Topolánek: Kurzfristige Maßnahmen aber vorerst nicht geplant
Prag - Der ungebrochene Aufwertungstrend der tschechischen Währung beschäftigt jetzt auch die Politik in Prag.
So kündigte Tschechiens Premier Mirek Topolánek (im Bild rechts neben Finanzminister Miroslav Kalousek) an, die Regierung werde den „ungewöhnlichen“ Aufwertungstrend der Krone in den vergangenen Monaten untersuchen und möglicherweise Maßnahmen treffen, um der jüngsten Entwicklung entgegen zu steuern.
Besonders die exportorientierten Wirtschaftszweige in Tschechien leiden unter der starken Krone. Einnahmen aus dem Auslandsgeschäft werden durch den Aufwärtstrend regelrecht aufgefressen, was zur Entlassung von Arbeitnehmern führt und die Schließung von einzelnen Produktionsstätten mit sich zieht, beklagen die Exporteure. Sie waren es auch, die die tschechische Politik zu einem raschen Eingreifen aufforderten
Die tschechische Krone erlebt derzeit den weltweit schnellsten Wertzuwachs, meldet die Nachrichtenagentur Bloomberg. So gewann die Krone in den letzten 12 Monaten gegenüber dem Euro 23 Prozent an Wert. Gegenüber dem US-Dollar entsprach der Wertzuwachs im selben Zeitraum 41 Prozent. Am Montag betrug der Kurs zum Euro teilweise 22,945 Kronen je Euro, ein Rekord.
„Allerdings haben wir keine Mittel, die auf kurze Sicht den weiteren Aufwertungstrend der Krone aufhalten könnte“, schränkte Topolánek mögliche Maßnahmen ein. Er kündigte jedoch Maßnahmen an die, so Topolánek, auf der Internetpräsenz des Regierungskabinetts, öffentlich bekannt gemacht werden, wenn es an der Zeit sei, sie zu veröffentlichen.
Neben spekulativen Währungsaufkäufen basiert die Stärke der Krone vor allem auf dem robusten Wirtschaftswachstum in Tschechien, so der Premier. (bl)
Tschechien Online, 21.7.2008. Foto: ÈTK