Arbeitslosenquote in Tschechien bei fast zehn Prozent

Schlechtestes Ergebnis seit 2005

Prag - Die Zahl der Beschäftigungslosen in Tschechien ist im Januar auf 574.226 gestiegen. Das teilte das Prager Ministerium für Arbeit und Soziales am Montag mit. Danach liege die Arbeitslosenquote landesweit bei 9,8 Prozent (Dezember: 9,2 Prozent).

Dies sei das schlechteste Ergebnis seit fünf Jahren, so ein Sprecher des Ministeriums.

Angesichts der Prognosen von Arbeitsmarkterxperten habe man mit dieser Entwicklung allerdings gerechnet.

Gegenüber Januar vergangenen Jahres stieg die Arbeitslosenquote um drei Prozent.

Am kritischsten ist die Lage in Nord- und Südmähren, wo in manchen Regionen mehr als 14 Prozent ohne Beschäftigung sind. Dagegen weisen Prag und Umgenbung mit knapp vier Prozent die geringste Arbeitslosenquote auf.

Was die weitere Entwicklung betrifft, gehen die Meinungen der Analysten auseinander. Der ÈSOB-Ökonom Petr Dufek sagte dem Tschechische Fernsehen, er gehe davon aus, dass der Arbeitsmarkt zunächst stagnieren und sich schon im Frühling wieder erholen werde, wenn saisonale Angenbote die Lage entlasten.

Andere Analysten dagegen rechnen mit einer Forstetzung des Trends. Miroslav Frayer von der Komerèní banka etwa erwartet, dass es in den nächsten Monaten zu weiteren Entlassungen kommt und die Situation im Frühjahr kulminiert.

Trotz der Verschärfung der Lage auf dem Arbeitsmarkt schneidet Tschechien im europäischen Vergleich relativ noch relativ gut ab. Die höchste Arbeitslosigkeit herrscht zurzeit in Lettland (22,3 Prozent) und Spanien (19,4 Prozent). Am besten stehen mit Hinblick auf die Beschäftigung die Niederlande da, wo nur rund vier Prozent der arbeitsfähigen Bevölkerung ohne Anstellung sind. (gp)

Tschechien Online, 8.2.2010


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