von Ale¹ Michl, Analyst bei der Raiffeisenbank in Prag, ist die anhaltend starke Krone auf das Vertrauen der Investoren in die Region sowie auf den Verfall der US-Währung zurückzuführen, und nicht das Ergebnis von Währungsspekulanten.
Ein weitaus düsteres Bild zeichnet Vladimír Pikora von der Gesellschaft Next Finance. Die tschechische Währung, so Pikora, hat gegenüber dem Vorjahr rund 17 Prozent an Wert gewonnen. Die tschechische Wirtschaft verliert an Wettbewerbsfähigkeit bei einem gleichzeitigen Anstieg der Löhne. Sollte die tschechische Krone nicht in absehbarer Zeit Korrekturen erfahren, so wird sich die wirtschaftliche Entwicklung des Landes deutlich verlangsamen, meint Pikora. (bl)
Tschechien Online, 20.7.2008. Foto: ÈTK