Brünner Studenten schieben EU-Chef-Skeptiker Kopien des Reformvertrags unter
Brno - Mit einer guten Portion Selbsitironie hat Präsident Václav Klaus (Mitte) die tschechische Öffentlichkeit überrascht. Bei einer Autogrammstunde in Brünn, wo Klaus sein neues Buch signierte, legte ihm eine Studentin am Montag unversehens ein Bündel Fotokopien vor.
"Wenn das nur nicht der Lissaboner Vertrag ist", scherzte der Präsident - und setzte seine Unterschrift auf das Deckblatt des Dokuments.
Kaum hatte er unterzeichnet, jubelten die junge Frau und ihre Begleiter und schwenkten triumphierend mit den Papieren. Bei dem Dokument handelte es sich nämlich tatsächlich um eine Fotokopie des EU-Reformvertrags, als dessen prominentester Kritiker eben der tschechische Staatspräsident gilt.
Klaus gönnte den Spaß noch einer Reihe weiterer vermeintlicher Autogramm-Jäger. Erst als der sechste Student sich die Faksimile signieren lassen wollte, lehnte er ab und fuhr mit seinem regulären Programm fort.
In Brno befand sich der tschechische Staatspräsident im Rahmen einer zweitägigen Reise durch den Bezirk Südmähren, auf der ihn seine Ehefrau Livia (im Bild links) begleitete. Auf dem Programm stehen neben Gesprächen mit Regionalpolitikern unter anderem auch Begegnungen mit Schülern und Studenten sowie Besuche kultureller und sozialer Einrichtungen. (gp)
Tschechien Online, 9.6.2009. Foto: Hrad.cz