Jan Rybár soll von Vietnamesen Schmiergeld für die Beschaffung von Visa kassiert haben
Prag - Der Chef eines Spezial-Ermittlerteams der tschechischen Polizei, Jan Rybár, wird offiziell der Korruption und des Amtsmissbrauchs beschuldigt. Das meldet am Freitag die in Prag erscheinende Tageszeitung Právo.
Bereits seit einem halben Jahr wird demnach gegen den Elitebeamten ermittelt, weil er von einer Gruppe Vietnamesen Schmiergeld kassiert und ihr im Gegenzug dafür bei der Beschaffung von Visa für die Tschechische Republik geholfen haben soll.
Rybár, dessen Einheit nach den am meisten gesuchten Straftätern fahndet und als Aushängschild der tschechischen Polizei gilt, wurde für ein halbes Jahr vom Dienst suspendiert.
Eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft des Stadtbezirks Prag 1 bestätigte, dass Rybár der indirekten Bestechung und des Amtmissbrauchs beschuldigt wird. Weitere Einzelheiten zu dem Fall wollte sie jedoch nicht mitteilen. Auch der tschechische Innenminister Ivan Langer (ODS) war am Freitag gegenüber Medienvertretern nicht zu einer Stellungnahme bereit.
Rybár selbst bestritt gegenüber Právo jedwede Schuld, wollte sich aber zu dem Fall ebenfalls nicht weiter äußern. Nach Angaben einer Sprecherin der Kriminalpolizei wurde Rybár mit seiner offiziellen Beschuldigung zugleich vom Dienst supendiert.
Sollten Rybár die ihm zur Last gelegten Taten nachgewiesen werden, drohen ihm bis zu drei Jahren Haft. (nk)
Tschechien Online, 25.7.2008. Foto: ÈTK