Uralte Legende bestätigt: Eier im Mörtel der Prager Karlsbrücke nachgewiesen

Tschechischen Wissenschafltern gelingt Nachweis mit Hilfe der Massenspektrometrie

Prag - Und die Legende stimmt doch: Dem Mörtel, der für den Bau der Karlsbrücke verwendet wurde, wurden tatsächlich Eier und Milch beigemischt.

Das jedenfalls ist das Ergebnis einer Mörtelanalyse, die Wissenschaftler der Chemisch-Technologischen Hochschule (V©CHT) im Rahmen der Sanierungsarbeiten des mittelalterlichen Bauwerks durchgeführt haben.

Wie tschechische Medien gestern berichteten, konnten Wissenschaftler der V©CHT mit Hilfe der Massenspektrometrie in mittelalterlichen Mörtelproben proteinhaltige Bindemittel nachweisen. "Man kann relativ genau nachweisen, dass es sich dabei um Eiweiße aus Eiern, aber auch aus Milch oder Quark handelt", so ©tìpánka Kuèková von der V©CHT.

Durch die Beimengung von Eiern könnte demnach tatsächlich nicht nur der Mörtel härter gemacht, sondern durch die Beimengung der Proteine auch das Abbinden verzögert worden sein, so dass die damaligen Maurer mehr Zeit gehabt hätten, die Steinquader in die richtige Position zu bringen.

Bisher galt es eher als eine der unzähligen Prager Legenden, dass bei dem Bau der Karlsbrücke Eier in den Mörtel gemischt worden waren, um die Festigkeit des Bauwerks zu erhöhen. Der Sage nach hatte Kaiser Karl IV. seine Untertanen daher in allen Landesteilen aufgerufen, für den Bau der Karlsbrücke Eier nach Prag zu bringen.

Das Vorhandensein von Eierproteinen in dem Mörtel der Karlsbrücke bestätigte nun aber auch eine unabhängige Untersuchung des Laboratoriums für strukturelle Biologie an der Südböhmischen Universität in Budweis.

"Es ist wahr, die Fundamente der Karlsbrücke enthalten tatsächlich Eier, so wie es die Legende besagt", verkündete gestern sichtlich stolz Prags Oberbürgermeister Pavel Bém (ODS) bei der Eröffnung einer Ausstellung über die Sanierung der Karlsbrücke im Museum auf dem Køi¾ovnické námìstí.

Die Karlsbrücke ist einer der Touristenmagneten in Prag. Sie führt über die Moldau und verbindet die Altstadt mit der Kleinseite. Sie ist eine der ältesten erhaltenen Steinbrücken Europas. Mit dem Bau der Karlsbrücke wurde im Jahr 1357 unter Karl IV. begonnen. Die Bauzeit erstreckte sich bis zu Beginn des 15. Jahrhunderts. Nach dem Vorbild der Steinernen Brücke in Regensburg wurde sie als Bogenbrücke mit 16 Bögen errichtet. Ihre Länge beträgt 516 m, ihre Breite 10 m. (nk)

Tschechien Online, 16.1.2008. Foto: Czechtourism.com


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