Acht von zehn Unternehmen melden weniger Aufträge
Prag - Trotz vereinzelter Meldungen vom "Licht am Ende des Tunnels" herrscht bei den meisten Unternehmen in Tschechien weiterhin gedrückte Stimmung. Eine Trendwende scheint in der nächsten Zukunft auch nicht in Sicht, wie eine Umfrage der Prager Wirtschaftszeitung Hospodáøské noviny ergab.
Rund 80 Prozent der Befragten gaben an, ihre Aufträge seien im ersten Quartal zurückgegangen. Bei der Hälfte der Unternehmen betrug der Rückgang 25 Prozent oder mehr.
An der HN-Befragung hatten Anfang dieser Woche 1026 tschechische Unternehmen und Gewerbetreibende teilgenommen. Die ermittelten Ergebnisse ergaben für das zweite Quartal ein ähnlich pessimistisches Bild, wie es sich in den ersten drei Monaten dieses Jahres gezeigt hatte.
"Bei den Unternehmern herrscht die Befürchtung, dass die Rezession ihren Tiefpunkt noch gar nicht erreicht hat. Die Unternehmen verzeichnen weiterhin deutliche Auftragseinbrüche", sagte der Präsident der tschechischen Handleskammer, Petr Ku¾el. Der Umstand, dass die überwiegende Mehrheit der Befragten mit einer Verbessserung der Lage "frühestens im Jahr 2010" rechnen, habe seiner Auffassung nach "nichts Gutes zu bedeuten".
Eine positive Trendwende bereits im dritten Quartal dieses Jahres erwarten lediglich zehn Prozent der Befragten. Dagegen vermuten 20 Prozent, dass die Krise erst 2011 ihr Ende findet. "Dennoch kehrt das Vertrauen in die tschechische Wirtschaft langsam zurück, und das ist ein elementarer Faktor für den Wandel zum Besseren", erklärt Ku¾el. Beispiele seien hier die Erholung auf dem Automobilmarkt im April sowie die Belebung des Börsenhandels. (gp)
Tschechien Online, 21.5.2009