Tschechien liefert regelmäßig altes Kriegsgerät aus Sowjetbeständen nach Georgien
Prag - Nach Informationen der in Prag erscheinenden Tageszeitung Lidové noviny wird in den aktuellen Kämpfen zwischen Georgien und Russland von georgischen Soldaten (Foto) auch Kriegserät eingesetzt, das aus Tschechien stammt. Ursprungsland sei dabei jedoch ironischerweise die Sowjetunion.
Tschechien exportiere nämlich regelmäßig alte Waffen- und Munitionsbestände nach Georgien.
Diese Tatsache sei auch Russland bekannt und seit langem ein Dorn im Auge und habe zu offiziellen Protesten auf verschiedenen Eben geführt, so auch auf internationalem Parkett bei der Nato.
Die Informationen von Lidové noviny bestätigte gegenüber dem Blatt die Direktorin des Referats Sicherheitspolitik des Verteidigungsministeriums, Veronika Kuchyòová-©migolová. Die Lizenz zum Export von Waffen werde zwar vom Ministerium für Industrie und Handel erteilt, bereichtet das Blatt, doch geschehe dies nicht ohne grünes Licht vom Prager Verteidigungsministerium.
Was den Umfang der Waffenexporte nach Georgien angeht, so führt Lidové noviny als Beispiel eine von der tschechischen Regierung im Jahr 2005 gebilligte Ausfuhr von alter Munition im Wert von einer halben Million Kronen an, die dem Kaukasusstaat kostenlos überlassen worden sei. (nk)
Tschechien Online, 11.8.2008. Foto: ÈTK