In Tschechien fehlen qualifizierte Sprachlehrer

Schulinspektion kritisiert Fehlen eines nationalen Bildungskonzepts

Prag - Im tschechischen Erziehungswesen herrscht Mangel an qualifizierten Lehrern für Fremdsprachen. Das geht aus dem am Mittwoch in Prag veröffentlichten Jahresbericht der staatlichen tschechischen Schulinspektion (È©I) hervor.

Betroffen seien alle Schultypen und -stufen, am wenigsten jedoch die Gymnasien.

Dort verfügten der Untersuchung nach 96 Prozent der Lehrkräfte über eine entsprechende Qualifikation. Am kritischsten sei die Lage an den Mittelschulen, wo mehr als ein Drittel der als Sprachlehrer tätigen Kräfte keine Fachausbildung habe. In 17 Prozent der Fälle unterrichteten sogar Personen ohne Hochschulabschluss.

Für die Krise verantwortlich seien dem Bericht nach vor allem zwei Umstände. Erstens seien viele der muttersprachlichen Kräfte, die noch bis Ende der 90er Jahre den Mangel an einheimischen Lehrern auffangen halfen, ins Ausland zurückgewandert - auch aufgrund der geänderten Aufenthaltsbestimmungen nach dem tschechischen EU-Beitritt.

Zum zweiten steige das Interesse an Fremdsprache, vor allem Englisch, immer weiter. Landesweit würde an rund der Hälfte der Kindergärten bereits Englischunterricht angeboten, mit Hilfe externer Kräfte - oft Schüler und Stundenten.

Allgemein kritisierte die Inspektion das Fehlen eines nationalen Bildungskonzepts mit Hinblick auf Fremdsprachen. Die Krise sei "systembedingt", so das Urteil der Inspektoren. (gp)

Tschechien Online, 6.1.2010


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