Industrieproduktion enttäuscht mit 2,2 Prozent Wachstum im Jahresvergleich
Prag - Die Industrieproduktion in Tschechien ist im vergangenen Monat langsamer gewachsen, als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum.
Nach Angaben des Tschechischen Amts für Statistik ist die Industrieproduktion im Jahresvergleich Ende Juni um 2,2 Prozent gewachsen. Ende Mai betrug das Wachstum der Industrieproduktion im Vergleich zum Vorjahreszeitraum noch 3,4 Prozent, meldet die Nachrichtenagentur ÈTK (Prag).
Saisonal bereinigt stieg die Industrieproduktion Ende Juni um drei Prozent. „Das verlangsamte Wachstum der Industrieproduktion Ende Juni war eine Enttäuschung“, so Jan Vejmìlek, Analyst bei der Komerèní banka in Prag. Die Auswirkungen der gegenwärtigen Wirtschaftslage in den USA und in Europa werden auch in Tschechien spürbar werden, so Vejmìlek. Allerdings sei die abschwächende Nachfrage aus dem Ausland nicht allein verantwortlich für die schleppenden Wachstumsraten, fügte er hinzu. So müsse die tschechische Industrie derzeit mit den Auswirkungen der starken Krone kämpfen, meint Vejmìlek.
Wie bereits im vergangenen Mai sank die Industrieproduktion Ende Juni auf den Gebieten der Nahrungsmittelproduktion, Kleidungsproduktion sowie Tabakproduktion.
Produktionszuwächse gab es Ende Juni hingegen auf den Gebieten der Produktion von elektronischen und optischen Geräten und in der Produktion von Metall- und Chemieerzeugnissen. Diese Bereiche trugen wesentlich zu dem jüngsten Wachstum der Industrieproduktion bei.
Der Wert aller im Juni abgeschlossenen Aufträge der tschechischen Industrie betrug nach derzeit gültigen Preisen insgesamt 157,9 Milliarden Kronen. Im Jahresvergleich verringerte sich der Auftragswert damit um sechs Prozent. (bl)
Tschechien Online, 10.8.2008. Foto: ÈTK