Staatsunternehmen soll seine dominante Marktposition missbraucht haben
Prag - Das Prager Amt für Wettbewerbsschutz (ÚOHS) hat gegen die Tschechische Bahn (ÈD) eine Geldstrafe in Höhe von 254 Millionen Kronen (fast zehn Millionen Euro) verhängt.
Das meldete die tschechische Nachrichtenagentur ÈTK am Dienstag unter Berufung auf einen ÈD-Sprecher.
Nach Ansicht der Kartellbehörde habe das Staatsunternehmen seine dominante Markstellung im Bereich Güterverkehr missbraucht und Konkurrenten übervorteilt. Die Klage gegen ÈD war im vergangenen Jahr von einem slowakischen Mitbewerber vorgebracht worden.
Unbmittelbar nach Bekanntwerden des Kartellamtsbeschlusses hat die ÈD-Leitung rechtliche Schritte angekündigt. "Die Entscheidung ist aus Sicht der ÈD nicht richtig und weist ernste Mängel auf", teilte ein Bahnsprecher mit. Sein Unternehmen werde beim zuständigen Kreisgericht in Brünn einen Zahlungsaufschub beantragen und anschließend gegen die Kartellbehörde klagen. Man wolle die Aufhebung der Sanktion erwirken.
ÈD-Generaldirektor Petr ®aluda warf dem Kartellamt bei einer Pressekonferenz vor, bei der Beurteilung der dominanten Position seines Unternehmens nicht den gesamten Logistik-Markt, einschließlich des Lkw-Verkehrs, berücksichtigt zu haben.
Darüber hinaus betonte er, dass ÈD sich Ende 2007 von dem Güterverkehr-Zweig getrennt habe und dieser seither als ÈD Cargo ein selbständiges Subjekt sei. Das Kartellamt habe die Geldbuße jedoch nicht gegen ÈD Cargo verhängt, sondern gegen ÈD. (gp)
Tschechien Online, 12.5.2009