Siemens und Gewerkschaften einigen sich auf Abfindung

Beschäftigte des von der Schließung bedrohten Bahnwerks in Prag-Zlièín erhalten 800 Millionen Kronen

Prag - Vertreter von Siemens und der tschechischen Gewerkschaft der Metallarbeiter OS Kovo haben sich auf die Zahlung von Abfindungen im Zusammenhang mit der angekündigten Schließung oder des Verkaufs des Siemens-Bahnwerks in Prag-Zlièín geeinigt.

Wie der Konzern mitteilte, sollen die knapp 1000 von der Werksschließung betroffenen Beschäftigten umgerechnet bis zu 800 Millionen Kronen an Abfindungen erhalten, sollte bis Mitte 2009 kein Käufer gefunden werden, was die Schließung des Bahnwerks zur Folge hätte.

Der Vorsitzende der tschechischen Gewerkschaft der Metallarbeiter OS Kovo, Josef Støedula, zeigte sich von dem Verhandlungsergebnis mit Siemens zufrieden, meldet die Nachrichtenagentur ÈTK (Prag). Die Gewerkschaft plane keine weiteren Protestaktionen. Allerdings müsse noch über die Zukunft der sozial schwachen und behinderten Arbeitnehmer im Siemens-Werk diskutiert werden, so der Gewerkschaftsvorsitzende.

Die ausgehandelten Abfindungen entsprechen etwa 16 Monatslöhne, sollte das Werk Mitte 2009 geschlossen werden. In der Zwischenzeit wurden von Seiten der Konzernführungen keine betriebsbedingten Kündigungen versprochen. Für den Fall, dass das Werk verkauft wird, erhalten die Angestellten einen Bonus im Wert von drei Monatslöhnen, so der Konzern.

Siemens plant sein Bahnwerk in Prag-Zlièín Mitte 2009 zu verkaufen oder es zu schließen. Die Ende Juli getroffene Entscheidung der Konzernführung über die Zukunft des Werkes löste bei den dort angestellten Arbeitnehmern und bei den Gewerkschaften heftige Proteste aus. Insgesamt plant Siemens weltweit knapp 17.000 Beschäftigte zu entlassen.(bl)

Tschechien Online, 26.8.2008. Foto: ÈTK
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